FAZ 15.03.2026
10:15 Uhr

Liveblog UkraineKrieg: Schojgu sieht ganz Russland durch Drohnen in Gefahr


Zahl ukrainischer Angriffe in Russland gestiegen +++ Selenskyj: Russische Offensive vereitelt +++ De Wever fordert EU-Verhandlungen mit Moskau +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog UkraineKrieg: Schojgu sieht ganz Russland durch Drohnen in Gefahr

Selenskyj: Russische Offensive vereitelt  Der Ukraine ist es nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gelungen, eine für den März geplante strategische Offensive des russischen Militärs zu vereiteln. „Und auch wenn die Attacken stetig sind und die Sturmversuche anhalten, ist ihre Intensität und der Maßstab der Auseinandersetzung nicht so groß, wie die Russen das geplant und ihre Kommandeure das der politischen Führung versprochen haben“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.Selenskyj bedankte sich in dem Zusammenhang bei den Einheiten verschiedener Frontabschnitte für ihre Zähigkeit und ihren Durchhaltewillen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten ist der Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ins Stocken geraten. An einigen Frontabschnitten, speziell im Süden des Landes, konnten die Ukrainer demnach bei Gegenangriffen sogar Territorium zurückerobern. Die Lage bleibt für die Verteidiger aufgrund des anhaltenden Soldatenmangels allerdings schwierig. 

Moskau: Beschädigter Tanker hat 700 Tonnen Kraftstoff an BordEin vor knapp zwei Wochen beschädigter russischer Tanker treibt nach Angaben Moskaus mit hunderten Tonnen Treibstoff führerlos im Mittelmeer. Die „Arctic Metagaz“ habe „schwere Schäden davongetragen“, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Montag in Moskau. An Bord seien Detonationen zu hören, das Schiff neige sich immer stärker zur Seite und es seien vereinzelte Brände beobachtet worden. Als die Besatzung das Schiff verließ, befanden sich laut Sacharowa 450 Tonnen Schweröl und 250 Tonnen Diesel „sowie eine erhebliche Menge Erdgas“ in den Tanks. 

Russland stoppt Rekrutierung von KenianernRussland wird laut dem kenianischen Außenminister Musalia Mudavadi keine Kenianer mehr für die Armee rekrutieren. Die beiden Länder hätten sich darauf geeinigt, dass Russland keine kenianischen Staatsangehörigen mehr an der Front im Krieg gegen die Ukraine einsetze, sagte Mudavadi am Montag bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau.Mudavadi war unter anderem nach Russland gereist, um die Heimkehr von Kenianern, die für Russland im Ukrainekrieg gekämpft hatten, zu vermitteln. Der russische Außenminister Lawrow sagte, dass die bisherigen Rekruten sich freiwillig gemeldet hätten. Beiden Außenminister betonten in der auf der Internetplattform X übertragenen Pressekonferenz die guten Beziehungen zwischen den Ländern und das Ziel, Arbeitsmöglichkeiten für Kenianer in Russland zu schaffen. 

Ungarn blockiert EU-Ukraine-Kredit bis Öl wieder fließtUngarn bekräftigt seinen Widerstand gegen einen geplanten Kredit der Europäischen Union für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Ungarn werde den Kredit ‌weiterhin blockieren, solange kein Öl durch die Druschba-Pipeline geleitet werde, sagte Außenminister Peter Szijjarto in Brüssel. Seit Ende Januar fließt kein russisches Öl mehr durch die Röhre nach Ungarn ‌und in die Slowakei. ‌Die Regierung in Kiew macht einen russischen Angriff in der Westukraine für den Ausfall verantwortlich, während die Slowakei und Ungarn der Ukraine die Schuld geben. 

Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Moskau abgewehrtRussland hat nach eigenen Angaben am Wochenende einen ‌großen ukrainischen Luftangriff mit mehr als 100 Drohnen auf die Hauptstadt Moskau abgewehrt. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach am Montag ‌von mehr als ‌100 abgeschossenen Drohnen binnen zwei Tagen. Allein in der Nacht auf Montag seien über der Region Moskau 53 Drohnen abgefangen worden, meldete die Nachrichtenagentur ​Tass unter Berufung auf einen ⁠Vertreter des Verteidigungsministeriums. Insgesamt seien in einer Nacht bei Angriffen auf Russland mindestens 145 Drohnen ​zerstört worden. An den Moskauer Flughäfen wurde der Flugbetrieb zeitweise eingeschränkt, wie die ⁠russische Luftfahrtbehörde ‌mitteilte. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. 

Brand in Öldepot in Südrussland nach Drohnenangriff In ‌der südrussischen Region Krasnodar ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Öldepot ​nach einem Drohnenangriff ⁠in Brand geraten. Der Angriff habe sich in ​der Stadt Labinsk ereignet, teilten die ⁠Behörden mit. Niemand ‌sei verletzt worden. Eine Stellungnahme aus ​Kiew lag zunächst nicht ​vor. 

Brand in russischem Öllager gelöschtEin durch ukrainische Drohnenangriffe in der Nacht hervorgerufener Brand in einem Öllager im Süden Russlands ist gelöscht worden. Die Löscharbeiten dauerten rund einen halben Tag, wie der Krisenstab der Region Krasnodar mitteilte. Das Depot nahe der Stadt Tichorezk war in der Nacht in Flammen aufgegangen. Es war bereits der zweite Angriff auf das Lager innerhalb weniger Tage. Bei der Attacke wurden offiziellen Angaben zufolge auch zwei Hochstromleitungen beschädigt. Tichorezk liegt Hunderte Kilometer von der Front entfernt. 

Trilaterale Gespräche in den USADie US-Vermittler wollen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge nächste Woche in ‌den USA trilaterale ‌Gespräche mit Russland und der Ukraine über eine Beendigung des Krieges abhalten. Ein Treffen mit US-Präsident Donald ​Trump sei nötig, ⁠betonte Selenskyj. 

Trump rechtfertigt Lockerung von Sanktionen infolge des Irankriegs„Ich will Öl für die Welt haben“, sagte US-Präsident Donald Trump dem Sender NBC News auf die Frage zu seiner Entscheidung, angesichts der steigenden Energiepreise Kaufbeschränkungen gegen Russland zu lockern.Zur Unterstützung der Ukraine waren beispiellose Sanktionen gegen Russland verhängt worden. Doch vor wenigen Tagen teilte US-Finanzminister Scott Bessent mit, russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, dürfe vorerst doch wieder straflos verkauft werden. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, nachdem die Ölpreise drastisch gestiegen waren. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Deutschland und andere Unterstützer der Ukraine hatten die Entscheidung massiv kritisiert und darauf verwiesen, dass der Druck auf Russland aufrechterhalten werden müsse, um den Krieg zu beenden.Trump hingegen warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in dem NBC-Interview erneut vor, ein größeres Hindernis für ein mögliches Ende des Krieges zu sein als Kremlchef Wladimir Putin. „Ich bin überrascht, dass Selenskyj kein Abkommen schließen will. Sagen Sie Selenskyj, er soll ein Abkommen schließen, denn Putin ist dazu bereit“, sagte Trump in dem NBC-Interview. „Mit Selenskyj ist es weitaus schwieriger, eine Einigung zu erzielen.“ 

Ein Toter und mehrere Verletzte nach Bombenangriff auf Saporischschja Bei einem Bombenangriff auf die ukrainische Großstadt Saporischschja sind nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und weitere 18 verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch zwei Minderjährige, teilte Gebietsgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mit. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, unter den Trümmern der Wohnhäuser wird nach weiteren Menschen gesucht.Nach Angaben Fedorows wurden zwölf größere Wohnblocks und weitere zwölf private Wohnhäuser getroffen. Saporischschja liegt nur einige Dutzend Kilometer von der Front entfernt. Das russische Militär setzt daher gelenkte Gleitbomben gegen die Großstadt ein. Diese können von einem Flugzeug noch weit hinter der Front abgeworfen werden und segeln dann ins Zielgebiet. Russland hat während des inzwischen vier Jahre währenden Kriegs diese Art Bomben deutlich weiterentwickelt. Sie haben nun eine größere Reichweite und Sprengkraft. 

Verlängerung der EU-Sanktionen gegen RusslandDie Slowakei hat in letzter Minute ihre Blockade gegen eine Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland aufgegeben. Die Strafmaßnahmen wurden daraufhin umgehend für weitere sechs Monate verlängert, wie am Samstag die EU in Brüssel mitteilte. Die nach der russischen Invasion in der Ukraine verhängten Sanktionen müssen alle sechs Monate einstimmig von den 27 EU-Mitgliedstaaten verlängert werden. Die Slowakei stellte sich nun aber quer und forderte, dass die Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman von der Liste gestrichen werden. Hätte Bratislava nicht eingelenkt, wären die Sanktionen am Sonntag ausgelaufen. Nun gelten sie laut EU-Erklärung vorerst bis zum 15. September weiter.

Mindestens fünf Tote bei russischen Angriffen auf UkraineIn der ​Ukraine sind bei massiven russischen Luftangriffen mindestens fünf Menschen getötet worden. Hauptziel der Angriffe sei die Energieinfrastruktur in der Region Kiew gewesen, ⁠schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Es seien jedoch auch Wohngebäude, Schulen und Unternehmen beschädigt worden. Selenskyj zufolge richtete sich der Angriff mit rund 430 Drohnen und 68 Raketen auch gegen die Regionen Sumy, Charkiw, Dnipro und Mykolajiw. Die meisten Geschosse seien von der Flugabwehr ‌abgefangen worden. Der Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, teilte mit, dass ein Wohngebiet der gleichnamigen Stadt getroffen worden sei. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen, drei seien verletzt worden.„Russland wird versuchen, den Krieg im Nahen Osten auszunutzen, um hier in ‌Europa, in der Ukraine, noch größere Zerstörung ‌anzurichten“, schrieb Selenskyj auf X. Selenskyj rief die Verbündeten seines Landes auf, die Produktion wichtiger Flugabwehrwaffen zu erhöhen.

Ukrainischer Geheimdienst: Zwei russische Kriegsschiffe getroffenDer ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat eigenen Angaben nach zwei vom russischen Militär genutzte Schiffe angegriffen und beschädigt. Die Eisenbahnfähre „Slawjanin“ sei außer Betrieb gesetzt, die „Avantgarde“ beschädigt worden, teilte HUR bei Telegram mit. Beide Schiffe seien vorrangig im Pendelverkehr zwischen dem russischen Festland und der bereits seit 2014 von Moskau annektierten Halbinsel Krim eingesetzt worden und Teil der Militärlogistik gewesen, hieß es. Nach Angaben des HUR wurden mit den Schiffen Waffen, Militärtechnik und Munition transportiert.Demnach wurden die Schiffe im Rahmen eines Angriffs gegen den Schwarzmeerhafen Port Kawkas beschossen. Auch die Infrastruktur des Hafens selbst sei bei der Aktion beschädigt worden. Die vom HUR veröffentlichten Bilder deuten auf einen Drohnenangriff hin. Tatsächlich hatten am Morgen russische Behörden Schäden am Hafen und an einem Schiff eingeräumt, ohne Details zu nennen. Bei der Attacke wurden drei Personen verletzt.