FAZ 09.03.2026
07:38 Uhr

Liveblog Irankrieg: Für Trump ist der hohe Ölpreis nur ein kleines Übel


US-Präsident versucht angesichts der steigenden Preise durch den Irankrieg zu beschwichtigen +++ Trump: Haben gesamte iranische Marine versenkt +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Für Trump ist der hohe Ölpreis nur ein kleines Übel

Libanons Parlament verlängert eigenes MandatDas libanesische Parlament hat sein Mandat um zwei Jahre verlängert. 76 der 128 Abgeordneten ​hätten sich für die Verlängerung ausgesprochen, teilte der Parlamentspräsident mit. Eigentlich hätte im Mai die Wahl angestanden, die letzte fand 2022 statt. Das Parlament ist in anderen Krisensituationen wie beispielsweise in Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg im benachtbarten Syrien bereits ähnlich vorgegangen. Seit vergangener Woche greift Israel regelmäßig Libanon mit Raketen an, nachdem sich die proiranische Hizbullah-Miliz in den Krieg eingeschaltet hatte und Ziele in Israel angreift. Der libanesische Präsident hat derweile eigenen Angaben zufolge die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft über die Bereitschaft des Landes informiert, Verhandlungen zur Beendigung der israelischen Angriffe wiederaufzunehmen. 

HRW: Israel hat rechtswidrig Phosphorwaffe in Libanon eingesetztDie Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Israel vorgeworfen, vergangene Woche bei einem Angriff auf ein Wohngebiet in Südlibanon verbotenerweise weißen Phosphor eingesetzt zu haben. Die Organisation habe sieben Aufnahmen verifizieren und geografisch zuordnen können, hieß es in einem Bericht. Ein Mitarbeiter sprach darin von schweren Folgen für Zivilisten. Die Brandeigenschaften von weißem Phosphor könnten zum Tod oder schweren Verletzungen führen, die lebenslanges Leid nach sich ziehen. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf. Weißer Phosphor entzündet sich durch den Kontakt mit Sauerstoff in der Luft und brennt so lange weiter, bis entweder nichts mehr übrig ist oder die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird. Ein Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen über das Kriegsvölkerrecht verbietet den Einsatz von Phosphorwaffen, wenn das Risiko besteht, dass sie vor allem Zivilisten treffen.

Teheran: Fokus auf Verteidigung und VergeltungsmaßnahmenDer Iran lehnt Gespräche ab, solange das Land unter Beschuss steht. ​Der Iran werde sich weiterhin verteidigen, zitiert das iranische Student News Network den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. „Es macht keinen Sinn, über etwas anderes als Verteidigung und vernichtende Vergeltungsmaßnahmen gegen Feinde zu sprechen.“ Er betont, ⁠dass der Iran keinen Krieg gegen seine muslimischen Nachbarn führe, sondern „von Angreifern genutzte Einrichtungen“ zu seiner legitimen Verteidigung ins Visier nehmen müsse. Der Sprecher des Außenministeriums bestreitet, dass der Iran die Türkei, Aserbaidschan und Zypern angegriffen habe. 

Tote nach Angriff auf Tel AvivBei einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel ist nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet worden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, bei dem Angriff im Großraum Tel Aviv sei ein rund 40 Jahre alter Mann getötet worden. Ein weiterer Mann sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Zaka wurde er später für tot erklärt. Ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss sei auf einer Baustelle eingeschlagen, bei den Betroffenen handelte es sich um Bauarbeiter. Es habe auch an anderen Orten im Großraum Tel Aviv Einschläge gegeben. 

 Frankreich ruft Modschtaba Khamenei zu „radikalem Kurswechsel“ aufFrankreich hat den neuen obersten iranischen Führer Modschtaba Khamenei zu einer grundlegenden Politikänderung aufgefordert. „Das Regime muss sich zu weitreichenden Zugeständnissen und einem radikalen Kurswechsel bereit erklären“, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot am Montag dem Sender „France Inter“. Iran müsse zudem die „destabilisierenden Aktionen, die für die Region und für uns selbst gefährlich sind“, beenden. „Er muss den Iranerinnen und Iranern die Schlüssel zu ihrer Zukunft zurückgeben“, betonte der Minister einen Tag nach der Ernennung des Sohnes des getöteten Ayatollahs Ali Khamenei zu dessen Nachfolger. Barrot forderte außerdem Israel und die proiranische Hizbullah auf, ihre gegenseitigen Angriffe einzustellen. Die Frage, ob Israels Militäreinsätze unverhältnismäßig seien, ließ er unbeantwortet. „Beide Seiten müssen zu der vorherigen Situation zurückkehren, zu dem Waffenstillstand, den Frankreich im November 2024 erreicht hatte“, sagte Barrot. Frankreich habe bereits sechs Millionen Euro für Hilfsorganisationen freigegeben, die sich um die libanesische Zivilbevölkerung kümmerten. Zudem sollten in Kürze 20 Tonnen Hilfsgüter in den Libanon geschickt werden. 

China bekräftigt Souveränität IransChina hat die Ernennung von Modschtaba Khamenei zum neuen obersten Führer des Iran als innere Angelegenheit der islamischen Republik bezeichnet und sich gegen eine mögliche Tötung des Nachfolgers von Ayatollah Ali Khamenei gestellt. Die Ernennung Modschtaba Khameneis beruhe „auf der Verfassung“ des Iran, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking am Montag. China wende sich gegen die „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ anderer Länder, sagte der Sprecher weiter. „Die Souveränität, die Sicherheit und die territoriale Integrität des Iran sollten respektiert werden“, fügte er hinzu. Damit reagierte er auf eine Frage in Bezug auf Drohungen gegen den Nachfolger von Ali Khamenei, die Israel und die USA geäußert hatten. Israel hatte angekündigt, jeden möglichen Nachfolger ebenfalls zu töten. Modschtaba Khamenei war am Sonntag zum neuen obersten Führer des Iran ernannt worden. Wofür steht der Nachfolger? Lesen Sie hier mehr zu Modschtaba Khamenei von FAZ-Korrespondentin Friederike Böge. 

Setzte Iran Streumunition ein?Der Iran hat bei seinen Raketenangriffen auf Israel nach Angaben der israelischen Armee wieder Streumunition eingesetzt. Welches Gebiet in dem Land genau betroffen gewesen ist, sagte der Armeesprecher jedoch nicht. Teheran hatte in diesem Krieg sowie im Krieg im vergangenen Jahr bereits Gefechtsköpfe mit Streumunition verwendet. Das iranische Regime hatte den Einsatz selbst bestätigt. Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist. Israel hat Iran vorgeworfen, mit dieser Art von Munition absichtlich auf zivile Gebiete geschossen zu haben. Die Armee warnt die Bürger des Landes immer wieder, sich den Bomben nach Einschlägen nicht zu nähern. 

Ankara verlegt Kampfflugzeuge nach ZypernDie Türkei plant dem TV-Sender NTV zufolge die Verlegung von sechs F-16-Kampfflugzeugen nach Nordzypern. Sie sollten die Verteidigung der dortigen türkischen ⁠Gemeinschaft sicherstellen, berichtet der Sender unter Berufung auf einen Vertreter der Zivilluftfahrtbehörde der Türkischen Republik Nordzypern. Am Samstag hatte ein Insider aus dem türkischen Verteidigungsministerium bereits gesagt, dass die Türkei die Verlegung der Flugzeuge erwäge. 

Raketenangriffe auf den Irak, Qatar, Bahrain und Israel in der NachtIn der Nacht auf Montag haben der Irak und Qatar Raketenangriffe abgewehrt.  Das ⁠Abwehrsystem C-RAM hat irakischen Polizeikreisen zufolge einen Raketen- und Drohnenangriff auf eine diplomatische Einrichtung der USA in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad abgefangen, das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Auch Qatars Verteidigungsministerium ‌teilte mit, dass die Streitkräfte Raketen abgefangen hätten. Bahrains Innenministerium meldete indes 32 Verletzte in der Nacht nach einem Angriff. Das Ministerium machte eine iranische Drohnenattacke dafür verantwortlich. Medienberichten zufolge ist außerdem Raffinerie-Komplex Al Ma'ameer getroffen und beschädigt worden.Auch Israel wurde wieder Ziel von iranischen Raketenangriffen. Am Morgen und in der Nacht heulten in Israel die Warnsirenen, darunter auch im Großraum Tel Aviv. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden bei den iranischen Raketenangriffen rund 20 Menschen verletzt. Einige davon seien gestürzt, als sie in Schutzräume rannten. Israel soll hingegen Kommandozentren von iranischen Behörden für innere Sicherheit und der Basidsch-Milizen angegriffen haben.