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27.07.2026
18:34 Uhr
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US-Präsident: „Entweder es geht schnell oder gar nicht“ +++ Huthi-Angriffe bremsen Schiffsverkehr +++ Ölpreis fällt +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Iran: Führen Gespräche mit Oman und Saudi-Arabien über Straße von Hormus Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat dem iranischen Staatsfernsehen zufolge Gespräche mit seinen omanischen und saudiarabischen Kollegen über die Straße von Hormus geführt. Araghtschi sowie Omans Chefdiplomat Badr al-Busaidi und Saudi-Arabiens Außenminister Faisal bin Farhan hätten in getrennten Telefonaten „die Notwendigkeit betont, die Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsame diplomatische Bemühungen voranzutreiben, um Stabilität in der Region zu schaffen und die durch die aggressiven Handlungen der USA verursachte Unsicherheit in der Straße von Hormus zu beseitigen“, berichtete das Staatsfernsehen am Dienstag.
Weitere Hinrichtungen nach Protesten in Iran In Iran sind im Zuge einer Hinrichtungswelle abermals zwei Männer im Zusammenhang mit den Protesten Anfang des Jahres exekutiert worden. Den Männern sei zur Last gelegt worden, bei den Massenprotesten an der Ermordung von Polizeibeamten in der Stadt Isfahan beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Die iranische Justiz hat bis heute mindestens 27 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet. Die Demonstrationen im Winter waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Zusammenhang mit dem Irankrieg wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.
Trump sieht „gute Chance“ für Gesprächslösung mit Iran Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen Iran und den USA hat sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert. Trump sprach von einer „guten Chance“ für eine Einigung mit Teheran – das allerdings direkte Gespräche weiterhin dementierte. Saudi-Arabien meldete unterdessen Drohnenangriffe aus dem Irak.„Wir werden sehen, was passiert“, sagte Trump am Montag an Bord der Air Force One. „Ich denke, es besteht eine gute Chance, dass etwas passieren könnte.“ Sollten die Bemühungen scheitern, würden die USA „zu dem zurückkehren, was wir vor zwei Tagen gemacht haben“, drohte der US-Präsident.Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf Iran hatten Washington und Teheran seit Freitag keine weiteren gegenseitigen Angriffe gemeldet. Iran erklärte seinerseits, seine „Vergeltungsmaßnahmen“ eingestellt zu haben.Trump bekräftigte am Montag, Teheran spreche derzeit mit Washington über ein Abkommen. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei widersprach. Vermittler könnten zwar Botschaften der US-Seite übermitteln, sagte er. „Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.“
USA bestätigen neue Gespräche zwischen Israel und Libanon in RomDie USA haben eine neue Gesprächsrunde zwischen Israel und Libanon vom 4. bis 6. August in Rom bestätigt. Technische Arbeitsgruppen sollten dort die vollständige Umsetzung des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens voranbringen, sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums am Montag unter der Bedingung der Anonymität.Bei den Gesprächen soll es demnach unter anderem um die Ausweitung sogenannter Pilotzonen im Süden von Libanon gehen. Pilotzonen sind Gebiete, aus denen sich die israelische Armee zurückzieht - und in denen die libanesische Armee die Verantwortung für die Sicherheit übernimmt. Gegenstand der Gespräche sollen auch die Klärung offener Grenzfragen sowie die Ausarbeitung eines umfassenden Friedens- und Sicherheitsabkommens sein. Die Erfahrungen aus den ersten Pilotzonen sollten genutzt werden, um das Modell schrittweise auf weitere Gebiete auszudehnen, sagte der US-Vertreter.
Saudi-Arabien meldet AngriffeSaudi-Arabien hat nach eigenen Angaben mehrere Drohnen abgefangen und zerstört, die auf Ölanlagen in der Ostprovinz des Landes sowie in der Hauptstadt Riad gezielt haben sollen. Die Angriffe seien von „iranisch unterstützten terroristischen Milizen“ vom irakischen Staatsgebiet aus verübt worden, erklärte der Sprecher des Ministeriums, Turki al-Maliki. Das Königreich behalte sich vor, „zum geeigneten Zeitpunkt und am geeigneten Ort“ zu reagieren. Weitere Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten machte das Ministerium zunächst nicht.
Huthi-Angriffe drosseln Schiffsverkehr im Roten MeerNach Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudische Ölanlagen ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab eingebrochen. Am Sonntag durchquerten nur elf Handelsschiffe die Meerenge an der Küste des Jemen, der niedrigste Stand seit Monaten, wie aus am Montag veröffentlichten Daten des Analysehauses Kpler hervorging. Auch der Verkehr durch die Straße von Hormus blieb am Wochenende gering.Der Schiffsverkehr im Roten Meer wird seit vergangener Woche von den mit Iran verbündeten Huthi behindert. Sie wollen die saudischen Exporte blockieren und weiten damit den Konflikt zwischen den USA und Iran aus, der bereits die Öllieferungen durch die Straße von Hormus beeinträchtigt hat.
Ölpreis fällt nach US-Angriffspause in Iran deutlichNach dem Ende der US-Angriffsserie in Iran hat der Ölpreis zu Wochenbeginn deutlich nachgegeben. Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent lag zeitweise bei ungefähr 92 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und damit mehr als 5 Prozent im Minus. Zuvor hatten die USA 13 Nächte in Folge Angriffe auf Iran gemeldet. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg in den folgenden Tagen deutlich und überschritt die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Die jüngste Pause der US-Angriffe am Wochenende nährte abermals Hoffnung auf eine Deeskalation in dem seit Ende Februar tobenden Konflikt. Auch Iran hatte angedeutet, seine Angriffe vorerst auszusetzen. Das Militär begründete den Schritt damit, dass es mit seinem Vorgehen lediglich Vergeltung auf US-Angriffe übe. Die Entwicklung in Nahost schien die Börsen in Ostasien zunächst kaum zu bewegen. Bis Ortszeit 10:30 Uhr sank der südkoreanische Leitindex Kospi um 1 Prozent, der japanische Nikkei 225 gab um 0,2 Prozent nach. Die Volkswirtschaften in Ostasien sind stark von Öllieferungen über die Straße von Hormus abhängig. Die Börse in Hongkong regierte in den ersten Minuten nach Handelsbeginn kaum verändert. Der Leitindex Hang Seng stieg zeitweise um 0,3 Prozent. An den chinesischen Festland-Börsen notierte der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten zu Beginn 0,5 Prozent im Minus.
USA bestätigen Verlegung von Militär in den Nahen OstenDie USA haben inmitten des Irankriegs die Verlegung von weiterem Militär in den Nahen Osten bestätigt. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sagte in der Polit-Sendung „Face the Nation“ des US-Senders CBS News, zusätzliche Kapazitäten würden in die Region verlegt. Genauere Angaben machte er nicht. US-Medien hatten bereits vor rund einer Woche berichtet, dass die USA weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegen.Nach einer Angriffsserie von 13 Nächten in Folge hatte das US-Militär in den vergangenen beiden Nächten keine Angriffe gegen Iran gemeldet. Waltz sagte, das gebe der Diplomatie etwas Raum.
US-Botschafter: Trump gibt Iran-Gesprächen RaumUS-Präsident Donald Trump gibt Gesprächen mit Iran über ein Kriegsende nach den Worten des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen einen gewissen Spielraum. „Er gibt den Gesprächen etwas Raum, er lässt ihnen ein wenig Zeit“, sagt Botschafter Mike Waltz dem US-Sender Fox News. Die USA haben Iran 13 Nächte in Folge angegriffen, ihren Beschuss über das Wochenende aber nicht fortgesetzt. Eine Erklärung des US-Militärs dazu gibt es zunächst nicht. Am Wochenende gab es bislang auch keine Berichte über Angriffe Irans.
Iranische Medien: Tanker in der Straße von Hormus explodiertIn der Straße von Hormus ist nach Berichten iranischer Medien ein Öltanker explodiert. Der Tanker sei von einer vorgeschriebenen Route abgewichen und auf eine Seemine aufgelaufen, berichteten die dem Militär und den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagenturen Defapress und Tasnim. Der Tanker habe zuvor sein Radarsystem ausgeschaltet. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.Die Straße von Hormus spielt eine Schlüsselrolle im weltweiten Energiehandel. Iran fordert von Handelsschiffen die Einhaltung einer festgelegten Passage und beansprucht die Kontrolle über die Meerenge für sich.
Iran: Haben Angriffe eingestelltNach zwei Nächten ohne US-Angriffe hat Iran nach eigenen Angaben seine Attacken auf Ziele in der Region ebenfalls eingestellt. „Da unsere Strategie im Wesentlichen auf Vergeltung beruhte, haben auch wir unsere Vergeltungsmaßnahmen gestoppt“, erklärte Armeesprecher Mohammed Akraminia am Sonntag. Die USA befänden sich in einer „schwierigen und instabilen“ Lage und suchten wahrscheinlich nach „einer neuen Strategie“, fügte er hinzu.US-Präsident Donald Trump hatte noch am Freitag erklärt, er erwäge neue, massivere Angriffe auf Iran. Washington spreche allerdings derzeit mit Teheran, das in den Verhandlungen „von Tag zu Tag ernsthafter“ werde.Die „New York Times“ hatte dagegen berichtet, dass es innerhalb der US-Regierung große Sorgen über die schwindenden Bestände an Militärmaterial gebe. Dies betreffe vor allem Ausrüstung der Golfstaaten zur Abwehr iranischer Angriffe, wie zum Beispiel Patriot-Abfangraketen. Auch der Sender CNN berichtete, dass die USA die Angriffe aus diesem Grund „auf Eis gelegt“ hätten. Akraminia ging auch auf einen geplanten Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington in der kommenden Woche ein. Sollte sich die US-Regierung wieder von Israel „in die Irre führen lassen“ und „auf der Fortsetzung des Krieges beharren, insbesondere durch Luftangriffe, wird sich der Konflikt geografisch ausweiten“, drohte der Sprecher.
Selenskyj: Russland gibt Satellitenbilder an Iran weiterRussland gibt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge seine Satellitenbeobachtungen im Nahen Osten an Iran weiter. Dies ermögliche Iran Angriffe in der Region, schreibt Selenskyj auf X. Seit Anfang Juli habe die Ukraine eine aktive russische Satellitenüberwachung der Golfstaaten und der dort befindlichen US-Militäreinrichtungen registriert. Diese Bilder tauchten anschließend in Iran auf. „Gleichzeitig besteht ein klarer Zusammenhang zwischen den russischen Satellitenbildern dieser Standorte und den iranischen Angriffen – sowohl vor den Angriffen, bei deren Vorbereitung, als auch danach, um den verursachten Schaden zu bewerten“, schrieb Selenskyj weiter.
Revolutionsgarde stoppt Durchfahrt von sechs SchiffenIrans Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe vor einer Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus gestoppt. Die Garden erklärten laut der ihnen nahestehenden Agentur Tasnim, sie setzten die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Persischen Golf und der Straße von Hormus durch. Diese Fläche entspricht etwa zwei Dritteln des deutschen Staatsgebiets. Kein Schiff könne passieren, ohne die iranischen Vorschriften einzuhalten, hieß es. Versuche des US-Militärs, den Kurs von Schiffen zu ändern, würden mit „einer entschlossenen Reaktion und Warnschüssen beantwortet“. Als Folge seien die betroffenen Schiffe gezwungen, umzukehren. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte laut dem englischsprachigen Staatssender PressTV, es gebe keine Veränderung der Verkehrslage in der Straße von Hormus. Der Sprecher verwies auf bilaterale Gespräche mit Vertretern des Omans, dessen Territorialgewässer einen Teil der internationalen Schifffahrtsroute umfassen.
Schiffsverkehr in Qatar läuft wieder regulärDer Schiffsverkehr im Golfstaat Qatar läuft nach vorigen Warnungen wegen neuer iranischer Angriffe wieder normal. Fahrten für alle Arten von Schiffen seien ab heute wieder regulär möglich, teilte das qatarische Transportministerium mit. Die Betreiber und Besatzungen von Schiffen sollten sich aber weiterhin an die Vorschriften halten, um ein höchstes Maß an Sicherheit zu garantieren.Qatar hatte nach neuen iranischen Angriffen zuvor zu einer vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere „meeresbasierte Tätigkeiten“ werde empfohlen, diese bis auf Weiteres auszusetzen, teilte das Ministerium vor zwei Wochen mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und „alle anderen Seefahrzeuge“.