FAZ 11.08.2026
08:27 Uhr

Business-Ticker: Tausende Klagen gegen Meta, Tiktok & Co. zugelassen


Lange Laster sollen Logistik über Wasser halten +++ DGB: 64 Milliarden Euro Schaden durch Mindestlohn-Betrug +++ Rheinmetall-Chef spricht über Bedrohungen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Tausende Klagen gegen Meta, Tiktok & Co. zugelassen

RTL peilt für 2026 mehr als 7 Milliarden Euro Umsatz anDer europäische Fernsehkonzern RTL Group erhöht nach der Übernahme von ​Sky Deutschland sein Umsatzziel für 2026. Man erwarte nun 7,1 bis 7,2 (2025: 6,0) ⁠Milliarden Euro Erlöse und damit mehr als bisher mit 6,1 bis 6,2 Milliarden Euro veranschlagt, wie die Bertelsmann-Tochtergesellschaft am Dienstag mitteilte. Sie bekräftigte ihre Prognose für den Betriebsgewinn (Adjusted Ebita) ‌im Gesamtjahr von rund 725 Millionen Euro, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Im ersten Halbjahr kletterte der operative Gewinn demnach von 160 auf 239 Millionen Euro. Der neue Konzernchef Clément Schwebig ‌sprach von einer starken Entwicklung: \"Unser ‌Streaming-Geschäft liefert signifikante Gewinne.“Der Umsatz in den ersten sechs Monaten stieg um 3,9 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Organisch, also bereinigt um Zukäufe wie Sky Deutschland, blieb er stabil. Während die ​linearen TV-Werbeerlöse um vier Prozent auf 977 ⁠Millionen Euro schrumpften, wuchsen die Streaming-Werbeerlöse um gut 27 Prozent auf 299 Millionen Euro. Das Streaming-Segment verbuchte einen Betriebsgewinn ​von 31 Millionen Euro und dürfte im Gesamtjahr rund 100 Millionen Euro beisteuern. Bisher lag die ⁠Prognose für das ‌bereinigte Ebita hier nur bei 25 bis 50 Millionen Euro.Die RTL Group hat die Übernahme von Sky Deutschland vom US-Medienkonzern Comcast am 1. Juni abgeschlossen – mit einer Barzahlung von ⁠65 Millionen ⁠Euro. Comcast kann – abhängig von der Entwicklung der RTL-Aktie – in den nächsten Jahren einen Nachschlag von ⁠bis zu ​377 ⁠Millionen Euro erhalten. RTL will mit dem ​Deal im Konkurrenzkampf mit den US-Schwergewichten Netflix, Disney ‌und Amazon Prime in Deutschland aufholen und binnen drei Jahren 250 Millionen Euro an Synergien heben. ​Dies dürfte auch zu einem spürbaren ​Jobabbau führen. 

Skoda, BYD und Hyundai dominieren Elektroauto-ZulassungenUnter den Autos mit alternativen Antrieben stehen zwei asiatische Hersteller mit auf dem Siegertreppchen. Das zeigen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) über die Neuzulassungen im Juli 2026. Demnach führte das chinesische Modell BYD U Seal mit über 1800 Anmeldungen die Zulassungsstatistik in der Kategorie Hybridantrieb. Insgesamt wurden 30.600 Plug-in-Hybride zugelassen. Der südkoreanische Hyundai Nexo ist die Nummer eins unter den Autos mit Brennstoffzelle. Dafür reichten allerdings nur zwei Neuanmeldungen. Mehr Neuzulassungen gab es in der Kategorie im Juli nicht. Unter den rein elektrisch angetriebenen Autos steht der Skoda Elroq aus dem Volkswagen-Konzern mit 3500 Zulassungen ganz oben. Insgesamt wurden 78.600 Fahrzeuge aus dieser Kategorie zugelassen. Autos mit elektrischem Antrieb haben mit 185.600 Anmeldungen einen hohen Anteil. Insgesamt wurden im Juli 268.000 Autos vom Sportwagen bis zum Wohnmobil zugelassen. 

Piloten und Lufthansa gehen in die Schlichtung Passagiere der Lufthansa müssen vorerst keine weiteren Streiks der Piloten fürchten. Die Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC) gab in einem Rundschreiben an die Mitglieder bekannt, dass man sich mit dem Unternehmen auf ein umfassendes Schlichtungsverfahren geeinigt hat. Es geht dabei um offene Tariffragen in den Flugbetrieben Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings.Die Verhandlungen sollen demnach zusätzlich von einer Mediation begleitet werden. Laut VC enthält die Vereinbarung definierte Ausstiegsmöglichkeiten für beide Seiten. Lufthansa bestätigte eine grundsätzliche Einigung mit der VC, wollte sich aber aufgrund der vereinbarten Vertraulichkeit nicht zu Details äußern.Die VC hat ihre Mitglieder im laufenden Jahr bereits an sieben Tagen zum Streik aufgerufen. Auch während des Festakts zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa fielen hunderte Flüge aus. Das Unternehmen hat die Kosten des Arbeitskampfs auf rund 150 Millionen Euro beziffert. 

Wienerberger mit neuer SpitzeDer langjährige Vorstandsvorsitzende des Baustoffkonzerns Wienerberger, Heimo Scheuch, hat sein Amt aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurückgelegt. Der Aufsichtsrat ernannte den bisherigen Stellvertreter Gerhard Hanke zum interimistischen Nachfolger bei dem weltführenden Ziegelhersteller.Unter Scheuchs Führung, der das Amt seit 2009 bekleidete und insgesamt 30 Jahre im Unternehmen verbrachte, wandelte sich Wienerberger von einem reinen Ziegelhersteller zu einem internationalen Anbieter ökologischer Baumaterial- und Infrastrukturlösungen mit über 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Mercedes-Benz darf Autohäuser verkaufen Mercedes-Benz darf seine Autohäuser in Berlin und Brandenburg nach Ansicht der EU-Kommission an die britische Firma Global Auto Holdings (GAHL) verkaufen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Übernahme der insgesamt sieben konzerneigenen Niederlassungen werfe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf, teilte die Brüsseler Behörde mit. Nach Angaben eines Sprechers von Mercedes-Benz geht es um fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg.In den Niederlassungen des Stuttgarter Dax-Konzerns arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 1.100 Menschen. Die Transaktion soll demnach Ende dieses Jahres vollzogen werden. GAHL führe bereits seit Jahren Betriebe von Mercedes-Benz in Großbritannien und in den USA, hatte Mercedes zu den Plänen im Mai mitgeteilt.Dass Mercedes seine Autohäuser verkaufen will, ist schon seit 2024 bekannt. Betroffen waren nach damaligen Angaben von Mercedes-Benz etwa 8.000 Menschen in Deutschland, die in rund 80 Betrieben beschäftigt waren. Nach Protesten der Beschäftigten verkündete Mercedes im Sommer 2024 eine Einigung mit dem Gesamtbetriebsrat auf wesentliche Eckpunkte für mögliche Betriebsübergänge zu potenziellen Erwerbern. 

Überlange Lastwagen sollen Transport über Wasser haltenWegen der Dürre und des niedrigen Wasserstands in den Flüssen müssen viele Transporte vom Schiff auf die Straße ausweichen. Es drohen Logistikengpässe im Lastwagenverkehr. Der Einzelhandelsverband HDE schlägt vor, überlange Lkw auf den Fernstraßen zu erlauben. Wegen des Fahrermangels müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. „Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, dass das Bundeswirtschaftsministerium die Lang-Lkws endlich dauerhaft zulässt“, fordert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth laut einer Pressemitteilung. Zwei längere Einheiten eines sogenannten Lang-Lkws können laut HDE bis zu drei konventionelle Lkw-Einheiten ersetzen und somit auch den Energie- und Personaleinsatz senken sowie den CO₂-Ausstoß um bis zu 25 Prozent reduzieren. Die Lang-Lkw würden ausschließlich auf Fernverkehrsstraßen fahren und damit in keiner Weise den städtischen Verkehr behindern. Die Waren würden dann aus großen Logistikzentren heraus mit kleineren LKW oder PKW weiter transportiert.Schon am Wochenende hatte der Handelsverband vor Logistikengpässen gewarnt. Waren für den Einzelhandel werden nur zu einem kleinen Teil per Schiff transportiert. Jedoch werde der Platz auf Lastwagen oder Güterwaggons knapp, wenn wegen des niedrigen Wassers in Flüssen vermehrt Transporte auf Straßen und Gleise verlagert werden.

Boni für Bahn-Manager: Pro Bahn mahnt Bilger zu „ehrlicher Pünktlichkeitsbewertung“Nach dem Vorstoß von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für eine Kopplung der Bonuszahlungen für Bahn-Manager an das Erreichen konkreter Ziele hat der Fahrgastverband Pro Bahn den Minister aufgefordert, die Pünktlichkeit von Zügen strenger zu definieren und sich neue Berater zu suchen. Bilger solle die Gelegenheit für eine „ehrliche Pünktlichkeitsbewertung nutzen“, forderte der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Lukas Iffländer laut dem „Tagesspiegel“ (Montag).„Verspätungen zählen ab drei Minuten wie in der Schweiz statt ab sechs Minuten, und ausgefallene Züge gelten als verspätet“, sagte Iffländer. Er warnte, der Minister dürfe sich nicht „austricksen“ lassen. „Minister Bilger wird sich sehr anstrengen müssen, die Boni richtig zu gestalten. Bisher haben die Bahnmanager das Ministerium immer ausgetrickst“, sagte der Chef des Fahrgastverbands. Da ausgefallene Züge nicht als unpünktlich gelten würden, seien einst so viele Halte ausgelassen worden, „bis der Zug auf seiner Rückfahrt wieder pünktlich war“, erklärte er.Der damalige Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla habe „dicke Boni“ kassiert, „als schon klar war, dass das Netz die Generalsanierungen braucht“, sagte der Pro-Bahn-Chef. Er riet Bilger, sich bei der Gestaltung der Boni „von denjenigen beraten lassen, die nicht schon bisher die Bonusgestaltung machen und entsprechende Lücken hinterlassen haben.“ Generell müsse das Bundesverkehrsministerium „mehr auf die Branche und Verbände hören“, sagte der Pro-Bahn-Chef. Angesichts anhaltender Verspätungen bei der Deutschen Bahn hatte Bilger den Druck auf die Führungsebene des Konzerns erhöht und Konsequenzen bei den Vorstandsgehältern angekündigt. \"Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahn-Managern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden“, sagte Bilger der „Bild am Sonntag“. Mit der Bahn sei bis 2029 eine Pünktlichkeit von 70 Prozent vereinbart. 

DGB: 64 Milliarden Euro Schaden durch Mindestlohn-BetrugDie Umgehung des Mindestlohns hat nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds seit 2015 insgesamt rund 64 Milliarden Euro wirtschaftliche Schäden angerichtet. 35 Milliarden Euro davon hätten betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen, die den Mindestlohn nicht in voller Höhe bekommen hätten, heißt es in einer Auswertung des DGB, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 22 Milliarden Euro Verluste entfielen demnach auf die Sozialkassen, an die zu wenig Beiträge gezahlt wurden. Zudem hätten dem Fiskus sieben Milliarden Euro Einkommensteuer gefehlt, hieß es weiter. Der DGB stellt dies in Beziehung zu geplanten Einschnitten bei den Sozialversicherungen. „Ein Teil der Finanzierungslücken geht auf kriminelles Handeln von Arbeitgebern zurück, die ihren gesetzlichen Pflichten nicht nachkommen“, heißt es in der Auswertung.Grundlage sind Auskünfte von Beschäftigten zu Einkommen und Arbeitszeiten in der Langzeitbefragung „Sozioökonomisches Panel“. Daraus ergibt sich laut DGB, dass seit der Einführung des Mindestlohns 2015 durchschnittlich etwa 2 Millionen Beschäftigte pro Jahr zu wenig Lohn erhalten hätten. Im Schnitt fehlten demnach 1,70 bis 2,40 Euro pro Stunde. Daraus errechneten DGB-Experten die Ausfälle für Beschäftigte, Sozial- und Staatskassen pro Jahr.Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 13,90 Euro ist eine allgemeine Untergrenze, die nur in wenigen Ausnahmefällen unterschritten werden darf, etwa bei Praktikanten. Kritiker beklagen illegale Tricks, um den Mindestlohn zu umgehen, so etwa unbezahlte Arbeitszeiten, Abzüge für vermeintliche Kosten oder in der Arbeitszeit nicht schaffbare Vorgaben. Kontrolliert wird die Einhaltung des Mindestlohns durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll. Sie hat im vergangenen Jahr mehr als 50.000 Ordnungswidrigkeiten registriert.

Unternehmer Stihl: 35-Stunden-Woche nicht mehr zeitgemäßDer Unternehmer Nikolas Stihl mahnt rasche Gespräche der Tarifparteien über die Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich in der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland an. Der Aufsichtsratschef des Forst- und Gartengeräteherstellers Stihl sagte in Waiblingen der Deutschen Presse-Agentur: „In den guten Zeiten konnte sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten. Aktuell können wir das nicht mehr. Und die Sozialpartner sollten sich hier ihrer Verantwortung bewusst werden und über das Thema sprechen.“ Er schaue jetzt hier natürlich insbesondere auf die IG Metall, weil sie die Zugeständnisse letztendlich machen müsse. „Aber wenn man nun schon in Richtung 500.000 verlorener Industriearbeitsplätze unterwegs ist, dann sollte man nun wirklich alles tun, um die Blutung zu stoppen.“ Stihl sagte weiter, eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich würde die Arbeitskosten relativ schnell senken. Mitten in der Wirtschaftskrise hatte die Mercedes-Führung eine alte Grundsatzdebatte neu entfacht. Chefaufseher Martin Brudermüller regte in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an – für dasselbe Gehalt. In der deutschen Autoindustrie ist bei den tarifgebundenen Unternehmen die 35-Stunden-Woche Standard - auch bei Mercedes-Benz. Gesetzlich verpflichtend ist sie nicht. Die IG Metall hatte gegen den Vorstoß des Vorstands bei Mercedes-Benz bundesweit zu Protesten bei dem Autobauer aufgerufen.

Weißbier-Pionier: Erdinger-Inhaber Werner Brombach ist totEiner der erfolgreichsten deutschen Bierbrauer ist tot: Werner Brombach, langjähriger Inhaber und Geschäftsführer der Erdinger Weißbräu, sei im Alter von 86 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, teilte das Brauhaus der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuerst hatte der „Münchner Merkur“ berichtet. Brombach hatte sein Unternehmen im vergangenen Jahr in den Besitz einer Familienstiftung überführt.Brombach war 1965 in die von seinem Vater geführte Traditionsbrauerei nordöstlich von München eingestiegen. Sie hatte damals einen Ausstoß von 40.000 Hektoliter pro Jahr. Brombach machte als erster Brauer das bis dato vor allem in Bayern bekannte Weißbier über die Grenzen des Freistaates hinaus bekannt und steigerte den Ausstoß schrittweise auf rund 1,5 Millionen Hektoliter.Mit der Marke Erdinger Weißbräu hatte Brombach auf der Grundlage bayerischer Lebensart eine weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Weißbier-Kultur geschaffen, die in der jüngeren Vergangenheit auch immer stärker durch alkoholfreie Varianten geprägt wurde. Viele Prominente tauchten in den Werbespots von Erdinger auf, darunter Spitzensportler wie Franz Beckenbauer, Thomas Müller oder die Ex-Biathletin Magdalena Neuner.Walter Berizzi, stellvertretender Stiftungsrats-Vorsitzender der Werner-Brombach-Familien-Stiftung würdigte den verstorbenen Unternehmer. „Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit, Pioniergeist und unternehmerischer Weitblick – das zeichnete Werner Brombach aus. Er war national und international ein Sympathieträger, der bis zuletzt die Brauerei führte und sich um die Belange seiner Mitarbeiter kümmerte“. Erdinger Weißbräu wird bis heute ausschließlich am Standort Erding gebraut. Das Bier wird inzwischen in mehr als 100 Länder auf der ganzen Welt exportiert. 

Niedrigwasser: HDE-Chef warnt vor Engpässen im HandelAngesichts der niedrigen Pegelstände an zahlreichen Flüssen in Deutschland warnt ​der Einzelhandel vor drohenden Engpässen. „Der Einzelhandel ist auf eine funktionierende Logistik im ganzen Land ⁠angewiesen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth, der Nachrichtenagentur Reuters. Zwar würden nur sehr wenige Güter, die für den Einzelhandel bestimmt sind, per Schiff transportiert. ‌Bei Ausweichbewegungen von Schiffen hin zu Lkw und Bahn könnten aber Engpässe entstehen, „die dann auch der Einzelhandel zu spüren bekommt.“ Wegen ausbleibender Niederschläge und hoher Temperaturen sind ‌die Pegelstände etwa am Rhein ‌auf rekordniedrige Werte gefallen, weshalb Frachtschiffe nur einen Bruchteil der möglichen Ladung transportieren können.Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. So sei es jetzt höchste Zeit, dass das Bundeswirtschaftsministerium dauerhaft die ​sogenannten Lang-Lkw zulasse und das dafür zulässige ⁠Verkehrsnetz ausgebaut werde, forderte Genth. Zwei längere Einheiten des sogenannten Lang-Lkw können bis zu drei konventionelle Lkw-Einheiten ersetzen und ​somit sowohl den Energie- und Personaleinsatz senken sowie auch den CO₂-Ausstoß um bis zu 25 Prozent reduzieren. „Die ⁠Lang-Lkw verkehren ausschließlich ‌auf Fernverkehrsstraßen und behindern damit in keinster Weise den städtischen Verkehr“, sagte Genth. Die Waren würden dann aus großen Logistikzentren heraus mit kleineren Fahrzeugen weiter verteilt.Die immer wieder zeitlich befristete Sondergenehmigung ⁠für Lang-Lkw ist ⁠dem HDE zufolge zwar verlängert worden. Der Verband fordert aber einen Übergang in den Regelbetrieb. „Die Unternehmen ⁠brauchen Planungs- ​und ⁠damit Investitionssicherheit“, sagte Genth. Der jahrelange Versuchsbetrieb habe ​gezeigt, dass mit Lang-Lkw den Verkehr entlaste. Die Unternehmen können ‌den Betrieb damit nur dann weiter ausbauen, wenn sie sicher sein können, dass sie ​diese Fahrzeuge auch dauerhaft nutzen dürfen. „Dass wir ​dieses Verkehrsmittel brauchen, macht die aktuelle Situation deutlich“, so Genth. 

Rheinmetall-Chef: „Wer einknickt, der gehört nicht in so einen Job“Armin Papperger (63), eine der meist geschützten Persönlichkeiten Deutschlands, lässt sich von möglichen Anschlagsrisiken nicht einschüchtern. „Kneifen gilt nicht in dem Bereich“, sagte der Chef des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall der Deutschen Presse-Agentur. „Die Jobs müssen gemacht werden, und wer einknickt, der gehört nicht in so einen Job.“Papperger steht wegen möglicher russischer Mordpläne seit längerem unter Polizeischutz und hat Personenschützer, die auch in der Düsseldorfer Konzernzentrale stets an seiner Seite sind. Das Schutzniveau für den Rheinmetall-Chef gleicht jenem für den Bundeskanzler.„Es ist bekannt, dass man mein Gartenhäuschen abgebrannt hat und dass es Demonstrationen vor meinem Haus gab“, sagte der Rüstungsmanager. „Wenn das eine Bedrohung ist, ja – dann müsste ich mich vielleicht bedroht fühlen.“ Auf der anderen Seite schütze ihn der Staat so weit, wie es irgendwie möglich sei. „Aber in einem anderen Job hätte ich sicherlich eine geringere Bedrohungslage“, so Papperger. Rheinmetall liefert umfangreich Waffen an die von Russland angegriffene Ukraine und baut dort auch Werke auf.Kürzlich hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Mitarbeiter von Rüstungsunternehmen zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen. Es bestehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen das Ziel von Ausspähungs- und Sabotagehandlungen durch russische staatliche Stellen oder in deren Auftrag würden, hieß es in einem Sicherheitshinweis. Abhängig vom Kriegsverlauf in der Ukraine seien auch gezielte Angriffe gegen einzelne Mitarbeiter – besonders der Leitungsebene – nicht auszuschließen. 

Berkshire Hathaway steigert Gewinn und kauft Aktien zurückDie Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat unter ihrem ​neuen Chef Greg Abel den operativen Gewinn gesteigert. Er legte im zweiten ⁠Quartal um 16 Prozent auf 12,98 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Zugleich wurden die enormen Geldvorräte abgebaut. Im zweiten Quartal wurden ‌eigene Aktien im Wert von 4,5 Milliarden Dollar zurückgekauft. Im Juli kamen weitere 3,3 Milliarden Dollar hinzu.Zudem kaufte Berkshire erstmals seit 14 Quartalen mehr Aktien ‌als es verkaufte. ‌Unter anderem stockte Berkshire seine Beteiligung an der Google-Muttergesellschaft Alphabet um zehn Milliarden Dollar auf. Der Bargeldbestand sank von einem Rekordwert von 380,2 Milliarden Dollar im Vorquartal auf ​364,7 Milliarden Dollar.Für Abel war es ⁠das zweite Quartal an der Spitze des Unternehmens. Er hat den Chefposten von der Investorenlegende Warren ​Buffett übernommen, der weiterhin Verwaltungsratschef ist. Investoren hatten mit Spannung erwartet, ob Abel bei der Kapitalverwaltung ⁠einen anderen ‌Ansatz als Buffett verfolgen würde. Buffett hatte gegen Ende seiner 60-jährigen Amtszeit zunehmend Schwierigkeiten, die Barmittel gewinnbringend einzusetzen. Das Tempo der Aktienrückkäufe ist nun mit der Spitze ⁠unter Buffett zu ⁠Beginn des Jahrzehnts vergleichbar.Der Nettogewinn hat sich auf 25,67 Milliarden Dollar mehr als ⁠verdoppelt. Das ​Ergebnis ⁠des Vorjahreszeitraums war jedoch durch eine ​Abschreibung von 3,76 Milliarden Dollar auf die Beteiligung am ‌Lebensmittelkonzern Kraft Heinz belastet worden. Zum operativen Gewinn trugen unter anderem höhere Erträge der ​Eisenbahngesellschaft BNSF sowie aus den ​Bereichen Fertigung, Dienstleistungen und Einzelhandel bei.

PFAS-Verbot: Drägerwerk-Chef hofft auf BundesregierungIn der Debatte um ein weitreichendes PFAS-Verbot auf EU-Ebene wartet Drägerwerk-Chef Stefan Dräger auf ein Einschreiten der Bundesregierung. „Die Bundesregierung könnte noch immer eingreifen und sagen, wir haben jetzt eine politische Bewertung auch der gesellschaftlichen Auswirkungen vorgenommen und wir wollen den Vorschlag ändern\", sagt er der Nachrichtenagentur dpa. Er warte auf eine Initiative der Regierung, den deutschen Industriestandort zu retten.PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es handelt sich um eine Gruppe industriell hergestellter Chemikalien, die wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Mehr als 10.000 verschiedene Verbindungen sind bekannt. Die Stoffe bauen sich in der Umwelt und im Körper nicht oder kaum ab und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Es gibt Hinweise, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sind.„Die diskutierte PFAS-Regelung ist existenzbedrohend, nicht nur für Dräger“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Er spricht sich dafür aus, dass die Industrie besonders nützliche Stoffe weiter verwenden darf – sofern diese ungiftig und nicht wasserlöslich sind. Als Voraussetzung müssten Produktion, Gebrauch und Entsorgung kontrolliert werden. PFAS seien zwar sehr beständig und gehörten nicht in die Umwelt, aber nicht alle seien gefährlich. Den Begriff Ewigkeitschemikalien lehnt Dräger nach eigener Aussage ab. Umweltaktivisten nutzten die Formulierung, um Unmut zu säen.