Glück gehabt: Wer früh in der Schlange vor der Wiesbadener Sternwarte stand, konnte noch eine der begehrten Brille ergattern. Nach zehn Minuten war die Hälfte des Bestands allerdings schon weg.
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12.08.2026 17:03 Uhr |

Glück gehabt: Wer früh in der Schlange vor der Wiesbadener Sternwarte stand, konnte noch eine der begehrten Brille ergattern. Nach zehn Minuten war die Hälfte des Bestands allerdings schon weg.
Ihrer Zeit weit voraus: Vor genau 320 Jahren malte Maria Clara Eimmart eine Sonnenfinsternis auf der Nürnberger Burg. Dass die Zeichnung in der Berliner Staatsbibliothek wiederentdeckt wurde, ist ein kleines Wunder:
Auf dem Feldberg sind die Spots mit weichem Untergrund und dem besten Blick schon seit einer Stunde besetzt. Für eine gute Sicht macht man es sich nun auch schon in der zweiten Reihe gemütlich – so gut das eben geht. Wobei: Mit der richtigen Verpflegung sitzt es sich wohl überall bequem.
Vor der Sternwarte Wiesbaden hat sich eine halbe Stunde vor Öffnung schon eine Schlange gebildet. Rund 60 Menschen in allen Altersstufen stehen an, auch die Parkplätze sind schon weg. „Kommt ja nicht so oft vor, so eine Sonnenfinsternis“, erklärt eine Frau lachend auf die Frage, warum sie schon so früh da ist. Viele in der Schlange hoffen nicht nur auf einen guten Platz, sondern auch auf eine Sonnenfinsternisbrille: Die Sternwarte soll einige der begehrten Brillen vorrätig haben.
Island erlebt seine erste Sonnenfinsternis seit 1433 – in der Hauptstadt Reykjavík dürfte die Sicht allerdings durch Regen und Wolken verdorben werden. Dort wird die Sonne für etwa eine Minute vollständig abgedeckt sein, der Höhepunkt wird gegen 19.45 Uhr MESZ erwartet. Die Insel hat für das Spektakel eigene Beobachtungsstellen eingerichtet, im Westen des Landes sind Hotels nahezu ausgebucht. Anlässlich des Himmelsphänomens werden eigens hergestelltes Bier, Schokolade, T-Shirts und Hüte verkauft.
Partielle Sonnenfinsternis hat bei Alaskas Küste begonnenDie Sonnenfinsternis, die am Abend auch in Deutschland zu sehen sein wird, ist gestartet. Die partielle Phase begann nach Astronomenberechnungen gegen 17.34 Uhr deutscher Zeit nahe der Pazifikküste Alaskas. Die partielle Sonnenfinsternis ist in weiteren Teilen der Welt zu sehen, beispielsweise auch in Teilen Nordamerikas und im Westen von Afrika. Die totale Sonnenfinsternis ist hingegen nur in bestimmten Teilen der Welt zu sehen. Sie startet im nördlichen Sibirien, wo die Sonne gerade noch als Mitternachtssonne über dem Horizont zu sehen ist. In Deutschland ist es dann etwa 19 Uhr. Der Kernschatten des Mondes zieht am Nordpol vorbei sowie über den Osten Grönlands und Westen Islands hinweg. Er erreicht Nordspanien, berührt einen Zipfel von Portugal und rast dann quer über die Iberische Halbinsel und über die Balearen. Die totale Finsternis endet kurz nach 20.30 Uhr im Mittelmeer.
Sie harren in der Hitze aus: Die ersten hartgesottenen „Sofi\"-Fans haben sich schon auf dem Feldberg im Taunus eingefunden und die besten Plätze mit Blickrichtung nach Westen reserviert. Jetzt ist erstmal Warten angesagt – gegen 19.20 Uhr wird im Raum Frankfurt die partielle Sonnenfinsternis beginnen, die maximale Verdunklung wird um 20.12 Uhr zu sehen sein.
Einige Sternwarten bieten heute Abend einen guten Blick auf das Spektakel, darunter auch die Sternwarte in Wiesbaden, die extra ab 18.30 Uhr ihre Türen öffnet. Für Spaziergänger hängen die wichtigsten Infos schon am Tor:
Perfekte Bedingungen auch für SternschnuppenNur wenige Stunden nach der Sonnenfinsternis folgt an diesem Mittwochabend der nächste Höhepunkt: Die Perseiden, ein Sternschnuppenstrom, hat sein Maximum ab etwa 23.00 Uhr. Es „herrschen bei oft wolkenlosem Himmel und Neumond perfekte Bedingungen zum Bestaunen der zahlreichen Sternschnuppen“, sagt Meteorologe Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. „Zum Höhepunkt in der zweiten Nachthälfte wird es allerdings vor allem in der Nordosthälfte Deutschlands mit vielfach unter 15, teils sogar unter 10 Grad recht frisch, sodass neben gut geputzten Brillengläsern auch eine Jacke hilfreich sein wird.“
Die totale Sonnenfinsternis im Jahr 1999 fiel fast auf denselben Tag wie in diesem Jahr. Am 11. August 1999 verdunkelte sich mittags der Himmel, in der Tagessschau war damals von der „letzten Sonnenfinsternis dieses Jahrtausends\" die Rede.
Dunkelheit kann man hörenAuch blinde und sehbehinderte Menschen können in Spanien die Sonnenfinsternis erleben. Das Institut für Physik Kantabriens setzt am Mittwoch in Santander dafür „Light Sound“ ein, ein Gerät, das die Veränderungen des Sonnenlichts in Echtzeit in Töne umwandelt und an Kopfhörer überträgt. Man könne damit „Dunkelheit und Licht“ hören, sagte die Forscherin Rosa María Dominguez der Nachrichtenagentur Efe. Das Gerät erzeuge bei Lichteinfall Töne und bleibe bei Dunkelheit stumm.
Wie sehr verdunkelt sich der Himmel?Das kommt ganz darauf an: Bei einer partiellen Sonnenfinsternis mit 70 bis 80 Prozent Abdeckung wird es laut Astronomen nicht spürbar dunkel. Wer nicht gezielt mit Schutzbrille an den Himmel schaut, bekommt deshalb oft überhaupt nichts davon mit. Erst ab etwa 85 bis 90 Prozent Abdeckung der Sonne durch den Mond – wie am Mittwochabend in großen Teilen Deutschlands – verändern sich das Tageslicht und die Atmosphäre leicht.
Droht ein Blackout?Ein großer Teil des Stroms in Deutschland wird aus Solarenergie erzeugt. Unser Kollege Manfred Lindinger hat mit dem Energieexperten Leonhard Gandhi gesprochen – der erklärt, wie die Stromnetze für die partielle Sonnenfinsternis vorbereitet werden: