Hätten wir nie gedacht, dass wir das mal schreiben, doch wir vermissen Franz Josef Wagner. Das war jener Kolumnistenkollege, der bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr bei „Bild“ zuweilen recht irre, immer aber eigenwillige, oft überraschende Texte verfasste. Wagners Nachfolger Harald Martenstein hingegen schreibt Tag für Tag absolut unüberraschend gegen alles Linke und Woke an, macht also genau das, was auch der Rest der „Bild“-Zeitung macht. Diese Woche etwa fragt sich Martenstein, „warum speziell junge Frauen sich so häufig für Palästina engagieren“, trotz der barbarischen Hamas-Taten und obwohl der Islam „kein bisschen feministisch“ sei, und wirft die bei einer Diskussion aufgeschnappte These in den Raum, „dass viele junge Frauen unbewusst oder halbbewusst Machos superattraktiv finden“, ja „autoritäre Gangstertypen“: Palästinasolidarität biete demnach „die Chance, eine verbotene Leidenschaft politisch korrekt auszuleben“. Das darf getrost so gelesen werden, dass die Palästinenser ein rein männliches Gangstervolk sind. Die Mannen der AfD, die ebenfalls kein bisschen feministisch ist, sind den jungen Frauen dann offenbar nicht autoritär und kriminell genug, Pech gehabt. Was wir uns fragen: Warum finden speziell alte Männer unbewusst oder halbbewusst reaktionäre Ressentiments so superattraktiv? Hat das auch was mit der Libido zu tun, und in welchem Alter genau geht das los? Wir fragen besorgt auch in eigener Sache. Für manche irritierend ist die spielerische Art, wie Bill Kaulitz zwischen den Geschlechtern tänzelt. „Plötzlich sieht er aus wie Heidi Klum“, stellt „Die Aktuelle“ fest: „Blonde Wallemähne, frecher Pony und sexy Outfits.“ Klum selbst habe gesagt: „Ja, das stimmt. Er hat sich in den letzten Jahren in mich verwandelt, aber ich sehe das als Kompliment.“ Für Bills Bruder und Heidis Gatten Tom stellen wir uns diese Angleichung psychologisch herausfordernd vor. Klum könnte jetzt versuchen, sich vom Klon abzusetzen und, zum Beispiel, ihrerseits wie Toms Mutter auszusehen. Einen uncharmanten Scherz über Altersunterschiede zwischen Paaren sparen wir uns. Der eine ist fleißig, der andere schlau Ein Generationenprojekt ist die neue Single, die Wolfgang Petry, 75, mit seinem Sohn, 52, und seinem Enkel, 20, aufgenommen hat. „Mein Enkel ist sehr fleißig, genau wie ich. Mein Sohn kommt eher nach seiner Mutter – sehr intelligent“, sagt Petry der „Bild“-Zeitung – und wer hat jetzt mehr Grund, beleidigt zu sein: sein Sohn, den er implizit faul nennt? Oder sein Enkel, der als nicht so helle rüberkommt? Das nehmen wir mal als Übergang zu Pietro Lombardi, der sich, wie wir in „Woche der Frau“ lesen, nicht trauen würde, bei „Let’s Dance“ mitzumachen: „Der Druck, immer eine Staffel weiterzukommen, und die ständige Angst rauszufliegen, das kenne ich von ,DSDS‘. Das will ich heute nicht mehr!“ Lieber Herr Lombardi: Bei „Let’s Dance“ müssten Sie es überhaupt nicht in die nächste Staffel schaffen, sondern immer nur in jede neue Folge. Eine finanziell positive Entwicklung verzeichnet „Bunte“ bei Michael Jackson. Der nämlich, lesen wir, „hatte zum Todeszeitpunkt mehr als 500 Mio. Euro Schulden angehäuft. Inzwischen sei sein Nachlass – dank Verwaltern – auf zwei Mrd. Euro angestiegen. Plus!“ Die Nachahmung dieses Geschäftsmodells würden wir trotzdem nicht uneingeschränkt empfehlen. Daniela Katzenberger, lässt uns „Das neue Blatt“ wissen, hat bei einem Auftritt als Stand-up-Comedienne mit expliziten Scherzen ihr im Publikum sitzendes Töchterchen verschreckt. Und damit nicht genug: „Zu ihrem Geburtstag im Phantasialand kurz zuvor tauchte Daniela im ,MILF‘-Shirt auf (dt.: ,Heiße Mutter, mit der ich gerne schlafen würde‘.“ Zumindest das „F“ hat „Das neue Blatt“ hier nicht korrekt übersetzt. „Hot Mother I’d like to Sleep With“ würde auf einem Shirt ja auch zu „HMILSW“. Nina Ruge muss nicht mehr an jeden Baum pinkeln „Ich bin kein junger Hund mehr, der an jeden Baum pinkeln muss, um sich zu beweisen“, sagt derweil Nina Ruge dem „Neuen Blatt“. Heute begnügt sie sich also mit weit weniger Bäumen. Maria Furtwängler wiederum erzählt „Frau im Spiegel“, dass sie ihre Scheu vor Insekten abgelegt habe: „Hummeln oder Bienen kann ich gut in die Hand nehmen. Da habe ich eine große Zärtlichkeit entwickelt.“ Wir wünschen ihr, dass die Hummeln und Bienen die Zärtlichkeit erwidern. Ohnehin zeigt sich Furtwängler naturverbunden: „Ich muss die Hände in die Erde stecken. Dieses Wirklichkeitsgefühl hilft mir.“ Wenn die Wirklichkeit dann aber doch mal nervt, kann sie zusätzlich den Kopf in den Sand stecken. Ein unverhofftes Wirklichkeitsgefühl hat Schauspielerin Wolke Hegenbarth im Urlaub verspürt: Sie war vier Wochen offline. „Das Handy war mir versehentlich in den Pool gefallen“, teilt sie „Gala“ mit. „Aber nach dem ersten Schrecken habe ich es, ehrlich gesagt, so gefeiert!“ Eine Pool-Party also. Im Alltag ist sie digital nämlich schwer beschäftigt, wie „Gala“ weiß: „Auf Instagram haben Sie 243.000 Follower, mit denen Sie sich intensiv austauschen.“ Und wenn sie sich mit all denen tatsächlich intensiv austauscht, dann ist es kein Wunder, dass sie sich über die Auszeit gefreut hat.
