FAZ 06.06.2026
05:00 Uhr

Liveblog Irankrieg: USA greifen Ziele in Iran an – Explosionen in Kuwait und in Bahrain


Trump: Iran verfügt noch über 21 bis 22 Prozent seiner Raketen +++ Iran droht mit vollständiger Schließung der Straße von Hormus +++ Kuwait kauft in den USA Drohnenabwehrsystem für zwei Milliarden Dollar +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: USA greifen Ziele in Iran an – Explosionen in Kuwait und in Bahrain

Iran weist Vorwurf der Instrumentalisierung Libanons zurückDer iranische Außenminister Abbas Aragtschi weist Äußerungen des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun zurück, ⁠wonach Teheran Libanon als Verhandlungsmasse nutzt. Aoun wirft Iran vor, das Land in seinen Verhandlungen mit den USA als Druckmittel einzusetzen, wofür die libanesische Bevölkerung den Preis zahle. „Wäre Libanon eine Verhandlungsmasse für Iran, hätten wir schon längst ein Abkommen“, schreibt Aragtschi auf der Plattform X. „Retten Sie Libanon vor Ihrem wahren Feind, Herr Präsident.“ 

Iran droht mit vollständiger Schließung der Straße von HormusDie iranische ⁠Revolutionsgarde droht mit einer vollständigen Schließung der Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte. Die USA würden für die Folgen verantwortlich gemacht, sollten ihre „Machenschaften“ andauern, heißt ‌es in einer Erklärung. Das US-Militär weist indessen iranische Angaben zurück, wonach das Hauptquartier der Fünften Flotte der US-Marine in Bahrain beschädigt worden sei.

Kuwait kauft in den USA Drohnenabwehrsystem für zwei Milliarden DollarDer Golfstaat Kuwait kauft beim Verbündeten USA Abwehrsysteme gegen Drohnenangriffe. Man habe den Verkauf entsprechender Rüstungsgüter im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) genehmigt, teilte das US-Außenministerium mit. Hauptauftragnehmer sei das Unternehmen Anduril mit Sitz in Kalifornien. Wann das System geliefert werden soll, blieb zunächst unklar. Bei Rüstungsgeschäften geht es häufig um langfristige Beschaffungszeiträume.

Trump: Iran verfügt noch über 21 bis 22 Prozent seiner RaketenLaut US-Präsident Donald Trump verfügt ‌der ‌Iran immer noch über „einige Raketen und Drohnen“. In einem ​Interview mit dem ⁠US-Sender NBC News sagt Trump: „Sie haben ​wahrscheinlich noch 21 bis ⁠22 Prozent ihrer ‌Raketen. Das sind eine Menge Raketen, aber ⁠es ist nicht ⁠mehr das, was ⁠es ​war, als ⁠wir zum ersten ​Mal angegriffen haben.“

Medienbericht: USA schießen iranische Drohnen über Straße von Hormus abNach Angaben ‌des US-Fernsehsenders CNN hat der Iran mehrere Drohnen in Richtung der Straße ‌von Hormus abgeschossen. ‌US-Kampfflugzeuge hätten mindestens vier der Drohnen abgefangen, berichtet der Sender unter Berufung ​auf einen US-Regierungsvertreter.

USA greifen iranische Radarstellungen anUS-Streitkräfte haben nach dem Start von vier iranischen Angriffsdrohnen iranische Radarstellungen angegriffen. Das ‌für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando teilt mit, die iranischen Drohnen hätten den regionalen Seeverkehr bedroht. Die ‌US-Angriffe auf ‌die Anlagen in Goruk und auf der Insel Qeschm dienten der Verteidigung gegen weitere iranische Attacken.

Libanons Präsident: Iran soll sich nicht in „unser Land“ einmischenLibanons Präsident Joseph Aoun hat Iran aufgefordert, sich nicht in sein Land einzumischen. „Es ist nicht Euer Land, es ist unser Land“, sagte er in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CNN an die iranischen Revolutionsgarden gerichtet. „Es ist nicht Eure Aufgabe, Euch in unser Land einzumischen“, fuhr er fort.„Sie nutzen den Libanon als Druckmittel in ihren Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Das ist inakzeptabel“, sagte Aoun weiter, wobei er sich auf die Führung im Iran bezog. Teheran beharrt darauf, dass die Kämpfe in Libanon und in der Golfregion miteinander verbunden seien.Die mit Iran verbündete Hizbullah-Miliz müsse verstehen, dass es „keinen anderen Weg gibt, als sich an einen Tisch zu setzen und zu reden, keinen anderen Weg, dieses Problem zu lösen und das zu retten, was noch übrig ist, als durch Verhandlungen und Diplomatie“, sagte Aoun. „Es ist das libanesische Volk, nicht das Volk von (Hizbullah-Chef) Naim Kassem“, fuhr Libanons Präsident fort. „Die Mehrheit des libanesischen Volkes hat den Krieg satt.“

Unter Hausarrest stehender iranischer Ex-Regierungschef Mussawi in Klinik gebrachtDer seit 15 Jahren unter Hausarrest stehende frühere iranische Regierungschef Mir Hossein Musawi ist nach einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands ins Krankenhaus eingeliefert worden. Vergangene Woche habe er „eine gesundheitliche Krise erlitten und wurde in ein Krankenhaus verlegt“, sagte sein im Ausland lebender Berater Ardeschir Amir Ardschomand am Freitag dem Sender BBC Persian. Mussawi sei noch in der Klinik, sein Zustand habe sich im Laufe des Tages aber gebessert.Der als weitgehend moderat geltende Mussawi war zwischen 1981 und 1989 der letzte Regierungschef in Iran, danach wurde dieses Amt abgeschafft. Seit 2011 steht der mittlerweile 84-Jährige unter Hausarrest. Ihm war damals vorgeworfen worden, zu Demonstrationen aufgerufen zu haben. Allerdings wurde gegen ihn nie Anklage erhoben.

Paris ermittelt zu Gewalt gegen Gaza-AktivistenFrankreichs Antiterror-Staatsanwaltschaft hat wegen des umstrittenen Vorgehens Israels gegen Gaza-Aktivisten ein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Folter und Kriegsverbrechen eingeleitet. Die Ermittlungen seien der Zentralstelle zur Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit übertragen worden, teilte die Antiterror-Staatsanwaltschaft in Paris mit. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hatte die Justiz eingeschaltet, nachdem der französische Generalkonsul in der Türkei von sexueller Gewalt, Schlägen und Erniedrigung französischer Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte gesprochen hatte. Israel bestreitet die Vorwürfe von körperlicher und sexualisierter Gewalt.Israel hatte Mitte Mai eine aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Das israelische Außenministerium sprach von einer „PR-Aktion im Dienste der Hamas“.  Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das festgenommene Gaza-Aktivisten in demütigender Weise zeigte, hatte anschließend internationale Empörung ausgelöst. 

Libanons Präsident warnt Iran: „Es ist nicht euer Land“Libanons Präsident Joseph Aoun hat Iran vorgeworfen, sein Land als Druckmittel im Konflikt mit den USA und Israel zu missbrauchen. „Sie benutzen Libanon als Verhandlungsmasse in ihren Gesprächen mit den USA“, sagte Aoun in einem CNN-Interview. Das sei „inakzeptabel“. Er forderte Teheran auf, sich nicht länger in die inneren Angelegenheiten Libanons einzumischen. Die Interessen Libanons stimmten nicht mit denen Irans überein. An die iranische Revolutionsgarde gerichtet erklärte er: „Es ist nicht euer Land, es ist unser Land.“ Der Chef der von Iran unterstützen Hizbullah-Miliz, Naim Kassim, repräsentiere nicht das libanesische Volk, wurde Aoun zitiert. CNN veröffentlichte zunächst nur Ausschnitte des Interviews. Nach Angaben des Präsidentschaftspalasts in Beirut soll das gesamte Interview am Montag ausgestrahlt werden.Aoun äußerte sich vor dem Hintergrund eines neuen Anlaufs zur Umsetzung einer Waffenruhe zwischen Israel und Libanon. Die Einigung sei nach schwierigen Verhandlungen erzielt worden und könne den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen, sagte er. 

Iran meldet Warnschüsse auf US-KriegsschiffeIrans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge Warnschüsse auf US-Kriegsschiffe vor ihrer Südküste gefeuert. Zwei amerikanische Zerstörer seien somit aus dem Arabischen Meer zurückgedrängt worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Armee.Ein Reporter des staatlichen Fernsehens sagte, der Vorfall habe sich in den vergangenen 48 Stunden ereignet. Seinen Worten nach wollte die US-Marine mit ausgeschalteten Navigationssystemen in den Persischen Golf einlaufen. Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die Meerenge übernommen, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um Iran am Export von Öl zu hindern. In den vergangenen Wochen kam es vereinzelt zu gegenseitigem Beschuss. 

Auswärtiges Amt rät vor Reisen nach Kuwait und Bahrain abDas Auswärtige Amt rät von Reisen nach Kuwait und Bahrain ab. Für Kuwait spricht das Außenministerium eine Reisewarnung ‌aus. Von Reisen nach Bahrain werde dringend abgeraten, teilte das Ministerium mit. „Die Sicherheitslage in der Region bleibt höchst volatil; eine ‌erneute Verschärfung der Sicherheitslage ‌in der Region einschließlich erheblicher Einschränkungen des Flugverkehrs kann nicht ausgeschlossen werden.“ Dabei verweist das Ministerium auf Luftschläge aus Iran am ​3. Juni, bei denen ein ⁠Militärstützpunkt der USA in Bahrain attackiert und der internationale Flughafen in Kuwait beschädigt wurde.

Trotz Waffenruhe-Vereinbarung erneut Kämpfe im Libanon Ungeachtet der zwischen Israel und Libanon vereinbarten Waffenruhe geht der Konflikt zwischen der Hizbullah-Miliz und Israel weiter. Bei einem erneuten Angriff der proiranischen Miliz auf die im Süden Libanons stationierten Truppen wurde ein israelischer Soldat getötet, wie die Armee am Donnerstagabend mitteilte. Die Hizbullah hatte kurz zuvor die in der Nacht zum Donnerstag in Washington zwischen Libanon und Israel vereinbarten Bedingungen für eine Waffenruhe abgelehnt. Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg und hat nur begrenzten Einfluss auf die  Hizbullah. Nach dem tödlichen  Hizbullah-Angriff bombardierte die israelische Armee nach eigenen Angaben Infrastruktur der Miliz. In der Nacht gab die  Hizbullah  einen weiteren Raketenangriff auf die israelischen Truppen im Süden des Libanons bekannt. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht. Von Israels Armee gab es dazu zunächst keine Mitteilung.

Libanon: Israelische Armee zieht sich aus Grenzort zurück Als Teil der Umsetzung einer Waffenruhe hat sich die israelische Armee nach libanesischen Angaben aus dem libanesischen Grenzort Dibbin zurückgezogen. Die libanesischen Streitkräfte bestätigten, dass sie in die Stadt eingerückt seien, nachdem das israelische Militär abgezogen sei. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht.Die libanesischen Streitkräfte haben demnach vor Ort von den Israelis errichtete Barrieren beseitigt. Spezialisierte Teams führten weiterhin Erkundungen rund um den Ort aus und räumten im Gebiet zurückgelassene Blindgänger. Die Armee rief die Bevölkerung auf, das Gebiet nicht zu betreten und den Anweisungen des Militärs Folge zu leisten, bis der Einsatz abgeschlossen ist.