FAZ 11.03.2026
21:58 Uhr

Liveblog Irankrieg: Irankrieg kostet Amerikaner allein in den ersten sechs Tagen elf Milliarden Dollar


Bericht über Kosten des Krieges +++ G-7-Staaten wollen Tanker von Kriegsschiffen begleiten lassen +++ Wadephul nimmt Touristen mit +++ Schwerste Angriffe auf Teheran seit Kriegsbeginn +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Irankrieg kostet Amerikaner allein in den ersten sechs Tagen elf Milliarden Dollar

Angriff auf Treibstofflager in Flughafennähe in BahrainIran hat nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in Bahrain angegriffen. Der Angriff erfolgte dem Innenministerium zufolge im Bezirk Muharraq – dort liegt auch der internationale Flughafen des Inselstaats. Das Ministerium erklärte auf der Plattform X, die zuständigen Behörden unternähmen nach dem Angriff die nötigen Schritte. Es wurden keine weiteren Details mitgeteilt. Damit blieb zunächst unklar, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte. In einem weiteren X-Post erklärte das Ministerium, die Alarmsirenen seien aktiviert. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. 

Iran greift Gebäude in Dubai mit Drohne anDie iranischen Streitkräfte haben dem iranischen Staatsfernsehen zufolge ein Gebäude in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Drohne angegriffen. In dem Gebäude, das „ein Unterschlupf für amerikanische Soldaten war, die Iran angegriffen haben“, sei ein Feuer ausgebrochen, teilte der iranische Sender Irib im Onlinedienst Telegram mit.Die emiratischen Behörden erklärten, der Brand sei „vollständig unter Kontrolle“ gebracht worden. Es sei niemand verletzt worden. Zuvor hatten die Behörden den Absturz einer Drohne auf ein Gebäude in der Nähe des Wohnviertels Dubai Creek Harbour gemeldet.

Trump: Iran steht kurz vor der NiederlageIran steht nach Auffassung von US-Präsident Donald Trump kurz vor der Niederlage. „Sie sind so ziemlich am Ende der Fahnenstange“, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten in Washington. Er warnte zudem, die US-Armee könne ihre Angriffe auf „Teile von Teheran und andere Orte“ ausweiten, wodurch ein Wiederaufbau des Iran „fast unmöglich“ werden würde. Er fügte jedoch hinzu: „Das wollen wir nicht.“

Israel greift Kommandozentralen der Hizbullah in Libanon anDie israelischen Streitkräfte haben bei einer heftigen Angriffswelle auf Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der proiranischen Hizbullah zerstört. Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in den Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hizbullah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen, teilte das israelische Militär mit. Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hizbullah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Nach Hinweisen von israelischen Bodentruppen nahm die Luftwaffe darüber hinaus über 20 Ziele in verschiedenen Teilen Libanons unter Beschuss, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Zuvor hatte die Hizbullah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen. 

Explosion an US-Botschaft in Oslo: Polizei nimmt drei Brüder festNach einer Explosion an der US-Botschaft in Norwegens Hauptstadt Oslo am Wochenende hat die norwegische Polizei drei Brüder wegen des Verdachts eines „terroristischen Bombenanschlags“ festgenommen. Die Ermittler gingen davon aus, dass einer der Brüder einen Sprengsatz vor der Botschaft platziert habe und die anderen beiden an der Tat beteiligt gewesen seien, sagte der Staatsanwalt Christian Hatlo bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.Die drei Norweger in ihren Zwanzigern wurden Hatlo zufolge in Oslo festgenommen. Die Polizei untersuche noch das Motiv der mutmaßlichen Täter. Eine der Hypothesen sei, dass die Männer im „Auftrag eines Staates“ gehandelt hätten. „Das ist angesichts des Ziels – der US-Botschaft – und der heutigen weltweiten Sicherheitslage durchaus naheliegend“, sagte Hatlo.

Ein Toter bei Angriff auf Öltanker vor der Küste des IrakBei einem Angriff auf zwei Öltanker vor der irakischen Küste ist dem irakischen Staatsfernsehen zufolge mindestens ein Besatzungsmitglied getötet worden. 38 weitere Besatzungsmitglieder seien bislang gerettet worden und die Suche nach Vermissten dauere an, sagte der Leiter der irakischen Hafenbehörde, Farhan al-Fartousi, dem irakischen Staatsfernsehen am Donnerstag. Die Pressestelle der irakischen Regierung teilte der irakischen staatlichen Nachrichtenagentur INA mit, zwei Tanker seien „Sabotage“ ausgesetzt gewesen.

UN-Sicherheitsrat fordert sofortiges Ende iranischer Angriffe auf GolfstaatenDer UN-Sicherheitsrat hat das sofortige Ende der iranischen Angriffe auf die umliegenden Golfstaaten gefordert. In seiner am Mittwoch mit 13 von 15 Stimmen verabschiedeten Resolution verlangte das wichtigste UN-Gremium die „unverzügliche Einstellung aller Angriffe der Islamischen Republik Iran gegen Bahrain, Kuwait, den Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien“. Russland und China enthielten sich bei der Abstimmung. Iran kritisierte die Verabschiedung der Resolution.Der Text war gemeinsam von den Mitgliedern des Golf-Kooperationsrats sowie Jordanien eingebracht worden. Der Golf-Kooperationsrat umfasst die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait, den Oman, Katar und Bahrain. Die Resolution wird von insgesamt 135 UN-Mitgliedstaaten unterstützt.

Russische Resolution im Weltsicherheitsrat scheitertEine russische Resolution, die laut Entwurfstext nicht explizit das iranische Vorgehen verurteilte, sondern alle Beteiligten dazu aufrief, die Kämpfe zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren, scheiterte. Großbritannien etwa warf Russland vor dem Hintergrund des Vorgehens Moskaus in der Ukraine „Heuchelei“ vor.Iran und Russland verbindet eine strategische Partnerschaft. Iran war vor allem in den ersten Kriegsjahren als Waffenlieferant im Ukrainekrieg wichtig. Später half das Land beim Aufbau einer Drohnenproduktion in Russland.Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Angriffe Irans auf Golfstaaten und andere Länder der Region verurteilt. 13 der 15 Mitglieder des Rates stimmten in New York für den von dem nichtständigen Mitglied Bahrain eingebrachten Text. Russland und China enthielten sich. Die Resolution baut auch auf die Unterstützung von zahlreichen weiteren Staaten, die dem Sicherheitsrat derzeit nicht angehören.Die Golfstaaten sehen sich weiterhin Raketen- und Drohnenangriffen aus Iran ausgesetzt. In der Resolution wurde unter anderem die sofortige Einstellung der iranischen Angriffe auf die Golfstaaten und andere Nachbarstaaten Irans gefordert. Außerdem wurde Irans Einsatz von Stellvertretergruppen wie der Hisbollah kritisiert.Die mit Iran verbündete libanesische Hizbullah-Miliz hatte als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Seitdem greift das israelische Militär im größeren Umfang in Libanon an.

Auch Trump will strategische Ölreserven freigebenUS-Präsident Donald Trump will mit der Freigabe strategischer Reserven den rasant gestiegenen Ölpreis stabilisieren. „Wir werden das machen, und dann füllen wir sie wieder auf“, sagte er dem Sender Local 12 über die Reserven. Die Maßnahme werde die Preise wieder nach unten bringen. In welchem Umfang er den Vorrat anzapfen will, sagte Trump nicht.Zuvor hatte die Internationale Energieagentur (IEA) mitgeteilt, eine Rekordmenge an Ölreserven auf den Weltmarkt zu pumpen. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer, zu denen auch die USA zählen, 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer Mitteilung heißt.Die strategische Ölreserve der USA ist nach Regierungsangaben der weltweit größte Notfallvorrat an Rohöl. Er wurde in erster Linie eingerichtet, um die Auswirkungen von Lieferkrisen zu verringern und internationalen Verpflichtungen nachzukommen. 

Peseschkian fordert Garantien für KriegsendeIrans Präsident Massud Peseschkian hat Bedingungen für ein mögliches Kriegsende formuliert. Der einzige Weg zu einem Stopp der Kämpfe seien „feste internationale Garantien“ für ein dauerhaftes Ende aller Angriffe, schrieb er auf der Plattform X. Peseschkian forderte außerdem Reparationszahlungen. Zudem müssten die „legitimen Rechte Irans“ anerkannt werden.Welche Rechte er konkret meint, sagte Peseschkian nicht. Beobachter der iranischen Innenpolitik gehen davon aus, dass er auf die Wahl des neuen obersten Führers und dessen internationale Anerkennung anspielt.US-Präsident Donald Trump nannte die Ernennung von Modschtaba Khamenei zum neuen Religionsführer und Staatsoberhaupt Irans „enttäuschend“. Dieser müsse mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen. „Ich glaube nicht, dass er in Frieden leben kann“, so Trump. Details nannte er nicht.

Auswärtiges Amt: Mehr als 1100 Deutsche mit Evakuierungsflügen aus Golfregion nach Hause gebrachtMehr als 1100 Deutsche sind mit Evakuierungsflügen aus der Golfregion nach Hause gebracht worden. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Mittwochabend im Onlinedienst X mit. „Mein Dank gilt allen Kollegen, die Tag und Nacht Ausreisen organisiert und auch mit der Reiseindustrie zusammengearbeitet haben“, erklärte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) seinem Ministerium zufolge.Zahlreiche Reisende können wegen des Irankrieges und der wegen iranischen Beschusses erfolgten Schließung oder Einschränkungen an den Flughäfen mehrerer Golfstaaten die Region derzeit nicht oder nur schwer verlassen. Es gibt allerdings auch Flüge von Reiseunternehmen und Fluggesellschaften, um Menschen zurückzuholen. Die von der Regierung organisierten Flüge sind in erster Linie für vulnerable Gruppen gedacht, also Kranke, Alte, Schwache, Schwangere und Kinder.Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Irankrieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag töteten sie den obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Khamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.

Hizbullah feuert Dutzende Raketen auf Nordisrael, Israel antwortetDie libanesische Hizbullah-Miliz hat am Abend israelischen Armeeangaben zufolge Dutzende Raketen auf Nordisrael gefeuert. Das Militär meldete Einschläge. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, eine Frau sowie ein Mann seien leicht verletzt worden. Der israelische Sender Channel 12 sowie die „Times of Israel“ berichteten, dass die Hizbullah rund 150 Raketen abgefeuert hat. Die „Times of Israel“ sprach vom „größten Hizbullah-Angriff auf Israel“ seit Anfang des Monats, als die Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei nach einer langen Kampfpause wieder Raketenangriffe auf Israel begann. Der US-Sender CNN hatte zuvor unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute israelische Quellen berichtet, dass sich Israel auf eine Ausweitung der Angriffe aus Iran und der Hizbullah in der Nacht vorbereite. Auch der israelische Sender Channel 12 meldete, der Raketenbeschuss aus Iran und von der Hizbullah werde in der Nacht heftiger ausfallen.Israels Armee meldete am Abend zugleich, sie habe eine neue „großangelegte Angriffswelle“ auf Ziele der Hizbullah in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut begonnen. Das Militär hatte zuvor Anwohner dort zur Flucht aufgefordert. 

G-7-Staaten wollen Tanker von Kriegsschiffen begleiten lassenDie G-7-Staaten wollen die Straße von Hormus wieder für die Handelsschifffahrt befahrbar machen, indem sie Öltanker und Frachtschiffe von Kriegsschiffen begleiten lassen. Um solche Eskorten zu gewährleisten, sei die Koordination mehrerer Marinen und eine mehrwöchige Vorarbeit nötig, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch nach einer von ihm geleiteten Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der G-7-Staaten zu den wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs. „Die Voraussetzungen dafür sind derzeit nicht gegeben. Die Meerenge ist ein Kriegsschauplatz, aber diese Arbeit muss organisiert werden. Das haben wir vorgeschlagen, parallel dazu eine Zusammenarbeit mit Reedereien, Transportunternehmen und Versicherern.“ Zu den G-7-Staaten gehören Deutschland, die USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien.EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa sagten nach den G-7-Beratungen, dass die unmittelbare Priorität darin bestehe, die Energieflüsse aufrechtzuerhalten und dabei insbesondere die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, die für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung sei.