FAZ 15.08.2026
09:52 Uhr

(+) Eva Menasses „Alleinruhelage“: Der ländliche Haussegen hängt schief


Eva Menasses neuer Roman „Alleinruhelage“ erzählt vom Bemühen einer Schriftstellerin, für sich und ihre Familie ein Wochenendhaus in idyllischer Umgebung zu unterhalten. Nicht alles bleibt dabei idyllisch.

(+) Eva Menasses „Alleinruhelage“: Der ländliche Haussegen hängt schief

„Haus, ich verkaufe dich“ – dieser erste Satz von Eva Menasses neuem Roman ist der Anfang vom Ende einer langen Beziehung. Die Erzählerin hat es schon zweimal versucht. Das Haus war immer stärker. Nun aber, wo sie mit Hilfe von zwei zupackenden Polen, die keine Gnade mit Bausubstanz und Gartenpflanzen kennen, zur „selbstbewussten Hausbesitzerin“ geworden ist, wo sie sich das Haus endlich zu eigen gemacht und mit ihren unfreundlichen Nachbarn ebenso umzugehen gelernt hat wie mit Wühlmäusen und Maulwürfen, wo Mann und Kinder woanders und mit anderen leben und die Affäre mit dem jüngsten Liebhaber zu Ende ist, nun soll es endlich so weit sein: „Ich muss noch einmal aufbrechen.“

Wim Wenders hat zugesagt, die Nacktszene mit Nastassja Kinski aus dem Film „Falsche Bewegung“ herauszuschneiden. Das ist ein Mittel des analogen Zeitalters. Auch eine digitale Bearbeitung wäre möglich gewesen.

Abgeschoben in die Psychiatrie, ohne dass sich die Familie daran groß störte: Adèle Yon erzählt in „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ die Geschichte ihrer Großmutter.

Boris Schumatsky erzählt in seinem neuen Roman „Die Seine fließt ins Schwarze Meer“ von einer sowjetischen Kindheit in Moskau, dem Paris von Paul Celan und der Berliner Gegenwart von Krieg und Antisemitismus.