Gestern waren die Wohnung Krachs und weitere Objekte in Hannover und Berlin durchsucht worden. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit einem Vergabeverfahren im Raum Hannover, wo Krach bis Ende März als Regionspräsident und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums der Region Hannover tätig war. Das Gelände eines Standorts der Klinik in Lehrte sollte veräußert werden. Dazu begann im vergangenen Oktober ein Vergabeverfahren.
Vier Angebote trafen ein, zwei davon kamen in die engere Auswahl, wie Krach berichtete. "Ich hatte eine klare Präferenz, die habe ich auch intern ganz klar geäußert", so Krach. Sein Favorit habe ein regionales Gesundheitszentrum versprochen und Investitionen von 115 Millionen Euro angekündigt. Doch der Aufsichtsrat entschied sich im Februar für den anderen Anbieter - nach einer längeren Diskussion, wie Krach sagte.
Im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurde nun bekannt, dass der von Krach damals favorisierte Unternehmer eine größere Summe an die Berliner SPD spendete - bevor die Entscheidung zu dem Krankenhausgelände fiel. Wie der Krach berichtete, kamen am 29. Dezember 9.900 Euro auf dem Konto der SPD Berlin an. Krach war zu diesem Zeitpunkt Regionspräsident, Berliner SPD-Spitzenkandidat und kommissarischer Landesvorsitzender.
Rücküberweisung binnen 24 Stunden angewiesen
Über die Spende habe ihn der Landesgeschäftsführer am 7. Januar 2026 nachmittags informiert. "Am 8. Januar um 6:45 Uhr, also keine 24 Stunden später, habe ich per Mail die Weisung erteilt, dass diese Spende nicht angenommen werden darf und sofort zurücküberwiesen werden muss", berichtete Krach. Dies sei dann geschehen. "Diese 9.900 Euro haben niemals hier in Berlin eine Rolle gespielt, weder privat noch in meinem Wahlkampf. Ich habe keine Spende von diesem Unternehmen angenommen", betonte der Politiker. Vorwürfe, er habe sich in irgendeiner Form beeinflussen lassen, weise er als haltlos zurück.
Berliner SPD steht hinter Krach
Die Berliner SPD steht nach den Worten der früheren Landesvorsitzenden und jetzigen Wirtschaftssenatorin Giffey zu ihrem Spitzenkandidaten. Es gebe keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln, sagte Giffey im RBB. Am Sonntag kommender Woche finden in Berlin Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt.
Diese Nachricht wurde am 10.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
