Die belgische Feuerwehr ist entschlossen, den Großbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn vollständig unter Kontrolle zu bringen. Am Dienstag hieß es von den Einsatzkräften, dies sei der entscheidende Tag. Den rund 500 Feuerwehrleuten sei es wegen der schwierigen Bedingungen anders als erhofft nicht schon am Montag gelungen, den Ring um die betroffene Fläche von Nordosten her komplett zu schließen. Nun sei der Regen sehr hilfreich. Auch breite sich das Feuer, wenn überhaupt, nur noch langsam in Richtung der Grenze zu Deutschland aus. Weil jedoch auch viel Wind angekündigt sei, bleibe unklar, ob weiterhin Löschflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt werden könnten. Bei dem Feuer in dem Naturschutzgebiet an der Grenze zu Deutschland handelt es sich um den größten Waldbrand in Belgien seit dem Jahr 1911. Der Brand im von teilweise trockengelegten Torfmooren und Kiefernwäldern geprägten Hohen Venn hat seit Freitag bereits auf einer Fläche von rund 3000 Hektar Vegetation vernichtet. Das ist in etwa doppelt so viel wie die Fläche der Kölner Altstadt. „Großräumige Geruchslage“ Die durch die stark qualmenden Schwelbrände im torfigen Boden entstehenden Rauchwolken waren derweil auch bis in die rund 100 Kilometer entfernte Stadt gezogen. Die Kölner Feuerwehr rief am Dienstag eine „großräumige Geruchslage“ im Stadtgebiet aus, versicherte den Bürgern jedoch zugleich, es drohe keine Gefahr. Auch aus Düsseldorf und Wuppertal gab es Berichte über Brandgeruch. Die nur gut zwei Kilometer vom Brand entfernte Stadt Monschau in der Eifel rief ihre Bürger auf, in geschlossenen Räumen zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mitarbeiter der Müllabfuhr benutzten wegen der starken Rauchbelästigung Atemschutzmasken. Monschau liegt an der Grenze zu Belgien. Am Sonntagabend hatte sich das Feuer so weit deutschem Gebiet genähert, dass im Ortsteil Kalterherberg rund 30 Einwohner aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen mussten. Weitere Evakuierungen waren zunächst nicht geplant. Auf belgischer Seite konnten die Einwohner des Dorfes Sourbrodt in der Gemeinde Weismes am Montagabend in ihre Häuser zurückkehren. Für Teile der Gemeinde Bütgenbach galt die Evakuierungsanordnung allerdings zunächst weiter.
