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21.03.2026
08:28 Uhr
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Ukraine-Kredit: Merz wirft Orbán „Akt grober Illoyalität“ vor +++ Der Kanzler kündigt Konsequenzen nach Orbáns Nein zu Ukraine-Kredit an +++ Selenskyj: Neue Ukraine-Gespräche für Samstag geplant +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Stromausfall in ukrainischer Region Tschernihiw nach russichem AngriffEin russischer Drohnenangriff hat die Stromversorgung in einem Großteil der nordukrainischen Region Tschernihiw lahmgelegt, wie der örtliche Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus mitteilte. Die Reparatur laufe. Die gleichnamige Regionalhauptstadt sei komplett ohne Strom, erklärte die dortige Stadtverwaltung. Die an Russland und Belarus grenzende Region hatte vor dem Krieg knapp eine Million Einwohner.
Frankreich entert Schiff der russischen Schattenflotte Die französische Marine hat am Freitag einen aus Russland kommenden Öltanker im Mittelmeer geentert. Das unter mosambikanischer Flagge fahrende Schiff „Deyna“ steht im Verdacht, zur russischen Schattenflotte zu gehören. Es kam aus Murmansk in Russland und wurde im westlichen Mittelmeer abgefangen. Der französische Präsident Emmanuel Macron bestätigte den Vorgang: „Der Krieg im Iran wird Frankreich nicht davon abhalten, die Ukraine zu unterstützen. (…) Schiffe, die internationale Sanktionen umgehen und das Seerecht verletzen, sind Kriegsprofiteure.“ Es ist bereits das dritte Mal, dass die französische Marine gegen Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte vorgeht.
Freigelassene Belarussen sind in Litauen eingetroffen In Litauen sind 15 freigelassene belarussische politische Gefangene eingetroffen, die von der autoritären Führung in Minsk auf amerikanische Vermittlung freigelassen worden sind. Ein Sprecher der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sprach nach deren Ankunft am Donnerstagabend in Vilnius vor Journalisten von einem „sehr wichtigen Tag“ und würdigte die Hilfe durch die litauischen Behörden. Tichanowskaja selbst schrieb auf Telegram, sie sei „glücklich und erleichtert“ und bedanke sich bei den USA für ihre Bemühungen um die Freilassung der Gefangenen.Nach Gesprächen mit einer amerikanischen Delegation unter Leitung des Sondergesandten John Coale hatte der mit Russland verbündete belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko am Donnerstag 250 politische Gefangene freigelassen. Davon sind nach Angaben von Tichanowskajas Büro 235 in ihrem Heimatland geblieben, die restlichen 15 sind nach Litauen gegangen. Dort wurden sie Medienberichten zufolge von zahlreichen Unterstützern freudig empfangen, als sie aus dem Bus stiegen.Im Gegenzug für die Freilassung hoben die USA mehrere Sanktionen gegen mehrere belarussische Firmen und Institutionen auf. Washington hatte zuvor bereits im Dezember 2025 einige Strafmaßnahmen gelockert, nachdem Minsk 123 politische Gefangene freigelassen hatte. Dagegen hatte die EU ihre Sanktionen gegen Belarus erst kürzlich um weitere zwölf Monate verlängert – und sollte nach Ansicht von Litauen nicht dem Beispiel der USA folgen.
Handelsschiffe durch russischen Angriff beschädigtBei einem russischen Drohnenangriff in der südukrainischen Schwarzmeer-Region Odessa sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei unter ausländischer Flagge fahrende Handelsschiffe beschädigt worden. Bei dem nächtlichen Angriff seien zudem zwei Menschen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, weiter mit. Getroffen worden seien auch ein Getreidesilo und Verwaltungsgebäude. Die beiden zivilen Frachter unter der Flagge von Palau und Barbados hätten im Hafen gelegen und seien mit Getreide beladen gewesen. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Russland greift immer wieder die ukrainische Hafeninfrastruktur an, die auch für die weltweite Getreideversorgung wichtig ist.
EU will Ukraine-Kredit trotz Ungarns Blockade auszahlenDie EU will Wege finden, den zugesagten Kredit von 90 Milliarden Euro an die Ukraine trotz des anhaltenden Widerstands Ungarns auszuzahlen. „Wir werden auf die eine oder andere Weise liefern“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Brüssel. EU-Ratspräsident Antonio Costa erklärte dazu, die EU-Staats- und Regierungschefs hätten den „inakzeptablen“ Widerstand Ungarns gegen die Auszahlung des Ukraine-Kredits bei ihrem Treffen verurteilt: „Eine Vereinbarung ist eine Vereinbarung, wir müssen zu unserem Wort stehen. Und niemand kann den Europäischen Rat erpressen.\"
Nein zu Ukraine-Kredit: Merz kündigt Orbán Konsequenzen anBundeskanzler Friedrich Merz hat die anhaltende Blockade milliardenschwerer Ukraine-Hilfen durch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als „Akt grober Illoyalität“ kritisiert. „Wir sind uns einig, dass wir das, was heute geschehen ist im Europäischen Rat, so nicht hinnehmen“, sagte der CDU-Chef nach den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Brüssel.
EU-Gipfel endet ohne Freigabe für Ukraine-KreditBundeskanzler Friedrich Merz und die anderen EU-Spitzen haben Ungarns Regierungschef Viktor Orban bei einem Gipfeltreffen in Brüssel nicht zur Aufgabe seiner Blockade von milliardenschweren Finanzhilfen für die Ukraine bewegen können. Die Beratungen endeten am späten Abend ohne eine Lösung des Streits, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten.Der in seiner Heimat um eine Wiederwahl kämpfende Rechtspopulist Orban beharrt demnach weiter darauf, erst dann sein Veto zurückzuziehen, wenn Ungarn wieder russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline bekommt. Orban behauptet, ohne das günstige russische Öl würden ungarische Haushalte und Unternehmen bankrottgehen.
Neue Ukraine-Gespräche in den USA am Samstag geplantUnterhändler der Ukraine und der USA sollen sich laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Samstag in den Vereinigten Staaten treffen, um die ins Stocken geratenen Gespräche über eine Beendigung des russischen Angriffskriegs zu beleben. „Das ukrainische Team – genauer gesagt der politische Teil der Verhandlungsdelegation – ist bereits unterwegs“, sagte Selenskyj am Donnerstag in seiner allabendlichen Videoansprache. Es sei „wichtig, dass von amerikanischer Seite Signale hinsichtlich ihrer Bereitschaft kommen, im Rahmen der bestehenden Verhandlungsformate weiter daran zu arbeiten, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu beenden“, sagte Selenskyj und fügte an: „Es gab eine Pause in den Verhandlungen. Es ist an der Zeit, sie zu beenden.“In der vergangenen Woche hatte sich der russische Gesandte Kirill Dmitrijew mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner im US-Bundesstaat Florida getroffen. Dmitrijew sprach im Anschluss von einem „produktiven Treffen“. Zuvor hatte die US-Regierung angekündigt, verhängte Sanktionen gegen russisches Erdöl aufzuheben. In Genf hatte Mitte Februar eine trilaterale Gesprächsrunde mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA stattgefunden, die allerdings keine konkreten Ergebnisse brachte. Moskau beharrt für ein Ende seines seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskriegs auf seiner Forderung, dass die Ukraine die gesamte Donbass-Region abtreten soll – was Kiew strikt ablehnt.
Hessen plant Partnerschaft mit Region KiewDer hessische Landtag hat seine uneingeschränkte Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung bekräftigt. In einem gemeinsamen Entschließungsantrag betonten die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP am Donnerstagabend in Wiesbaden den Willen, eine Regionalpartnerschaft mit der Oblast Kiew einzugehen und damit ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Eine Absichtserklärung soll in Kürze unterzeichnet werden.
Drei Tote bei russischen Angriffen Bei neuen russischen Angriffen sind in der ostukrainischen Region Sumy nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet worden. Durch einen Drohnenangriff in Kutir Mychailiwskyj kamen laut ukrainischen Staatsanwälten am Donnerstag zwei Brüder im Alter von 33 und 37 Jahren ums Leben. In Welyka Pysariwka wurde ein 62 Jahre alter Mann ebenfalls bei einem Drohnenangriff getötet.Die Region Sumy im Nordosten der Ukraine grenzt an Russland und war zu Beginn der russischen Angriffskriegs im Februar 2022 teilweise besetzt worden. In den folgenden Wochen gelang es der ukrainischen Armee, die russischen Streitkräfte zurückzudrängen. Nun rücken die russischen Soldaten wieder vor.Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe griff Russland die Ukraine in der Nacht mit insgesamt 133 Drohnen an, 109 davon konnten abgefangen werden. Neben der Region Sumy wurde demnach auch die Schwarzmeerstadt Odessa attackiert. Lokalen Behördenvertretern zufolge wurden dabei vier Menschen verletzt.
Estland meldet Luftraumverletzung durch RusslandEstland hat wieder einmal die Verletzung seines Luftraums durch Russland gemeldet. Ein Kampfflugzeug des Typs Sukhoi Su-30 sei am 18. März nahe der Ostsee-Insel Vaindloo unerlaubt für etwa eine Minute in den Luftraum eingedrungen, teilte die Armee in Tallinn mit. Das Außenamt bestellte einer Mitteilung zufolge wegen des Vorfalls den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein und überreichte eine Protestnote.
Merz fordert Orbán zum Einlenken aufZum Auftakt des EU-Gipfels hat Bundeskanzler Merz den ungarischen Ministerpräsidenten noch einmal aufgefordert, seine Blockade der milliardenschweren Finanzhilfen für die Ukraine aufzugeben. Er erinnerte in Brüssel daran, dass beim Gipfel im Dezember eine einstimmige Entscheidung aller Mitgliedstaaten darüber getroffen worden sei. „Das Prinzip der Arbeit in der Europäischen Union ist das Prinzip der Loyalität und der Verlässlichkeit. Und ich gehe davon aus, dass sich daran alle Mitgliedstaaten in der Europäischen Union auch halten.“
Kallas: Orbán handelt nicht rationalDie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán vorgeworfen, beim Thema der Finanzhilfen für die Ukraine nicht rational zu agieren. „Kroatien hat bereits eine Versorgung Ungarns mit Öl angeboten“, sagt Kallas vor dem EU-Gipfel. Zudem gebe es bereits eine EU-Entscheidung für den 90-Milliarden-Euro-Kredit an die Ukraine. Aber in Wahlkampfzeiten agierten Politiker manchmal nicht rational, fügt sie mit Blick auf die bevorstehende Parlamentswahl in Ungarn hinzu. Sie sei „nicht sehr optimistisch“, dass man eine Lösung auf dem Gipfel finde.