Dlf 04.09.2026
01:54 Uhr

Automobil-Industrie - Volkswagen-Aufsichtsrat stimmt Sparpaket und Stellenabbau zu


Der Volkswagen-Konzern wird in den kommenden Jahren ein breit angelegtes Sparpaket umsetzen und zusätzlich rund 50.000 Arbeitsplätze streichen. Der Aufsichtsrat des Automobil-Herstellers billigte gestern Abend in Wolfsburg die Vorschläge von Konzernchef Blume einstimmig.

Automobil-Industrie - Volkswagen-Aufsichtsrat stimmt Sparpaket und Stellenabbau zu
Die eigentlich für heute geplante Sitzung des Gremiums war kurzfristig vorverlegt worden. Neben dem Stellenabbau ist nach Angaben des Unternehmens unter anderem auch eine Halbierung der Modellpalette vorgesehen. Werksschließungen werden nicht ausgeschlossen: In den Standorten Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könnte die Produktion Anfang bis Mitte der 2030er Jahre eingestellt werden. Es sollen aber auch alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft werden.
Vorstandschef Blume sprach von einem Zukunftsplan, der mit Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe verbunden sei. Die Betriebsratsvorsitzende Cavallo nannte die Sparpläne eine Notwendigkeit. Sie würden aber nicht einseitig auf Kosten der Belegschaft umgesetzt. Niedersachsens Ministerpräsident Lies wertete die Einigung als ein "zukunftsfähiges Konzept". Der SPD-Politiker, der auch Mitglied im VW-Aufsichtsrat ist, sagte, man investiere und steigere die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen. Das Bundesland ist der zweitgrößte Aktionär des Konzerns.

SPD-Politiker Zorn lobt abgewendetes Werks-Aus - Oberbürgermeister von Hannover spricht von "Rückschlag"

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Zorn geht davon aus, dass die vier deutschen Werke, für die laut Konzern derzeit alternative Verwendungsmöglichkeiten gesucht werden, erhalten bleiben. Werksschließungen seien komplett vom Tisch, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Deutschlandfunk . Der Vorstand habe nun die Aufgabe, eine Auslastung für alle Standorte zu finden. Der Oberbürgermeister von Hannover, Onay, nannte die Einigung einen Rückschlag. Die Folgenutzung, die in Aussicht gestellt werde, hänge von dem Vorstand ab, der an diese Standorte eigentlich nicht mehr glaube, sagte der Grünen-Politiker dem Deutschlandfunk.

Weiterführende Informationen

Wirtschaftsgespräch des Deutschlandfunks über die VW-Entscheidung
Diese Nachricht wurde am 04.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.