FAZ 19.09.2026
21:17 Uhr

(+) Merz in der Klemme: Wir sitzen in der Tinte


Mehr Emotionen wagen? Und mehr Optimismus verbreiten? Gute Idee. Nur müssten wir uns erst einmal eingestehen, wie tief die Krise ist, in der das Land steckt.

(+) Merz in der Klemme: Wir sitzen in der Tinte

Wenn es Friedrich Merz nicht gäbe, man müsste ihn erfinden. Darauf, dass er einen schlechten Job macht, können sich alle einigen, von der AfD über größere Teile der CDU bis hin zu SPD und Linkspartei, selbst die FDP auf ihrem Totenbett röchelt mit letzter Kraft: Er kann es einfach nicht. Und aus dem Volk, das sonst gern uneins ist mit seinen Politikern, schallt es via Umfragen nahezu unisono zurück: Jawohl, er ist der falsche Mann. Für dieses Ping-Pong-Spiel kommen dann von der Medientribüne noch jede Menge Anfeuerungsrufe.

Merz macht Fehler. Wer würde in dieser Lage keine machen? Mit etwas gutem Willen könnte man staunen, wie viele Fehler er nicht macht.

Der Bund wollte private Investoren an Infrastrukturprojekten beteiligen. Eineinhalb Jahre später ist davon offenbar nichts übrig.

Die Schweizer Wirtschaft wächst, Deutschland wird nach unten durchgereicht. Woran das liegt: In der Schweiz hat der Bürger das letzte Wort.

Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

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