FAZ 18.08.2026
15:52 Uhr

Frankfurter Brentanobad: Bäderbetriebe reagieren spontan auf Wetterumschwung


Kaum ist es nicht mehr über 30 Grad heiß, da schließt Frankfurt das erste Freibad. Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch zur sonst gepflegten Bäderpolitik.

Frankfurter Brentanobad: Bäderbetriebe reagieren spontan auf Wetterumschwung

Gute Nachricht für die Nilgänse: Die Vögel, die sich unter anderem auch auf dem Gelände des Brentanobads seit Jahren ausbreiten, haben das größte Freibadbecken Europas seit Dienstag wieder für sich. Schwimmer mit Armen und Beinen sind seitdem zumindest vorerst ausgeschlossen, nachdem die Bäderbetriebe Frankfurt am Montagnachmittag sehr spontan angekündigt hatten, dass das Bad „witterungsbedingt vorübergehend seinen Betrieb“ einstellt. Nachdem sich die Kunde unter Stammbesuchern verbreitet hatte, soll noch ein gutes Dutzend Liebhaber des Brentanobades nach Rödelheim geeilt sein, um sich mit ein paar letzten – in diesem Fall gut 130 Meter langen Bahnen – von ihrem Lieblingsschwimmbad zu verabschieden. Die Sommerbadesaison könnte aber noch fortgesetzt werden, wie Bäderbetriebsgeschäftsführer Boris Zielinski auf Nachfrage sagt. „Wenn an diesem Wochenende gegen alle bisherigen Prognosen plötzlich wieder Hitze herrscht, dann ist das Brentanobad umgehend wieder offen“, sagt Zielinski. Die gute Organisation in den Bäderbetrieben erlaube solch spontane Reaktionen auf Wetterveränderungen. Er betont, dass das Bad nicht wegen eines Personalengpasses oder aus Kostengründen geschlossen werde. Und anders als in Darmstadt, wo der städtische Wildtierbeauftragte die Vögel mittlerweile bejagt, werden sie in Frankfurt weiterhin in Ruhe gelassen. Der Grund für die Schließung: „Wir haben in direkter Nachbarschaft das Hausener Freibad, schon am Montag waren dort 500 Gäste zu Besuch, während im Brentanobad nur wenige Dutzend geschwommen sind. Das ergibt keinen Sinn, dort gut zehn Mitarbeiter zu binden“, sagt Zielinski. Zwar würden in Eschersheim oder im Stadionbad auch nur noch wenige Menschen schwimmen, eine Schließung sei aber mangels einer Alternative in diesen Fällen nicht geplant sei. „Alle Frankfurter haben noch einige Tage bis Wochen die Möglichkeit für einen Freibadbesuch nahe ihres Wohnorts“, sagt Zielinski. Kosteneinsparungen gebe es selbstverständlich, wenngleich diese nicht der Grund für die Entscheidung gewesen seien. Die Mitarbeiter, die im Brentanobad nicht gebraucht würden, würden in Hallenbädern eingesetzt. Dort bleibt ihnen immerhin die Zusatzarbeit mit den Hinterlassenschaften der Nilgänse erspart.