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12.03.2026
08:33 Uhr
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RWE will in den USA Gaskraftwerke bauen +++ BMW schlägt sich besser als VW, Porsche & Co. +++ Zalando wächst und kauft Aktien zurück +++ Kartell-Rekordbuße für Strabag +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

VIG verteidigt WachstumskursÖsterreichs führende Versicherung Vienna Insurance Group (VIG) bilanziert mit Gewinnsprung. Die verrechneten Prämien stiegen im vergangenen Jahr um 7,1 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um fast ein Drittel auf 1,16 Milliarden Euro, teilte der börsennotierte Versicherer am Donnerstag mit. Entsprechend wird den Aktionären der Assekuranz eine um zwölf Prozent höhere Dividende von 1,73 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Auch für das laufende Jahr und die nächsten ist das Management zuversichtlich. Besonders floriert das Geschäft in Osteuropa, wo VIG zu den führenden Anbietern gehört. Der endgültige Übertrag des Grundkapitals und der Stimmrichte im Zusammenhang mit dem Kauf der Nürnberger Versicherung, soll zu Beginn des zweiten Halbjahres erfolgen. Das Ergebnis vor Steuern dürfte bei 1,3 Milliarden liegen und bis 2028 auf auf 1,5 Milliarden klettern - ohne Berücksichtigung der Nürnberger Übernahme.
Hannover Rück zahlt deutlich mehr DividendeDer weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach seinem Rekordgewinn 2025 eine noch höhere Dividende ausschütten. Je Aktie soll es 12,50 Euro geben, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag anlässlich seines Geschäftsberichts mit. Analysten hatten im Schnitt 11,92 Euro erwartet. Für 2024 hatte der Rückversicherer insgesamt 9 Euro ausgezahlt, damals noch aufgeteilt in eine reguläre und eine Sonderdividende.Nun brach die Hannover Rück mit ihrer langen Tradition, neben einer regulären Dividende fast in jedem Jahr eine Sonderdividende auszuschütten. Ab sofort sollen rund 55 Prozent des Konzerngewinns (nach IFRS) als Dividende an die Aktionäre gehen, wie die Konzernführung bereits im Herbst entschieden hatte.Im vergangenen Jahr fuhr die Hannover Rück trotz der verheerenden Waldbrände in Kalifornien einen Rekordgewinn ein. Der Überschuss stieg um mehr als 13 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro, wie der Konzern schon im Februar auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt hatte. Für 2026 peilt Vorstandschef Clemens Jungsthöfel weiterhin mindestens 2,7 Milliarden Euro an, obwohl der Konzern im Schaden- und Unfallgeschäft zum 1. Januar einen weiteren Preisrückgang hinnehmen musste.
Zalando wächst und kauft Aktien zurückDer Onlinemodekonzern Zalando ist nach der Übernahme des Konkurrenten About You im vergangenen Jahr kräftig gewachsen und hat ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Der Konzernumsatz stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 16,8 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 15,6 Prozent auf 591 Millionen Euro zu. Die Zahl aktiver Kunden über die Plattformen Zalando und About You wuchs auf einen Rekordwert von 62 Millionen an.Für 2026 erwartet Zalando ein Umsatzwachstum zwischen 12 und 17 Prozent. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll auf 660 bis 740 steigen. Das Ziel von 100 Millionen Euro an Synergien pro Jahr aus der Übernahme von About You werde nun schon 2028 erreicht, ein Jahr früher als ursprünglich geplant, teilte Zalando mit.Zalando kauft zudem eigene Aktien im Volumen von bis zu 300 Millionen Euro zurück. Diese würden anschließend eingezogen. Der Berliner Konzern war vor Kurzem wegen der schwachen Entwicklung seines Aktienkurses fast aus dem Dax geflogen. Seit Beginn des Jahres haben die Papiere mehr als 18 Prozent verloren.
RWE will in den USA Gaskraftwerke bauenDeutschlands größter Energiekonzern RWE hat sich zum Ziel gesetzt, in den Vereinigten Staaten stärker zu wachsen – und zwar nicht länger allein mit Erneuerbaren Energien. Vielmehr möchte das Unternehmen in den USA künftig neue Gaskraftwerke bauen, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns vom Donnerstag. Bis 2031 möchte RWE demnach netto 35 Milliarden Euro investieren, rund 17 Milliarden Euro davon in den USA. Die bisherigen Investitionspläne des Konzerns hatten in der Zeitspanne 2025 bis 2030 ebenfalls bei 35 Milliarden Euro gelegen. Darüber hinaus erhöht das in Essen ansässige Unternehmen seine mittelfristigen Gewinnziele und möchte seine Aktionäre auch stärker an den Gewinnen beteiligen. „Unser bereinigtes Ergebnis je Aktie wird bis 2031 von heute 2,48 Euro auf 4,40 Euro je Aktie wachsen“, sagte RWE-Chef Markus Krebber am Donnerstag laut einer Mitteilung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Konzern einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 5,09 Milliarden Euro erzielt. Das war im Vergleich zu 2024 ein Rückgang. Damals hatte das bereinigte Ebitda bei rund 5,68 Milliarden Euro gelegen. RWE erhöht gleichwohl seinen Dividendenvorschlag von 1,10 Euro je Aktie im Vorjahr auf nun 1,20 Euro. Zudem peilt der Konzern künftig eine Steigerung der Dividende um 10 Prozent jährlich an.
BMW schlägt sich besser als VW, Porsche & Co.Einen Autohersteller, der in diesen turbulenten Zeiten seine Dividendenausschüttung ziemlich konstant hält, findet man nicht oft. Bei BMW sollen die Aktionäre künftig 4,40 Euro je Aktie erhalten, nach 4,30 Euro im Jahr zuvor. Basis dafür ist der Gewinn aus dem vergangenen Geschäftsjahr, über den Vorstandschef Oliver Zipse an diesem Donnerstag berichtet: Demnach hat der Münchner Dax-Konzern einen Jahresüberschuss von 7,45 Milliarden Euro erzielt. Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz schrumpfte um 6,3 Prozent auf 133,45 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wiederum fiel um 11,5 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro und die operative Ergebnismarge lag bei 5,3 Prozent, ein Rückgang um einen Prozentpunkt. Vordergründig reiht sich das BMW-Zahlenwerk ein in die mauen Bilanzen der Konkurrenz. Aber die Minuszeichen bei BMW fallen deutlich niedriger aus als bei Volkswagen, Porsche oder Mercedes – sie liegen nur im einstelligen, nicht im zweistelligen Bereich. Damit stehen die Münchner, die gern eine Ausnahmestellung für sich in Anspruch genommen haben, besser da als die Kollegen in Wolfsburg und Stuttgart.Von dem nominellen Anstieg der Dividende bei niedrigerer Aktienanzahl profitieren vor allem die Erben der Eigentümerfamilie Quandt, Stefan Quandt und seine Schwester Susanne Klatten.
Kartell-Rekordbuße für StrabagDer österreichische Baukonzern Strabag muss eine Kartellstrafe von 146 Millionen Euro bezahlen. Es ist die mit Abstand höchste je in Österreich verhängte Kartellbuße. Dazu kam es, weil in einem entsprechenden Verfahren bereits eine Buße in zweistelliger Höhe ausgesprochen wurde. Diese wurde nun auf Antrag der Bundeswettbewerbsbehörde verdreifacht. Nach einem Entscheid des Obersten Gerichtshofes (OGH) 2023 wurde ein Kartellverfahren gegen Österreichs Branchenprimus trotz bereits verhängter Millionenstrafe neu aufgerollt. Mit dem Baukartell habe man das größte Kartell der zweiten Republik aufgedeckt, sagte die Generaldirektorin der BWB, Natalie Harsdorf, nach der Gerichtsverhandlung. Mehr als 20 Anbieter waren einbezogen. Die verhängten Kartellstrafen belaufen sich auf knapp 300 Millionen Euro.Strabag akzeptierte den erhöhten Geldbuße-Antrag der BWB am Mittwoch vor dem Wiener Kartellgericht. Trotz der Erhöhung der Geldbuße hält das auch zur Riege der großen Baukonzerne in Europa gehörende Unternehmen an den Ergebnis-Prognosen für 2025 und 2026 fest. Die Strabag-Aktie notierte am Mittwochnachmittag nach Verkündung der Kartellstrafe unverändert bei 90 Euro.Das aufgedeckte Kartell betraf nach Angaben der Wettbewerbshüter tausende Bauprojekte im Bereich Hoch- und Tiefbau in ganz Österreich, unter anderem im Straßenbau. Geschädigt wurden sowohl öffentliche als auch private Auftraggeber. Aufgeflogen war das Kartell 2016, als bei einem Kärntner Anbieter – späterer Kronzeuge – ein Ordner mit Aufzeichnungen gefunden wurde.
Biontech-Vorstand verkauft AktienBiontech-Vorstand Sierk Poetting hat einen Tag nach dem angekündigten Rückzug der Gründer den Verkauf von Aktien im Wert von fast 12,6 Millionen Dollar angemeldet. In einer Eingabe an die amerikanische Börsenaufsicht SEC nannte er diesen Mittwoch als voraussichtlichen Tag des Verkaufs von 150.000 Biontech-Aktien. Poetting ist als Insider zu einer solchen Ankündigung verpflichtet. Der ehemalige Novartis-Manager ist im Biontech-Vorstand als Chief Operating Officer für das Tagesgeschäft zuständig, sein Vertrag läuft dieses Jahr aus. Der Verkauf sendet kein optimistisches Signal an die Biontech-Aktionäre, die am Vortag einen Kursrutsch von bis zu 20 Prozent hinnehmen mussten. Die beiden Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci hatten für die Öffentlichkeit überraschend ihren Rückzug aus der Biontech-Führung angekündigt, um nochmals ein neues – ihr drittes – Unternehmen zu gründen und ihren Fokus wieder auf die medizinische Forschung zu verlegen. Sie wollen das Unternehmen Ende des Jahres verlassen.
BGH: Beim Verkauf von E-Zigaretten gilt strenger Jugendschutz Versandhändler, die unbefüllte Ersatztanks für elektronische Zigaretten oder Vapes verkaufen, müssen den Jugendschutz beachten. Das hat der Bundesgerichtshof am Mittwochvormittag mit einem Urteil bestätigt. Da Ersatztanks für elektronische Zigaretten allein dazu bestimmt und geeignet sind, zum Konsum von E-Liquids in elektronischen Zigaretten verwendet zu werden, geht nach Ansicht des ersten Zivilsenats in Karlsruhe auch dann eine Gesundheitsgefahr für Kinder und Jugendliche aus, wenn sie nicht befüllt sind. Daher werden auch noch nicht befüllte Ersatztanks von dem Abgabeverbot an Kinder und Jugendliche erfasst (Az. I ZR 106/25). Im Jugendschutzgesetz steht, dass Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse in Geschäften und im Versandhandel nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden dürfen. Das gilt explizit „auch für nikotinfreie Erzeugnisse, wie elektronische Zigaretten oder elektronische Shishas, in denen Flüssigkeit durch ein elektronisches Heizelement verdampft und die entstehenden Aerosole mit dem Mund eingeatmet werden, sowie für deren Behältnisse“. Wie der Branchenverband BfTG auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa angibt, führen Händler bei Onlinebestellungen von E-Zigaretten eine Kontrolle durch. Sie lassen sich zum Beispiel von der Schufa bestätigen, dass der Besteller volljährig ist. Hinzu kommt eine Sichtkontrolle des Paketboten bei der Übergabe an der Haustür, damit zum Beispiel nicht ein minderjähriger Sohn mit Kontodaten seines Vaters bestellt und den Paketboten an der Haustür abfängt. Für beide Dienstleistungen zahlen die E-Zigaretten-Händler Geld. Je nach Bestellung wird ein hoher zweistelliger Cent-Betrag oder ein niedriger einstelliger Euro-Betrag fällig, um den Jugendschutz zu gewährleisten, heißt es vom BfTG. In Karlsruhe stritten zwei Versandhändler über die Reichweite des Jugendschutzes. Die klagende Firma ist Mitglied im BfTG. Dessen Vorsitzender Dustin Dahlmann sagte der dpa vor der Verkündung der BGH-Entscheidung: „Die Altersprüfung beim Online-Versand von unbefüllten Ersatztanks ist ein wichtiger Bestandteil eines effektiven Jugendschutzes.“ Der Einwand, ein unbefüllter Tank sei für sich genommen harmlos, greife zu kurz. „Wenn Jugendliche sich funktionsnotwendige Einzelteile wie Akkuträger, Verdampferköpfe und Tanks ohne Alterskontrolle im Internet zusammenstellen können, wird der Schutzzweck des Jugendschutzgesetzes unterlaufen.“
Neuer BMW-VorstandDer BMW-Aufsichtsrat hat Raymond Wittmann, bisher Leiter Strategie, am Mittwoch zum neuen Produktionsvorstand ernannt. Der 47 Jahre alte Manager tritt die Nachfolge von Milan Nedeljković an, der bekanntlich nach der Hauptversammlung im Mai von Oliver Zipse den Vorstandsvorsitz übernehmen wird. Wittmann ist einer der wenigen „Seiteneinsteiger“ in der Führungsriege des Münchner Konzerns. 2015 kam der promovierte Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik von McKinsey zu BMW, bekleidete sogleich mehrere Führungsfunktionen etwa im Stammwerk München, in der Vertriebsregion Amerika oder als Projektleiter für den Aufbau der neuen Fabrik im mexikanischen San Luis Potosí. Der Produktionsvorstand ist ein wichtiger Posten bei BMW: Vier der letzten fünf Vorstandschefs verantworteten zuvor dieses Ressort.
Uniper beschert dem Bund viele Millionen EuroZum ersten Mal nach vier Jahren möchte der Energiekonzern Uniper, der auch Deutschlands größter Gashändler ist, eine Dividende ausschütten. Damit klingelt vor allem beim Bund die Kasse, denn das Unternehmen wurde 2022 in der Gaskrise zum allergrößten Teil verstaatlicht. 72 Cent je Aktie sollen die Anteilseigner bekommen, nachdem das Unternehmen seine Gewinnziele im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht hat, teilte Uniper am Mittwoch in Düsseldorf mit. In Summe bedeutet das: der Hauptversammlung wird eine Ausschüttung von 300 Millionen Euro vorgeschlagen. Bis Ende 2025 wäre dies noch gar nicht möglich gewesen, da wegen der staatlichen Rettung ein Dividendenverbot galt. Dieses ist aber mittlerweile aufgehoben.\"Die Möglichkeit, wieder Dividenden zahlen zu können, ist ein Zeichen der finanziellen Stabilität und ein wesentlicher Baustein für die Kapitalmarktfähigkeit von Uniper\", lässt sich Konzernchef Michael Lewis in einer Mitteilung zitieren. Zwar habe der Gewinn \"erwartungsgemäß deutlich unter den außergewöhnlich guten Ergebnissen des Vorjahres\" gelegen, teilte Uniper weiter mit. Doch das hatte das Unternehmen schon erwartet und somit seine Prognose erreicht. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 1,1 Milliarden Euro, nach 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Als bereinigten Nettogewinn (Adjusted Net Income) gab Uniper 544 Millionen Euro an, während es im Jahr 2024 noch 1,7 Milliarden Euro gewesen waren.Der deutsche Staat hatte Uniper im Jahr 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aus einer Schieflage gerettet. Damals stoppten plötzlich die Gaslieferungen aus Russland, was das Unternehmen als Importeur heftig traf und eine Kettenreaktion in Richtung der Kunden, etwa vieler deutscher Stadtwerke befürchten ließ. Uniper erhielt eine Milliardenspritze vom Bund, dieser wurde auch Mehrheitseigentümer. Auflage der EU-Kommission ist aber, dass der deutsche Staat sich bis Ende 2028 wieder von seiner Mehrheit trennt und dann nur noch maximal 25 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen halten darf.
Porsche meldet drastischen Gewinneinbruch von mehr als 90 ProzentDas Debakel im China-Geschäft und milliardenhohe Belastungen durch den Strategieschwenk haben den Gewinn des Sportwagenherstellers Porsche stark sinken lassen. Wie das baden-württembergische Traditionsunternehmen am Mittwoch mitteilte, betrug der operative Gewinn (Ebit) im vergangenen Jahr nur noch 413 Millionen Euro nach knapp 5,6 Milliarden Euro im Jahr davor. Das ist ein Minus von 92,7 Prozent. Nur mit dem Verkauf von Autos – also ohne Finanzdienstleistungen – hat Porsche sogar nur noch 90 Millionen Euro verdient. Der Umsatz ging um 9,5 Prozent auf nun 36,3 Milliarden Euro zurück. Die operative Umsatzrendite beträgt damit 1,1 Prozent (Vorjahr 14,1 Prozent). Grund für das schlechte Ergebnis ist vor allem die teure Neuausrichtung der Modellpalette, nachdem das Unternehmen im September verkündet hatte, wieder verstärkt auf Autos mit Verbrenner zu setzen, weil Porsche den Hochlauf der Elektromobilität falsch eingeschätzt hatte. Hinzu kommen Aufwendungen für ein erstes Sparpaket, im Zuge dessen das Unternehmen plant, rund 4000 Stellen abzubauen, sowie Kosten für die Aufgabe einer eigenen Batteriezellfertigung in Kirchentellinsfurt bei Tübingen. Ein zweites Sparpaket ist angekündigt, die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sind allerdings noch ausgesetzt, weil der neue Vorstandsvorsitzende Michael Leiters noch die künftige Strategie für Porsche erarbeitet. Der frühere McLaren-Chef hatte den Posten Anfang des Jahres von Oliver Blume übernommen. Leiters will im Laufe des Vormittags bei der Jahresbilanzpressekonferenz seine Pläne erläutern, es ist der erste öffentliche Auftritt des 54 Jahre alten Managers für Porsche.
Rheinmetall erhöht Dividende kräftigDer Rüstungskonzern Rheinmetall ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um ein Drittel gewachsen, rechnet für 2026 aber damit, noch stärker im Umsatz und Ergebnis zuzulegen. 9,9 Milliarden Euro und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahr hat der Düsseldorfer Dax-Konzern erlöst, für das laufende Geschäftsjahr stellt das Unternehmen einen Konzernumsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro in Aussicht - das wäre ein Wachstum zwischen 40 und 45 Prozent. Das operative Ergebnis kletterte um ein Drittel auf 1,8 Milliarden Euro, was einer Ergebnismarge von 18,5 Prozent entspricht. Im laufenden Geschäftsjahr soll dieser Wert um einen halben Prozentpunkt zulegen.Der Rüstungskonzern profitiert von den anhaltend hohen Ausgaben für Verteidigung. Zum Ende des Jahres 2025 hatte Rheinmetall Aufträge und Rahmenverträge in Höhe von 63,8 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Der Auftragsbestand (Backlog) könne sich bis Jahresende mehr als verdoppeln auf 135 Milliarden Euro. Der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Armin Papperger denkt angesichts zahlreicher Zukäufe - zuletzt wurde NVL, das Marinegeschäft der Lürssen-Werften übernommen - meist in deutlich längeren Zeiträumen. Für 2030 peilt Papperger einen Umsatz von 50 Milliarden Euro an. Erwirtschaftet werden soll das dann von 70.000 Mitarbeitern, was einer Verdopplung zum aktuellen Wert entspricht. Die Aktionäre sollen von der Entwicklung profitieren: So will der Konzern seine Dividende auf 11,50 Euro je Aktie erhöhen, nach 8,10 Euro im Jahr zuvor. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 45,5 Prozent. Der Aktienkurs von Rheinmetall hat sich seit des Ausbruchs des Kriegs in der Ukraine mehr als verzwanzigfacht, alleine im letzten Jahr stieg der Kurs abermals um 43 Prozent auf mehr als 1600 Euro.
Henkel startet verhalten in 2026Der Konsumgüterkonzern Henkel rechnet nach einem von Unsicherheit geprägten Jahr für 2026 mit leicht steigendem Umsatz und Gewinn. Trotzdem bleibt der Vorstandsvorsitzende Carsten Knobel angesichts schwacher Konsumstimmung und belasteter industrieller Nachfrage vorsichtig: \"Mit dem Ende Februar begonnenen Krieg im Nahen Osten haben die Unwägbarkeiten noch einmal deutlich zugenommen\", sagte Knobel. Der Start in das Jahr werde voraussichtlich etwas verhaltener ausfallen, teilte Henkel am Mittwoch zur Vorlage der Jahresbilanz mit.Wechselkurse und ein Verkauf von Handelsmarken im Konsumentengeschäft in den USA lasteten 2025 auf dem Umsatz des Düsseldorfer Unternehmens: So lag der Umsatz mit rund 20,5 Milliarden Euro um 5,1 Prozent unter dem Vorjahreswert, bereinigt um Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufe legte der Umsatz leicht um 0,9 Prozent zu. Das lag vor allem an Preiserhöhungen. Auch für 2026 rechnet Henkel mit einem hohen Preisniveau angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Der Umsatz soll aus eigener Kraft um ein bis drei Prozent zulegen. Die bereinigte Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll zwischen 14,5 und 16 Prozent liegen. Im Geschäftsjahr 2025 stieg dieser Wert von 14,3 auf 14,8 Prozent.Der Hauptversammlung schlägt das Unternehmen vor, die Dividende um 1,5 Prozent auf 2,07 Euro je Vorzugsaktie und 2,05 Euro je Stammaktie zu erhöhen. Damit läge die Ausschüttungsquote unverändert bei 37,9 Prozent und weiterhin am oberen Ende der angestrebten Bandbreite von 30 bis 40 Prozent.
Lufthansa-Piloten streiken am Donnerstag und FreitagDie Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) will die Deutsche Lufthansa noch diese Woche bestreiken. Betroffen seien von deutschen Flughäfen startende Passagier- und Frachtflüge der Lufthansa von Donnerstag, 00.01 Uhr bis Freitag, 23.59 Uhr, wie die VC am Dienstag mitteilte. Bei der Konzerntochtergesellschaft Lufthansa CityLine werde nur am Donnerstag gestreikt. Von den Maßnahmen ausgenommen seien Flüge in den Nahen Osten. Das betreffe die Ziele Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.Hintergrund des Arbeitskampfes seien die ergebnislosen Tarifverhandlungen über die Vergütung bei der CityLine und über die betriebliche Altersversorgung bei der Kernmarke Lufthansa und der Frachtsparte Lufthansa Cargo, teilte die Pilotenvertretung mit„Wir hätten eine weitere Eskalation sehr gerne vermieden“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Aber es liegt weiterhin kein Angebot vor.“ Es helfe nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiere, aber nicht über substanzielle Verbesserungen der Altersversorgung sprechen wolle. Zu konstruktiven Gesprächen sei die VC jederzeit bereit.Mitte Februar hatte die Pilotenvertretung zeitgleich mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO einen Tag lang bei der Lufthansa gestreikt. Das Unternehmen hatte rund 800 Flüge streichen müssen und von fast 100.000 betroffenen Passagieren gesprochen.