Dlf 06.10.2026
14:41 Uhr

Sachsen-Anhalt - AfD-Politiker Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt, auch Vizeposten geht an die AfD


Der AfD-Politiker Rausch ist zum Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt gewählt worden. Er erhielt in geheimer Wahl 48 Stimmen. Es gab 29 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Damit votierten neun Abgeordnete mehr für ihn, als seine Partei Mandate hat. Das BSW, das über fünf Mandate verfügt, hatte angekündigt, Rausch zu wählen.

Sachsen-Anhalt - AfD-Politiker Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt, auch Vizeposten geht an die AfD
Als Pressesprecherin Donald Trumps behandelte Karoline Leavitt Journalisten wie dumme Jungs und Mädchen.
Kylie Cooper/REUTERS
Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass ein Politiker einer als rechtsextrem eingestuften Partei das Amt eines Parlamentspräsidenten bekleidet.

Rausch für offeneren Umgang mit AfD

Der neugewählte Landtagspräsident sprach sich für einen offeneren Umgang mit seiner Partei ausgesprochen. Die Zeiten der politischen Brandmauern sollten der Vergangenheit angehören, sagte der 35-Jährige im Landtag in Magdeburg. Rausch sicherte in seiner Rede zu, er wolle sein Amt überparteilich führen und Sachpolitik über Parteipolitik stellen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Sziborra-Seidlitz, sagte, ihre Partei werde sich nicht einschüchtern lassen und entschieden die Freiheit und die Menschenwürde in Sachsen-Anhalt verteidigen.

Umstrittener AfD-Rechtsaußen wird Vize-Landtagspräsident

Am Nachmittag wurde dann deutlich, dass die AfD neben dem Parlamentspräsidenten auch einen Vizepräsidenten stellen wird. Der Abgeordnete Tillschneider erhielt im ersten Wahlgang 44 Ja-Stimmen, 38 Abgeordnete stimmten mit Nein. Es gab keine Enthaltungen. Damit galt zugleich der Landtag als konstituiert. Der Islamwissenschaftler Tillschneider ist stellvertretender Landes- und Fraktionsvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt. In der Vergangenheit hatte Tillschneider immer wieder mit Provokationen für Aufsehen im Magdeburger Parlament gesorgt. Auch seine Nähe zu Russland rief mehrfach Kritik hervor.
Zum Auftakt der konstituierenden Sitzung hatte Alterspräsidentin von Angern an die Verantwortung der Abgeordneten für Demokratie und Minderheitenschutz appelliert. In ihrer Eröffnungsrede warnte sie vor einer Verrohung der politischen Debatte. Die Linken-Politikerin äußerte Kritik am Wahlsieger AfD und an den parlamentarischen Umgangsformen der vergangenen Jahre. Politische Gegner würden entmenschlicht und niedergebrüllt.
Vor dem Landtag in Magdeburg demonstrierten Hunderte Menschen gegen die AfD.
Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.