FAZ 17.03.2026
16:36 Uhr

Kritik an Verbündeten: Trump testet im Nahen Osten die Loyalität seiner Verbündeten


Der amerikanische Präsident kritisiert seine Verbündeten für fehlende Hilfsbereitschaft im Nahen Osten. Ein öffentlicher Streit mit China scheint zunächst abgewendet.

Kritik an Verbündeten: Trump testet im Nahen Osten die Loyalität seiner Verbündeten

Für Donald Trump sind seine Aufrufe an die Verbündeten, die Vereinigten Staaten in der Straße von Hormus zu unterstützen, ein Loyalitätstest. Die Vereinigten Staaten brauchen niemanden, sagte der amerikanische Präsident, schließlich habe man mit Abstand das stärkste Militär. Er bitte nur um Hilfe, „weil ich herausfinden will, wie sie reagieren“. Die ersten Länder waren da schon durch die Prüfung gefallen: Mehrere Partner Washingtons hatten einem Einsatz in der Straße von Hormus bereits eine Absage erteilt, unter ihnen auch Deutschland. Trump nutzte die Gelegenheit im Weißen Haus am Montag, um seine „Enttäuschung“ kundzutun. Er klagte über Verbündete, die den Vereinigten Staaten nicht zur Seite stünden, obwohl sie seit Jahrzehnten Unterstützung erhielten. Wichtig sei ihm der „Grad der Begeisterung“, hob der Präsident hervor. Zwar hätten „zahlreiche“ Länder mitgeteilt, dass sie „auf dem Weg seien“ – welche das seien und was genau damit gemeint sei, ließ Trump offen. Doch seien einige Länder „sehr begeistert“ und andere nicht, obwohl man sie seit vielen Jahren „vor schrecklichen äußeren Einflüssen“ schütze. In einem Interview mit der „Financial Times“ hatte Trump am Wochenende gedroht: Werde niemand auf seine Unterstützungsforderungen reagieren, werde das „sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein“. Trump: „Nicht glücklich“ mit Starmer Und wieder einmal war es am Montag Premierminister Keir Starmer, den sich Trump vorknöpfte. Er sei „sehr überrascht“ von der britischen Reaktion gewesen und „nicht glücklich“ mit Starmer, sagte Trump am Montag. Er habe ihn am Telefon auch gerüffelt und gefragt, warum der Premierminister sich erst mit seinem Team besprechen müsse, um eine Entscheidung zu treffen. Der französische Präsident Emmanuel Macron bekam von Trump in der Debatte über die Straße von Hormus „auf der Skala von null bis zehn“ immerhin eine Acht. Er glaube, dass Macron helfen werde, sagte Trump. Eine öffentliche Auseinandersetzung mit China über den Irankrieg wendete Trump zunächst ab: Er habe darum gebeten, den für Ende März geplanten Besuch und das Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping „einen Monat oder so“ zu verschieben. Er würde die Reise gerne antreten, sagte Trump am Montag, „aber wegen des Kriegs will ich hier sein“. China-Gipfel verschoben Peking reagierte wohlwollend; es dürfte China als Abnehmer iranischen Öls entgegenkommen, jetzt nicht Stellung beziehen zu müssen. Über den Zeitpunkt des Besuchs stehe man in Kontakt, hieß es am Dienstag. Es gilt als äußerst unwahrscheinlich, dass China in der Straße von Hormus selbst aktiv wird, wie Trump es gefordert hatte. Nach den gestiegenen Ölpreisen gefragt, brachte Trump abermals das Argument vor, Iran dürfe als „das gewalttätigste, bösartigste Land der vergangenen fünfzig Jahre“ keine Atomwaffe besitzen. Das sei weit wichtiger als die kurzfristig höheren Ölpreise, die nach seiner Prognose nach einem Ende des Krieges ohnehin „sehr, sehr schnell“ wieder sinken würden. Es war ein weiteres Beispiel für die widersprüchlichen Botschaften der Regierung über ihre Kriegsziele. In jüngsten Äußerungen des Außenministers Marco Rubio war etwa nicht mehr die Rede davon, man strebe eine vollständige Zerstörung der iranischen Atomfähigkeiten an. Nun verwies auch Vizepräsident J.D. Vance am Montag auf Irans Atomprogramm als Kriegsgrund. Vance, der ausländische Kriege im Wahlkampf heftig kritisiert hatte und in den vergangenen Wochen auffällig still gewesen war, sagte, Trump habe seit 2015 immer wieder betont, Teheran dürfe keine Atomwaffen besitzen; darin seien sie sich einig. Nun gelte es, die Militäroperation „so erfolgreich wie möglich zu gestalten“. Im vergangenen Jahr noch hatte Vance erklärt, ein Krieg mit Iran sei nicht im Interesse Amerikas. Der Unterschied sei nun, sagte er am Montag, „dass wir einen klugen Präsidenten haben, während wir in der Vergangenheit dumme Präsidenten hatten“.