FAZ 03.08.2026
03:03 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump kündigt für heute neue Gespräche mit dem Iran an


Peseschkian: USA müssen sich an Rahmenabkommen halten +++ Explosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldet +++ Iran: Verhandlungen mit Oman zu Straße von Hormus in Endphase  +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump kündigt für heute neue Gespräche mit dem Iran an

Explosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldetIn der Straße von Hormus hat sich nahe eines Tankers offenbar eine Explosion ereignet. Der Kapitän des Tankers habe gemeldet, dass er eine „Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes“ gehört habe, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst X. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit.Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge 20 Seemeilen (37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Stadt Chasab. Die Straße von Hormus verläuft zwischen dem Iran und dem Oman. UKMTO erklärte, Schiffe sollten die Meerenge mit Vorsicht durchfahren und „verdächtige Aktivitäten“ melden.

Peseschkian: USA müssen sich an Rahmenabkommen haltenDer iranische Präsident Massud Peseschkian sieht das Rahmenabkommen mit den USA eigenen Angaben zufolge als künftigen Schwerpunkt der Außenbeziehungen seines Landes. „Wir müssen alles daran setzen, den Feind dazu zu zwingen, sich an das zu halten, was er unterzeichnet hat“, schrieb Peseschkian auf der Plattform X. Die Sicherheit Irans, der Region und der Verbündeten Teherans werde durch diese Absichtserklärung gestärkt.Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. In einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten weitere Details ausgearbeitet werden. In der Zwischenzeit kam es aber immer wieder zu gegenseitigen Angriffen. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen Iran abgesagt, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gab es aus Iran zunächst keine Bestätigung. (dpa)

Iran: Verhandlungen mit Oman zu Straße von Hormus in EndphaseDie Verhandlungen zwischen Iran und dem Oman über die Schifffahrt in der Straße von Hormus befinden sich iranischen Angaben zufolge in der Endphase. Außenminister Abbas Araghtschi habe die Mitglieder des Kabinetts zu Beginn seiner Sitzung am Sonntag entsprechend informiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Iran: Haben nicht um einen Stopp der Angriffe gebetenIranische Militärvertreter haben die Darstellung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zurückgewiesen, Teheran habe Washington um einen Verzicht auf neue Angriffe gebeten. Diese Aussage sei „nichts als eine neue Lüge“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag die  Militärvertreter. „Unsere Streitkräfte befinden sich in höchster Alarmbereitschaft und sind auf jede Eventualität vorbereitet“, hieß es weiter.Trump hatte am Samstag erklärt, die USA und Israel verzichteten vorerst auf geplante Angriffe gegen Iran. Teheran und weitere Staaten der Region hätten Washington darum gebeten, weil sich eine neue Vereinbarung abzeichne.„Auf Grundlage dieser Bitte habe ich zugestimmt, (...) den Angriff abzusagen“, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. „Das Land Israel schließt sich mir bei dieser Zusage an.“ Voraussetzung sei allerdings, dass ein Abkommen mit Iran schnell zustande komme.

Saudischer Kronprinz ruft Trump zu Deeskalation aufIm Konflikt mit Iran hat Saudi-Arabiens Kronprinz und Ministerpräsident Muhammad bin Salman den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in einem Telefonat zur Deeskalation aufgerufen. Der Kronprinz und faktische Herrscher des einflussreichen Königreichs habe Dialog angemahnt, um eine weitere Eskalation zu verhindern, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Es müsse alles unternommen werden, um die Lage zu beruhigen und den Weg für diplomatische Lösungen zu ebnen. Ziel sei es, die Sicherheit und Stabilität der Region zu wahren und ein Abrutschen in einen größeren Konflikt mit regionalen und internationalen Folgen zu verhindern.Zuvor hatte bereits die Nachrichtenseite Axios über das Telefonat berichtet. 

Trump: Neue Angriffe auf Iran vorerst ausgesetztDie USA verzichten nach Angaben von Präsident Donald Trump vorübergehend auf weitere Angriffe auf Iran. Das US-Militär stehe mit all seiner Macht zum Angriff bereit, aber Iran und andere Länder in der Region hätten darum gebeten, von einer Attacke abzusehen, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gehöre die komplette Öffnung der Straße von Hormus und „ein Ende der von Iran ausgehenden atomaren Bedrohung“, schrieb Trump. Auch Israel werde sich an die Vereinbarung halten, Iran vorerst nicht wieder anzugreifen.

Iran: Werden bei neuen US-Angriffen entschlossen reagierenIrans Außenminister Abbas Araghchi hat in einem Gespräch mit seinem saudi-arabischen Gegenüber Faisal bin Farhan vor einer neuen militärischen Eskalation im Krieg mit den USA gewarnt. Die schlagkräftigen Streitkräfte seines Landes würden auf jeden Akt der Aggression entschlossen reagieren, schrieb Araghchi auf der Plattform Telegram. Im Falle neuer Angriffe müssten die USA, Israel sowie beteiligte Staaten in der Golfregion die volle Verantwortung dafür tragen, warnte er. Angesichts von US-Medienberichten über einen geplanten neuen Großangriff auf Ziele in Iran hat Teheran bereits mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Staaten am Persischen Golf gedroht. Die von US-Präsident Donald Trump erwogene neue Angriffswelle könnte den Berichten zufolge auch Attacken auf Irans Energieinfrastruktur umfassen. 

Hamas-Zivilschutz: Sieben Tote bei israelischen Angriffen im GazastreifenBei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes sieben Menschen getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien bei den Angriffen im Verlauf des Samstag verletzt worden, sagte ein Zivilschutz-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens erklärte, bei den Angriffen seien auch mehrere Lager für Medikamente zerstört oder beschädigt worden.Die israelische Armee sprach von Einsätzen gegen Waffenlager der Hamas. Eines der Waffenlager habe sich neben einem Krankenhaus befunden und habe als Versteck für „Hamas-Terroristen“ gedient. Israel wirft der Hamas immer wieder vor, zivile Einrichtungen zu nutzen, um Kämpfer und Waffen zu verstecken.Die Angriffe vom Samstag erfolgten nur einen Tag, nachdem die Hamas einer Entwaffnung zugestimmt hatte. Hamas-Vertreter hatten am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt, dass eine Einigung „in der Frage der Waffen“ erzielt worden sei. US-Präsident Donald Trump sprach von einer „historischen Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas“, über die auch Israel „sehr glücklich“ sei.Eine offizielle Bestätigung von israelischer Seite steht noch aus. Dass die Hamas schrittweise ihre Waffen abgibt, ist ein Teil der zweiten Phase des von Trump initiierten Friedensplans für den Gazastreifen.

Israel tötet nach eigenen Angaben mehrere Hizbullah-Kämpfer in SüdlibanonDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Kämpfer der pro-iranischen Hizbullah-Miliz im Süden Libanons getötet. Diese „Terroristen“ hätten sich in der „Sicherheitszone“ im Gebiet des Gebirgskamms Ali al-Taher befunden und seien in der Nacht „eliminiert“ worden, teilte die Armee am Samstag mit. Bei dem Einsatz sei auch ein israelischer Soldat verletzt worden. Eine Reaktion der pro-iranischen Schiitenmiliz lag zunächst nicht vor. Die Hizbullah hatte Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Irankrieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon, die von der Hizbullah aber nicht anerkannt wird.Ein im vergangenen Monat unterzeichnetes und von den USA vermitteltes Abkommen sieht vor, dass die libanesische Armee die Hizbullah entwaffnet. Zudem soll sich die israelische Armee aus „Testgebieten“ zurückziehen, in denen anschließend libanesische Soldaten stationiert werden sollen. Die Hizbullah lehnt auch die Verhandlungen Beiruts mit Israel ab.

Kuwait meldet DrohnenabschussKuwait ⁠hat nach eigenen Angaben am Samstag feindliche Drohnen in seinem Luftraum zerstört. Die kuwaitische Armee sprach von einem iranischen Angriff, bei dem eine Regierungseinrichtung ‌im Norden des Landes und ziviles Eigentum eines Unternehmens auf der Insel Bubiyan getroffen worden seien. Herabfallende Trümmer hätten Sachschäden verursacht. Opfer habe es ‌nicht gegeben. 

Huthis wollen saudische Tanker zur Umkehr gezwungen habenDie von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben acht saudische Öltanker zu einem Kurswechsel gezwungen. Diese müssten nun vom Roten Meer über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika fahren, um ans Ziel zu kommen – bei einer Fahrt vom Roten Meer in Richtung Asien ein langer und teurer Umweg. Eine Bestätigung von Saudi-Arabien gab es zunächst nicht. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, sechs saudische Öltanker würden den Umweg um den afrikanischen Kontinent nehmen.Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Miliz. Im Zuge des Irankriegs ist auch deren Konflikt neu eskaliert. Die Huthi kontrollieren vom Jemen aus die wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Es wird befürchtet, dass auch dieses Nadelöhr wie die Straße von Hormus durch Angriffe faktisch geschlossen wird – mit noch schwereren Folgen für den Welthandel und Energiepreise.

Tanker in Straße von Hormus angegriffen  – Maschinenraum beschädigtIn der Straße von Hormus ist vor der Küste des Omans erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, das Schäden am Maschinenraum verursacht habe, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es gebe keine Verletzten oder Umweltschäden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima. Iran verlangt, dass Schiffe in der Straße von Hormus eine Route entlang seiner Küste nehmen. Teheran hat wiederholt erklärt, nur die vom Iran vorgegebene Route durch die Meerenge sei sicher. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, ist ein wesentlicher Grund, warum der Krieg zwischen den USA und Iran zuletzt wieder eskalierte. 

Trump erwägt neue Angriffe  – Iran droht mit GegenschlägenDie USA stehen US-Medienberichten zufolge kurz vor dem Beginn einer der größten Angriffswellen auf Iran. Diese könnten bereits an diesem Wochenende starten und auch iranische Infrastruktur oder Energieanlagen zum Ziel haben, berichtete etwa CBS News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch Israel könne dabei wieder in den Krieg einsteigen. Das „Wall Street Journal“ berichtete, Trump habe bereits neue und mehrtägige Angriffe befohlen, könnte seine Meinung aber noch bis zur letzten Minute ändern. Angesichts der Medienberichte drohte der Iran umgehend mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die USA müssten sich bewusst sein, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in Saudi-Arabien und in Katar innerhalb der Reichweite iranischer Raketen lägen, hieß es bei Fars weiter. Auch Anlagen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden genannt. 

Iran sei fast besiegt US-Präsident Donald Trump hat am Freitag in seiner Residenz Camp David eine Kabinettssitzung einberufen. Dabei  kündigte er weitere Angriffe auf Iran an. „Wir werden sie sehr hart treffen“, sagte er. Einen Zeitrahmen nannte er nicht und wurde auch sonst nicht konkret. „Wissen Sie, irgendwann werden sie es nicht mehr aushalten können.“ Iran hätte nach den bisherigen Angriffen noch etwas militärische Kapazitäten, bald jedoch nicht mehr, betonte er. Die militärische Lage dort sei „sehr besorgniserregend“, sagte Trump weiter. Nach fünf Kriegsmonaten behauptete er abermals, die iranischen Luft- und Seestreitkräfte seien „zerstört“, die Raketenkapazitäten sowie die Produktion von Drohnen und Raketen seien „fast vollständig ausgeschaltet“ worden. Mit Blick auf diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Kriegs gab Trump sich frustriert. Die Iraner hielten sich oft nicht an das Verabredete und würden Gesprächsinhalte öffentlich falsch darstellen, kritisierte er erneut. „Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen.“ In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär keine neuen Angriffe auf den Iran gemeldet.