Probleme im Fernverkehr durch das marode Schienennetz haben die ohnehin angeschlagene Deutsche Bahn im vergangenen Jahr weiter tief in die roten Zahlen gedrückt. Die andauernden Streckensanierungen mit ihren Folgen für den Fernverkehr hätten eine Abschreibung von 1,4 Milliarden Euro auf den Wert der Sparte nötig gemacht, sagten mit den Zahlen Vertraute am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Das geplante Wachstum dort könne auch wegen der chronischen Unpünktlichkeit so nicht umgesetzt werden. Unterm Strich liegt das Minus für 2025 demnach bei insgesamt 2,3 Milliarden Euro und damit noch höher als 2024 (minus 1,8 Milliarden Euro). Dabei konnte die hochverschuldete Bahn im rein operativen Geschäft, dem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit), mit einem Plus von 300 Millionen Euro sogar besser abschneiden als zuletzt erwartet. 2024 hatte es hier noch einen Betriebsverlust von über 300 Millionen Euro gegeben. Die Ergebniszahlen beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche nach dem Verkauf der Logistik-Sparte Schenker. Eine Bahn-Sprecherin wollte sich nicht zu den Zahlen äußern und verwies auf die Bilanzpressekonferenz am 27. März. DB Cargo seit Langem in der Krise Nach dem Regierungswechsel hatte der angeschlagene Konzern ein neues Management und mit Evelyn Palla auch eine neue Vorstandschefin bekommen. Die Güterbahn DB Cargo ist seit Langem in der Krise und muss dieses Jahr auf Druck der EU-Kommission profitabel sein, um eine Zerschlagung zu verhindern. Der Abbau von 6.000 der noch 14.000 Stellen soll dazu beitragen. Vor allem muss die Bahn große Teile ihres Kernnetzes sanieren, was sich auf Fern-, Regional- und Güterverkehr auswirkt. Die Korridorsanierung wie etwa zwischen Berlin und Hamburg zog sich länger als geplant hin. Weitere Hauptstrecken werden in den nächsten Jahren grundsaniert. Vor allem die zahlreichen Baustellen drücken die Pünktlichkeit. 2025 kam von zehn Fernzügen nur noch sechs mit einer Verspätung von weniger als sechs Minuten an ihr Ziel. Dies wiederum sorgt für hohe Entschädigungszahlungen an die Kunden. Zudem kann die Sparte so ihren geplanten Wachstumskurs nicht umsetzen, was die Abschreibung auf den Firmenwert als Sondereffekt nach sich zieht. Der langjährige Gewinnlieferant, die Spedition DB Schenker, wurde unter anderem verkauft, um die Schuldenlast des Staatsunternehmens von zeitweise über 30 Milliarden Euro zu drücken. Die Erlöse von gut 14 Milliarden Euro helfen der Bahn so zunächst und kaufen dem Management Zeit für die Sanierung der übrigen Konzernteile.
