Dlf 13.09.2026
23:51 Uhr

Türkei - Landesweite Razzien und zahlreiche Festnahmen bei LGBTQ-Vereinen


In der Türkei sind bei landesweiten Razzien gegen LGBTQ-Vereine zahlreiche Menschen festgenommen worden. Durchsuchungen gab es unter anderem in Ankara, Istanbul und Izmir. Justizminister Gürlek erklärte auf der Plattform X, es seien Verfahren gegen 162 Verdächtige, neun Organisationen und 13 Unternehmen eingeleitet worden. Kritik kam von der EU.

Türkei - Landesweite Razzien und zahlreiche Festnahmen bei LGBTQ-Vereinen
Nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu werden den Betroffenen unter anderem Prostitution und Verstöße gegen die Sittlichkeit vorgeworfen. In einer Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es demzufolge, es seien Beweise gefunden worden, dass durch die Vereine Minderjährige in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung und ihre Geschlechtsidentität beeinflusst würden.
Der Türkei-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Sánchez Amor, verurteilte ‌die Festnahmen. Er erklärte auf X, die -"Durchsetzung einer moralischen Agenda" sei eine eklatante Verletzung der Grundrechte. - Die LGBTQ-Gemeinschaft steht öfter im Visier der türkischen Behörden. Erst im Juni wurden Dutzende Konten bei X in Verbindung mit queeren Organisationen gesperrt.
Diese Nachricht wurde am 14.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.