FAZ 28.09.2026
12:01 Uhr

Bakterien im Trinkwasser: Wiesbadener Wasser weiterhin belastet


Im Wiesbadener Trinkwasser ist das Bakterium Pseudomonas aeruginosa gefunden worden. Es wird umgangssprachlich auch als Krankenhauskeim bezeichnet, weil es zu Infektionen von frischen Wunden führen kann.

Bakterien im Trinkwasser: Wiesbadener Wasser weiterhin belastet

In Wiesbaden muss das Trinkwasser weiterhin abgekocht werden, bevor es  getrunken oder zur Zubereitung von Speisen verwendet wird. Das hat das Gesundheitsamt am Montag auf Nachfrage mitgeteilt. Bislang konnte bei Kontrollen nach dem Spülen der Leitungen noch keine Besserung festgestellt werden. Im Verlauf des Montags waren weitere Kontrollen geplant, deren Ergebnisse dann aber erst ausgewertet werden müssen. Den Angaben zufolge ist das Bakterium Pseudomonas aeruginosa nicht durch ein einmaliges Spülen des Leitungssystems zu beseitigen. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung gilt das Bakterium als heikler „Krankenhauskeim und Lebensmittelverderber“, der gegen viele Antibiotika resistent ist. In Kliniken ruft das Bakterium beispielsweise Wund- und Harnwegsinfektionen, Lungenentzündungen und Blutvergiftungen hervor. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gelten als gefährdet. Geschwächte Menschen besondere gefährdet Das Abkochgebot gilt vor allem in der näheren Umgebung des Wiesbadener Kurhauses und im historischen Fünfeck und in weiteren Teilen der Kernstadt. Dazu zählt etwa auch das Areal rund um die Sonnenberger Straße bis zur Dietenmühle. Auch die Taunusstraße und die nördlich angrenzenden Areale sind betroffen und das Gebiet nördlich der Frankfurter Straße bis zur Beethovenstraße. Zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen sollte Leitungswasser laut Gesundheitsamt erst verwendet werden, nachdem es sprudelnd aufgekocht und mindestens zehn Minuten abgekühlt ist. Menschen mit einem besonders empfindlichen Gesundheitszustand sollten demnach auch zum Händewaschen und zur Körperpflege ausschließlich abgekochtes Wasser nutzen. Weitere Informationen finden sich im Internet unter https://www.wiesbaden.de/krisenfall.