Dlf 26.06.2026
01:11 Uhr

Hitzewelle in Westeuropa - Erstmals in Deutschland über 40 Grad im Juni gemessen


In vielen Teilen Europas warnen Behörden angesichts von Rekordtemperaturen weiter vor den gesundheitlichen Gefahren der Hitze. In Deutschland wurden erstmals in einem Juni mehr als 40 Grad Celsius gemessen.

Hitzewelle in Westeuropa - Erstmals in Deutschland über 40 Grad im Juni gemessen
Der Deutsche Wetterdienst veröffentlichte Warnungen vor extremer Hitze für den Westen und Südwesten Deutschlands. In Saarbrücken erreichten die Temperaturen demnach 40,9 Grad. Auch an anderen Orten erreichten die Temperaturen über 40 Grad, etwa in Bad Kreuznach und Trier. Nach Angaben des DWD war es an 147 Wetterstationien so heiß wie noch nie an einem Junitag.
Am Wochenende soll sich die starke Wärmebelastung auf ganz Deutschland ausbreiten. Vielerorts wurden Veranstaltungen wegen der Hitze abgesagt. Die Deutsche Bahn erwartet Störungen im Zugbetrieb und rät von Reisen ab.

Hochdruckgebiet schließt heiße Luft ein

Die ​Hitzewelle wird Meteorologen des Reuters Climate Monitor zufolge durch eine sogenannte Omega-Wetterlage verursacht. Dabei schließt ein Hochdruckgebiet, dessen Form dem griechischen Buchstaben Omega ähnelt, heiße Luft ‌über einen längeren Zeitraum in einer ⁠Region ein.

Schutz vor Hitze als Aufgabe für Städte und Kommunen

Um die Menschen in Deutschland vor den Folgen solcher Hitzewellen zu schützen, sieht die stellvertretende Vorsitzende der Klima-Union von CDU und CSU, Winter, vor allem Kommunen und Länder in der Verantwortung. Winter, die auch Fraktionschefin ihrer Partei in der Bremer Bürgerschaft ist, sagte im Deutschlandfunk, jede Stadt habe andere Bedingungen, daher seien lokale Lösungen wichtig.
Konkret gehe es dabei um Maßnahmen wie die Einrichtung von Trinkwasserbrunnen, die Begrünung von Städten und die Anpassung von Infrastruktur. Den Ländern stehe dafür bereits Geld zur Verfügung, unter anderem aus dem Sondervermögen für Infrastruktur.

Marburger Bund kritisiert mangelnden Hitzeschutz in Krankenhäusern

Der Ärzteverband Marburger Bund kritisiert mangelnden Hitzeschutz in Krankenhäusern. Die Vorsitzende Johna sagte dem ZDF, nur ein Drittel der Kliniken habe klimatisierte Patientenzimmer. Klare Vorgaben gebe es lediglich für Operationsbereiche oder die Radiologie, weil die Geräte die Hitze nicht aushielten. Johna forderte Politik, Architekten und Klinikbetreiber auf, bei der Gebäudeplanung stärker Hitzewellen zu berücksichtigen.
Selbst bei Neubauten werde manchmal auf eine Außenbeschattung verzichtet, weil das Design höher gewichtet werde. Für Patienten sei die Hitze sehr belastend und auch eine Gefahr, betonte die Vorsitzende des Marburger Bunds. In Hitzewellen stürben Menschen häufiger - das sei auch im Krankenhaus der Fall.

Extreme Hitze auch in Niederlanden, Großbritannien und Frankreich

Auch in anderen Ländern hat die Hitzewelle erhebliche Auswirkungen. In den Niederlanden gab das Wetterinstitut KNMI für fast das gesamte Land die seltene rote Warnstufe heraus. Mit 38 Grad in Basel hat die Schweiz die höchste jemals im Monat Juni gemessene Temperatur verzeichnet. In Großbritannien meldete die nationale Wetterbehörde mit 36,4 Grad in der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands einen neuen Rekord.
Auch die Behörden in Frankreich reagierten mit weitreichenden Maßnahmen auf die Wetterlage. Premierminister Lecornu aktivierte die höchste Stufe der Mobilisierung im Gesundheitswesen. Rund 13.500 Schulen blieben ‌in Frankreich geschlossen oder stellten auf Sonderpläne um. In mehreren Orten im Umland von Paris wird das Trinkwasser knapp: Die Bewohner von neun Dörfern im Département Val d'Oise sollten vorerst mit Plastikflaschen versorgt werden, hieß es. In Paris gilt aktuell ein Alkoholverbot, um die Krankenhäuser zu entlasten. In mehreren Regionen Italiens wurde das Arbeiten im Freien während der heißesten Stunden des Tages verboten.

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Diese Nachricht wurde am 26.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.