Eigentlich ist da nichts los auf der Bühne im Neuen Haus des Berliner Ensembles: Ein paar Personen treten nacheinander auf und gehen dann später weg. Dazwischen erzählen sie dem Publikum Dinge aus ihrem Alltag: Enttäuschte Erwartungen, verpasste Chancen, Pech in der Liebe. Wie das Leben so spielt. Und genau mit dieser Vorgabe folgt die Inszenierung des Intendanten Oliver Reese dem Roman „Glücklich die Glücklichen“ von Yasmina Reza. Das Meisterwerk der französischen Autorin ist 2014 auf Deutsch erschienen und besteht aus 21 Monologen: Eine vielstimmige Symphonie der Leidenschaften, die sachlich kaschiert und andante einen Klangraum bildet, den einzig die Höllenfeuer der Gewöhnlichkeit heizen. Es gibt keine Aussicht und keine Hoffnung, nur wechselnd kolorierte Atmosphären aus Schwermut und Wehmut und das eine oder andere Glas Wodka.
