FAZ 30.07.2026
10:27 Uhr

Hitze-Liveblog: Winde erschweren Löscharbeiten bei Waldbränden in Türkei


Bis zu 39 Grad und schwere Gewitter in Deutschland erwartet +++ Laut RKI schon fast 10.000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr +++ „Blitzdürre“ in großen Teilen Englands +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Hitze-Liveblog: Winde erschweren Löscharbeiten bei Waldbränden in Türkei

Auf Kreta 8000 Menschen in Sicherheit gebracht„Es war eine albtraumhafte Nacht“: In Griechenland ist beim Kampf gegen die Flammen ein weiterer Feuerwehrmann ums Leben gekommen.  Löschflugzeuge können teils nicht eingesetzt werden:

 „Wir hoffen auf Regenschauer den ganzen Vormittag über“Regenfälle über dem Waldbrandgebiet an der französischen Atlantikküste haben am Morgen für Erleichterung bei der Feuerwehr gesorgt. „Wir hoffen auf Regenschauer den ganzen Vormittag über“, sagte der regionale Feuerwehrkommandant Matthieu Jomain, wie die Zeitung „Sud-Ouest“ berichtete. „Die Bedingungen mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent heute Vormittag sind ideal, damit wir unsere Nachlöscharbeiten und das Ablöschen verbliebener Glutnester effizient fortsetzen können.“ Auch die Feuerwehrleute an ihren Einsatzstützpunkten reagierten erfreut auf den Regen.Die Lage entwickele sich positiv, aber man müsse weiterhin vorsichtig bleiben, sagte der Feuerwehrchef. Er berichtet, dass „die Nacht sehr ruhig verlaufen ist“, wobei die Brandfläche weiterhin bei 42.000 Hektar liege, „aber dennoch sechs neue Brandherde bekämpft wurden“. Inzwischen wurden nach Angaben der Präfektur 230 Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz in der Brandregion bei Bordeaux verletzt.

Bergwald in den Chiemgauer Alpen brenntIn den Chiemgauer Alpen brennt nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen der Bergwald. Derzeit läuft ein Großeinsatz im schwer zugänglichen Gipfelbereich der Hochwand, wie der Kreisfeuerwehrverband Traunstein mitteilte. Am Morgen wurde zudem die Bevölkerung in der Gegend vor der starken Rauchentwicklung gewarnt.„Da werden die Menschen gebeten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten, die Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten und den Bereich um den Einsatzort zu meiden“, sagte ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Bereits bei der Alarmierung am Mittwochabend sei eine deutliche Rauchsäule im Gipfelbereich auf knapp 1.000 Metern Seehöhe zu sehen gewesen. Eine verlässliche Einschätzung der genauen Brandfläche war zunächst ebenso wenig möglich wie Aussagen zur Brandursache. Nach aktuellem Stand wurde jedoch niemand verletzt. 

Köln als Vorbild?Die Stadt gilt als Vorreiter beim Hitzeschutz. Ganz freiwillig war diese Entwicklung allerdings nicht, erklärt Martha Zoller.

Waldbrandgefahr auch im Norden Deutschlands erhöhtSüdeuropa erlebt gerade Waldbrände von bisher kaum gekanntem Ausmaß. Aber auch in Deutschland besteht die Gefahr, dass es bei Trockenheit zu Waldbränden kommt. Einen Hinweis, wie groß das Risiko regional ist, liefert der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dort gibt es fünf Stufen.Aktuell herrscht in Schleswig-Holstein ganz überwiegend Stufe drei. Das steht für eine mittlere Gefahr. Für ein kleines Gebiet an der dänischen Grenze bei Flensburg und einige Flächen im Süden in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Segeberg und Pinneberg gilt eine hohe Gefahr (Stufe vier). Bereits am Freitag soll die Gefahr landesweit auf Stufe eins (sehr gering) und zwei (gering) sinken, nur ganz im Südosten wird noch Stufe drei erwartet.Die Entwicklung hängt mit erwartetem Regen zusammen. Über das Wochenende soll der Index niedrig bleiben und dann, je nach Entwicklung des Wetters, wieder leicht zunehmen. Der DWD gibt eine Vorhersage für den aktuellen Tag und vier Tage im Voraus.

„Blitzdürre“ in EnglandIn England fielen im Juli landesweit nur sieben Prozent der erwarteten Niederschlagsmenge, in einigen Teilen Südenglands sogar nur ein Prozent. England erlebte damit den voraussichtlich trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Meine Kollegin Vanessa Fatho beschreibt, welche Auswirkungen das auf Mensch, Tier und Natur hat: 

Brand bei Madrid unter KontrolleDer beispiellose Waldbrand in der Umgebung der spanischen Hauptstadt Madrid ist den Behörden zufolge weitestgehend eingedämmt. Der Brand sei seit mehreren Tagen kaum vorangeschritten und es gebe „kaum noch Flammen“, teilte die Präfektur der Region Madrid am Donnerstag mit. Die Wetterbedingungen in der Nacht hätten es ermöglicht, das Gebiet „zu kühlen und den Brandrand zu festigen, der sich deutlich stabilisiert hat“, hieß es weiter.Es gebe nur noch wenige Glutstellen und fast keine Flammen mehr, teilte die Präfektur mit. Tausende Menschen seien jedoch weiterhin in Notunterkünften.Die Präfektur wies zugleich darauf hin, dass angesichts der aktuellen Hitzewelle neue Brände drohten. In dem Gebiet westlich von Madrid hatten die Flammen 25.000 Hektar Land vernichtet.

Fast 10.000 hitzebedingte Tote in 2026Die Zahl der durch Hitze gestorbenen Menschen ist in diesem Jahr jetzt schon größer als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016:

Neues Feuer in der Türkei ausgebrochenEinsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit Brände in den Provinzen Antalya, Mugla und Balikesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Mugla hinzugekommen.Ein Sturm in Antalya, der zwischenzeitlich 84 Kilometer in der Stunde erreichte, hätte die Löscharbeiten erschwert, sagte Yumakli. Es seien landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3500 Kräfte im Einsatz.Der Minister mahnte die Bevölkerung erneut, wachsam zu sein. Mehr als 70 Prozent der Brände hätten ihren Ursprung außerhalb der Wälder und breiteten sich dann im Wald aus. Es gebe zudem drei entscheidende Hauptfaktoren für Waldbrände: niedrige Luftfeuchtigkeit, Hitze und starke Winde. Da diese Faktoren zurzeit gleichzeitig auftreten, sei höhere Vorsicht geboten.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! In Deutschland wird an diesem Donnerstag der Höhepunkt der Hitzewelle erwartet – örtlich soll es bis zu 39 Grad heiß werden, in vielen Regionen wird vor schweren Gewittern gewarnt. In Spanien, Portugal, Griechenland und der Türkei kämpfen Einsatzkräfte derweil weiter gegen die andauernden Waldbrände. Wir halten Sie in diesem Blog mit allen Entwicklungen rund um die Hitze in Europa auf dem Laufenden. 

Mehr als 900 zusätzliche Tote in den Niederlanden während HitzewelleIn den Niederlanden sind während der Hitzewelle zwischen Ende Juni und Anfang Juli nach Behördenangaben 911 Menschen mehr als üblich gestorben. Besonders bei Menschen ab 80 Jahren sowie bei Bewohnern des Südens und Ostens der Niederlande seien zusätzliche Todesfälle verzeichnet worden, erklärte das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt am Mittwoch. Die Todesursache sei unbekannt, ein Zusammenhang mit der Hitze sei jedoch „hochwahrscheinlich“. Die Niederlande waren – wie viele andere europäische Länder – in den vergangenen Wochen von einer massiven Hitzewelle mit Rekordtemperaturen betroffen. In einigen Landesteilen wurden Temperaturen von fast 40 Grad erreicht.

Wegen Hitze und Trockenheit Debatte um WasserverbrauchDie hohen Temperaturen sorgen nun auch im vermeintlich immergrünen Irland für Einschränkungen beim Wasserverbrauch. Seit der Nacht gilt in Dublin und Teilen Ostirlands eine sechswöchige „Water Conservation Order“ – umgangssprachlich ein „Gartenschlauchverbot“. Ähnliche Maßnahmen gibt es bereits in Bayern, Frankreich, Italien und der Schweiz.Auch in Deutschland spitzt sich die Lage zu: Rund 80 Kommunen müssen nach Angaben des Deutschen Städtetags inzwischen in jedem Hitzesommer sogenannte Allgemeinverfügungen erlassen. Sie beschränken die Nutzung von Trink- oder Grundwasser oder untersagen zeitweise die Entnahme aus Flüssen und Seen.

Weiterhin Unwettergefahr – dann AbkühlungSchwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel werden heute vor allem im Süden Deutschlands erwartet. Ab Nachmittag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit heftigem Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter binnen einer Stunde, Hagel mit drei Zentimeter großen Körnern und schweren Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde.Weniger schwere Gewitter werden in den anderen Teilen Deutschlands erwartet - meist mit Starkregen um 15 Liter pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit, stürmischen Böen um 70 Kilometer pro Stunde und kleinkörnigem Hagel.

Millionenschäden durch Unwetter in der LandwirtschaftDie Unwetter der vergangenen Tage haben zu Millionenschäden in der Landwirtschaft geführt. Innerhalb von 48 Stunden sei ein Schaden von mindestens 50 Millionen Euro entstanden, teilte die Vereinigte Hagel mit Verweis auf erste Schätzungen mit. Laut der Spezialversicherung für landwirtschaftliche Betriebe stehen 100.000 Hektar geschädigte Fläche zu Buche.Zu Unwettern kam es unter anderem in den beiden vergangenen Nächten in mehreren Regionen sowohl im Norden als auch im Süden Deutschlands. Betroffen waren etwa der Nordosten Niedersachsens, Nordhessen, der Großraum Frankfurt, das südöstliche Baden-Württemberg, Ostwestfalen-Lippe sowie Teilen von Thüringen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.Neben den nahezu erntereifen Weizen- und Rapsbeständen seien auch nahezu alle weiteren Pflanzen betroffen. Dazu zählen laut der Versicherung Mais und Kartoffeln aber auch Hopfen und Wein.