Drei weitere deutsche Hochschulen und zwei Hochschulverbünde haben in der sogenannten Exzellenzstrategie den begehrten Exzellenzstatus erlangt. Dazu gehören der Verbund der Rhein-Main-Universitäten (Technische Universität Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt am Main und Johannes Gutenberg-Universität Mainz) und der Verbund der Ruhr-Universitäten „Ruhr Innovation Lab“ (TU Dortmund und Uni Bochum) sowie die drei Einzeluniversitäten in Freiburg, Jena und Köln. Für die Einzeluniversitäten ist der Exzellenzstatus mit bis zu 15 Millionen Euro jährlich verbunden, bei den Verbünden sind es bis zu 28 Millionen Euro. Niedersachsen ist leer ausgegangen. Weder die Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover noch der Verbund der Universitäten Oldenburg und Bremen haben den Exzellenzstatus erlangt. Auch der Verbund der hessischen Universitäten (Gießen und Marburg) ging leer aus. Den Ausschlag gegeben habe weder die Größe einer Uni noch ein Regionalproporz, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Wolfgang Wick. Es sei vielmehr um eine klare und substanzielle wissenschaftliche Vision gegangen, die international konkurrenzfähig sei. Nicht reüssieren konnten auch die Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Gerade das Arbeiten über Fächergrenzen hinweg habe ein enormes Potential, auch die Verlierer sollten den Schwung aus der Exzellenzstrategie mitnehmen, sagte die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Katja Becker. Die Exzellenzstrategie als solche soll gründlich evaluiert werden. Ministerin: Deutschland braucht starke Universitäten Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte, die Bundesregierung „verfolgt mit der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ein klares Ziel“. Für Wirtschaftswachstum und neuen Wohlstand brauche Deutschland starke Universitäten, die international sichtbar seien und Wissenschaftlern exzellente Bedingungen böten. Neun Universitäten und ein Verbund der Berliner Universitäten sind im März bereits positiv evaluiert worden und behalten ihren Status bis zum Jahr 2033. Baden-Württemberg ist bundesweit aktuell Spitzenreiter mit vier Exzellenzunis. Dazu gehören die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Uni Tübingen. Die Uni Konstanz dagegen verliert ab 2027 ihren Exzellenzstatus, weil sie die Anforderungen nicht mehr erfüllte. Entscheidend ist die Einwerbung zweier Exzellenzcluster, also herausragender Forschungsverbünde. Behalten dürfen ihren Exzellenzstatus in Bayern die TU München und die Ludwig-Maximilians-Universität München und die RWTH Aachen. Die Universität Bonn und der Verbund der Berliner Universitäten (Berlin University Alliance/BUA) behalten den Exzellenzstatus ebenfalls. Nun ging es um bis zu fünf weitere Plätze, die neu vergeben werden, um die sich elf Universitäten beziehungsweise Verbünde beworben haben. Über die Exzellenzförderung entscheidet die sogenannte Exzellenzkommission. Diese besteht zum einen aus einem Expertenkomitee mit 39 Wissenschaftlern. Zum anderen sind die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern Mitglieder des Gremiums. Den Vorsitz haben die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, jedoch ohne Stimmrecht. Universitäten mit Exzellenzstatus müssen sich alle sieben Jahre einer Evaluation stellen, können aber im Idealfall dauerhaft gefördert werden.
