Dlf 24.07.2026
02:25 Uhr

USA - Trump verhängt neue Zölle gegen 60 Länder - deutsche Wirtschaft reagiert mit Unverständnis


US-Präsident Trump hat neue Zölle auf Importe aus 60 Ländern verhängt. Die Aufschläge von 10 bis 12,5 Prozent traten um sechs Uhr deutscher Zeit in Kraft. Sie schließen nahtlos an bislang bestehende Zölle an, die heute auslaufen.

USA - Trump verhängt neue Zölle gegen 60 Länder - deutsche Wirtschaft reagiert mit Unverständnis
Offiziell begründet wurden sie damit, dass die betreffenden Länder nur unzureichend gegen Zwangsarbeit vorgehen. Dass Trump eine neue Zoll-Begründung liefert, war erwartet worden. So kann die Regierung das gleiche Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragrafen neue Zölle zu verhängen. Das Gesetz erlaubt die Erhebung einer Abgabe nur für maximal 150 Tage. Danach müsste das US-Parlament zustimmen.
Für die Europäische Union greift nach Angaben aus dem Weißen Haus künftig ein allgemeiner Satz von 10 Prozent. Gleiches gilt etwa für Großbritannien oder Kanada. Gegen Länder wie China oder Japan verhängen die USA dagegen den höheren Satz von 12,5 Prozent. Für Produkte etwa aus Stahl und Aluminium gelten weiter höhere sektorspezifische Zölle.

Reaktion von der EU

Die EU-Außenbeauftragte Kallas kritisierte die Begründung für die angekündigten Zölle. Sie sagte der Nachrichtenagentur Reuters, diese Argumentation ergebe keinen Sinn. Vergleiche man die Arbeitsrechte innerhalb der EU mit jenen der USA, stelle sich Trumps Begründung als wenig fundiert heraus. Die EU-Außenbeauftragte bezeichnete die Zölle aus EU-Sicht als Schock.

Deutsche Wirtschaft reagiert mit Unverständnis

Mit Blick auf die Begründung von Trump sagte der Präsident des Handelsverbandes BGA, Jandura, der Kampf ​gegen Zwangsarbeit dürfe nicht als Vorwand dienen, um längst geplanten Protektionismus nachträglich zu rechtfertigen. Zudem habe die EU ein umfassendes Verbot ‌von Produkten aus Zwangsarbeit beschlossen. Jandura sprach von einem Zolldschungel. Getroffen würden Unternehmen, die mit den erhobenen Vorwürfen nichts zu tun hätten.
Diese Nachricht wurde am 24.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.