Der frühere Verteidiger von Christina Block, Otmar Kury, hält die Unternehmerin im Prozess um die Entführung der Block-Kinder für unschuldig. „Ich habe zu Beginn, als ich noch Verteidiger in diesem Prozess war, verkündet, dass nach meiner Auffassung die Angeklagte Block nicht schuldig ist“, sagte er zum Ende seiner kurzen Aussage am Montagmorgen. „Das hat sich nicht geändert.“ Weil die 53 Jahre alte Unternehmerin ihren früheren Anwalt nicht von der Schweigepflicht entbunden hatte, beantwortete Kury die meistens Fragen der Prozessbeteiligten nicht und wurde nach wenigen Minuten wieder entlassen. Christina Block ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals zehnjährigen Sohn und die damals 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Sie bestreitet die Vorwürfe. Der prominente Anwalt Kury war auf Antrag eines ebenfalls angeklagten deutschen Sicherheitsunternehmers als Zeuge geladen worden. Dabei sollte es um ein Gespräch vom Januar 2024 gehen, an dem nach Angaben des Sicherheitsunternehmers auch Kury beteiligt war. Befragt wurde er am Montag dazu jedoch nicht. Der 75. Verhandlungstag ist der erste nach einer dreiwöchigen Pause. Zu Beginn des Prozesses im Juli 2025 verteidigten Kury und Ingo Bott Christina Block gemeinsam. Bott vertritt Block bis heute. Kurz nach Prozessbeginn hatte sich die Angeklagte von Kury getrennt. „Ich danke Herrn Rechtsanwalt Kury für seinen großen Einsatz“, erklärte Block damals.
