FAZ 06.10.2026
06:20 Uhr

Abzug aus Fairford: Wieder sieht Amerika schwach aus


Der Abzug von amerikanischen Bombern aus Großbritannien zeigt, wie wenig es braucht, um die Bündnisvormacht der NATO in die Defensive zu drängen.

Abzug aus Fairford: Wieder sieht Amerika schwach aus

Auch das ist eine Form der asymmetrischen Kriegsführung: Die Weltmacht Amerika muss Bomber von einem britischen Luftwaffenstützpunkt abziehen, weil sie dort offenbar nicht mehr ausreichend sicher sind. Da vermutet wird, dass Iran hinter einem vereitelten Anschlagsplan auf den Stützpunkt steckt, hätte Teheran einen kleinen taktischen Erfolg im Ringen mit Trump zu verzeichnen. Die Rückverlegung der Bomber in die Vereinigten Staaten verlängert die Flugzeit an den Golf. Das Drehbuch kennt man auch in Moskau Weit wichtiger dürfte allerdings die psychologische Wirkung des Vorgangs sein. Wieder muss Trump zurückweichen, wieder sieht Amerika schwach aus. Man kann ein NATO-Mitglied, hier sogar die nuklear bewaffnete Bündnisvormacht, in die Defensive drängen, indem man einen einzigen Flughafen mit sechs Leuten ins Visier nimmt, das ist die bittere Botschaft von Fairford. Dieses Drehbuch kennt man auch in Moskau, siehe Leipziger Flughafen. Trump hat sich selbst in diese Lage gebracht, aber den Schaden hat der gesamte Westen. Der Präsident hat die Schwächen Amerikas sichtbar gemacht wie zuletzt nur George W. Bush. Zur politischen Ermattung, Stichwort Umfragen, kommt nun auch die militärische von Munitionsmangel bis zu ausfallenden Stützpunkten. Das untergräbt die amerikanische Abschreckung, auf der die Sicherheit in Europa wie in Asien immer noch beruht.