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01.10.2026
22:32 Uhr
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Warum ziehen Naturliebhaber eigentlich immer aufs Land? David Bröderbauer findet Leben an scheinbar lebensfeindlichen Orten und preist die Fülle des städtischen Ökosystems – am Beispiel der Brache.

Die Idee von „unberührter Natur“ ist tief in historischen, ästhetischen und politischen Narrativen verwurzelt und häufig Ausdruck einer romantisierten Sichtweise. Sie blendet die jahrtausendelange Präsenz von Menschen und das damit einhergehende Management von Landschaften aus. Früher dachte man etwa, dass dichte Wälder in der gemäßigten Klimazone den natürlichen Zustand der Natur bildeten, bevor der Mensch einen immer größeren Einfluss nahm. Tatsächlich hatten große Pflanzenfresser eine offene Landschaft geschaffen, und erst ihre Ausrottung durch den Menschen ermöglichte die Entwicklung dichter Wälder. Selbst tropische Regenwälder werden inzwischen als Ergebnis langjähriger menschlicher Veränderung, Bewirtschaftung und Umgestaltung gesehen.
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