FAZ 24.09.2026
09:14 Uhr

Liveblog Ukrainekrieg: Mindestens zwei Tote bei russischem Raketenangriff auf Kiew


Ukraine: Sechs Tote bei russischem Angriff auf Bauernhof +++ Ukraine und Finnland schließen Abkommen zur Drohnen-Produktion +++ Trump lädt Putin zu G-20-Gipfel ein +++ Rubio trifft Lawrow in New York +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog Ukrainekrieg: Mindestens zwei Tote bei russischem Raketenangriff auf Kiew

Minister: Feuer in Starlink-Station in Polen war „Sabotage“Der Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist nach Angaben der polnischen Regierung durch „Sabotage“ ausgelöst worden. Durch das Feuer sei „der Internet-Zugang für verschiedene Institutionen gestört worden, einschließlich der ukrainischen Armee“, sagte der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski am Donnerstag dem Sender TVP Info. Der Brand war am Mittwochabend in der Anlage in Zentralpolen ausgebrochen, die Station war demnach weiter einsatzfähig. 

Nordkoreanische Kriegsgefangene in Südkorea eingetroffen Nach monatelangen Verhandlungen sind zwei von der Ukraine gefangen genommene nordkoreanische Soldaten nach Südkorea gebracht worden. Der südkoreanische Abgeordnete Yoo Yong-won, der die beiden Männer während eines Ukraine-Besuchs 2025 persönlich getroffen und sich seither für ihre Überstellung eingesetzt hatte, erklärte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, sie seien bereits vor einigen Tagen sicher in Südkorea angekommen.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte während seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York am Vortag erklärt, die Ukraine habe zwei nordkoreanische Kriegsgefangene nach Südkorea geschickt.„Diese Männer lebend gefangen zu nehmen, war nicht einfach. Einer von ihnen versuchte, sich das Leben zu nehmen, als er erkannte, dass er gefangen genommen werden würde“, sagte Selenskyj. Er kritisierte zudem die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea: „Auch das ist Wahnsinn. Warum sollten Koreaner in einem Krieg gegen die Ukraine ihr Leben geben? Kim Jong-un benutzt sie wie eine Währung. Und er bekommt dafür etwas zurück.“Nach Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes hat Nordkorea rund 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine entsandt. Vermutet wird, dass Nordkorea von dem verbündeten Russland im Gegenzug Geld, Militärtechnik und Sicherheitsgarantien erhält.Die beiden nordkoreanischen Soldaten waren nach ukrainischen Angaben im Januar 2025 in der russischen Grenzregion Kursk gefangen genommen worden. Berichten zufolge hatten sie den Wunsch geäußert, nach Südkorea überzusiedeln.Südkorea nimmt nordkoreanische Flüchtlinge nach einer Sicherheitsüberprüfung auf und gewährt ihnen grundsätzlich die südkoreanische Staatsbürgerschaft. Die südkoreanische Regierung hat sich bislang unter Verweis auf Sicherheitsbedenken nicht zum Verbleib der beiden Männer geäußert. 

Wadephul wirft Russland gefährliche Eskalation in Europa vorAußenminister Johann Wadephul wirft Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts zunehmender hybrider Attacken eine Eskalation der Aggression gegen Europa vor. „Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht“, kritisierte der CDU-Politiker bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.Wadephul bezog sich auf den von der Bundesregierung Moskau zugeschriebenen Drohnenvorfall am Flughafen Halle/Leipzig Anfang August, der ukrainische Frachtflugzeuge zum Ziel hatte. Russland habe versucht, die Maschinen mit einer mit Sprengstoff präparierten Drohne in die Luft zu sprengen, sagte der Minister. „Dies ist kein Einzelfall von Russlands rücksichtsloser und gefährlicher Eskalation in Europa“, fügte er hinzu. Russland weist jeden Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall von Leipzig zurück.

Baltische Staaten wollen mehr EU-Unterstützung für die DrohnenabwehrDie drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben die EU zu mehr Unterstützung bei der Abwehr von Drohnen aufgefordert. Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, er sei gemeinsam mit seinen Kollegen aus den beiden anderen baltischen Ländern an die EU-Kommission herangetreten, um zusätzliche Mittel für gemeinsame Anti-Drohnen-Kapazitäten zu erfragen. Einem Pressebericht zufolge soll es sich bei der Summe um 500 Millionen Euro handeln.Die baltischen Staaten, allesamt Mitglieder der EU und der Nato, handelten „geschlossen, zügig und proaktiv“, erklärte Kaunas weiter. „Indem wir die Grenzen der baltischen Staaten schützen, schützen wir auch die Ostgrenze der Europäischen Union tragen unmittelbar zur Sicherheit unserer Bürger und Europas als Ganzem bei.\" Die in einem Bericht der finnischen Zeitung „Iltalehti“ genannte Summe von einer halben Milliarde Euro bestätigte der Minister nicht.

OpenAI gewährt Ukraine Zugang zu besonders leistungsfähiger KI für CybersicherheitDas US-Unternehmen OpenAI gewährt der Ukraine Zugang zu seinen besonders leistungsfähigen KI-Anwendungen für Cybersicherheit. Die Regierung in Kiew werde in das bislang nur eingeschränkt zugängliche Programm „Daybreak“ aufgenommen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Technologie soll dabei helfen, Schwachstellen in Computersystemen aufzuspüren und zu beheben und so insbesondere die zivile Infrastruktur besser gegen Cyberangriffe zu schützen.Die Ukraine ist nach Angaben von OpenAI anhaltenden Cyberangriffen aus Russland ausgesetzt. Im vergangenen Jahr registrierte die zuständige ukrainische Behörde demnach fast 6000 Vorfälle, darunter Angriffe auf Computersysteme von Krankenhäusern sowie auf den Energie- und Telekommunikationssektor.OpenAI hat nach eigenen Angaben bereits der EU-Agentur für Cybersicherheit Enisa sowie mehreren Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Polen, spezielle KI-Modellen für IT-Sicherheit zur Verfügung gestellt.Die Ankündigung des Technologiekonzerns erfolgte am Rande der UN-Generalversammlung in New York.

Russland greift Kongresszentrum in Kiew an Nach Angaben des gut informierten Bloggers Serhij Sternenko hat Russland am Mittwochabend mehrfach das Kongresszentrum “Parkowyj” angegriffen. Es liegt im Zentrum der Stadt unweit des Parlaments und des Stadions von Dynamo Kiew. Seinen Angaben zufolge haben dort auch die wichtigsten Abgeordneten aus der Präsidentenpartei „Diener des Volkes“ ihre Büros. 

Selenskyj hält Rede bei der UN-GeneraldebatteIn seiner Rede bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen (UN) in New York hat Selenskyj zur Unterstützung seines kriegsversehrten Landes aufgerufen. Zudem kündigte er am Mittwoch auch ein Abkommen über eine Zusammenarbeit bei der Produktion von Drohnen mit Finnland an. Andere Länder, darunter Kanada und Australien, würden ein solches Abkommen abschließen wollen, sagte der ukrainische Präsident.Die geschlossene Vereinbarung erlaube es der Ukraine etwa, bestimmte Drohnen-Modelle in Finnland „effizienter und günstiger“ produzieren zu können, sagte der finnische Präsident Alexander Stubb zuvor am Mittwoch. Gleichzeitig profitiere die finnische Seite von den Erfahrungen der Ukraine und könne ihre eigenen Fähigkeiten stärken.Selenskyj bekräftigte auch den Willen seines Landes, sich weiterhin gegen den russischen Angriffskrieg zu verteidigen. „Nicht jeder hat Atomwaffen, aber wir können uns trotzdem verteidigen“, sagte er an die Adresse Moskaus gerichtet.Unterdessen widersprach Russlands Außenminister Sergej Lawrow im UN-Sicherheitsrat abermals allen Überlegungen für eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine. Nur Europa wolle eine solche Pause, um die Ukraine in dieser Zeit mit Waffen vollzupumpen, sagte Lawrow in New York. Moskau suche, wie Präsident Wladimir Putin gesagt habe, eine umfassende Regelung für ein Ende des Konflikts, sagte Lawrow.Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bekräftigte in seiner Entgegnung, dass Kiew zu einer sofortigen, vollständigen Waffenruhe ohne Bedingungen bereit sei – vorausgesetzt auch Moskau halte sie ein. Die Ukraine sei auch zu Teilwaffenruhen für Energieanlagen oder für Getreideexporte bereit. Dies werde von 14 der 15 Staaten im Sicherheitsrat unterstützt, auch von den USA und China, erklärte Sybiha. 

Mindestens zwei Tote während Drohnenangriffen auf KiewDie russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kiew den ganzen Tag über mit Kampfdrohnen angegriffen. Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Bis zum Abend wurden 43 Verletzte gezählt. In der Millionenstadt waren immer wieder Einschläge und das Feuer der Flugabwehr zu hören, die auf die russischen Drohnen schoss. Zwei Internetprovider informierten über Probleme nach einem Treffer in einem Datenzentrum. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Russland vor, speziell die Alarmvorrichtungen zum Schutz der Bevölkerung zu attackieren. „Schnelle Warnungen vor Bedrohungen durch Raketen und Drohnen sind wichtig, sie retten Leben“, schrieb Sybiha  auf der Plattform X. Auch ein Kongresszentrum, ein Bürogebäude, eine Pharmafabrik und eine Tankstelle wurden den Angaben zufolge getroffen 

USA laden Putin zu G-20-Gipfel einDie USA laden Russlands Herrscher Wladimir Putin zum G-20-Gipfel im Dezember in Miami ein. „Wir hoffen, dass er die Einladung annimmt“, sagte der amerikanische Außenminister Marco Rubio am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G-20-Gruppe inne. Rubio und der russische Außenminister Sergej Lawrow sind am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York zu einem Treffen zusammengekommen. Das russische Außenministerium teilte Fotos davon auf der Plattform X.„Um Probleme zu lösen, muss man sich mit den Menschen treffen, mit denen man nicht übereinstimmt oder mit denen es möglicherweise Schwierigkeiten gibt“, sagte Rubio nach einem Treffen mit Lawrow. „Daher haben wir Präsident Putin zum G-20-Gipfel eingeladen.“ Der Gipfel soll im Dezember in einem Golfclub von US-Präsident Donald Trump stattfinden. In der G-20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer ist Russland zwar offiziell noch Mitglied. Putin nahm allerdings zuletzt 2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil – also vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte Mitte September, wenn er eingeladen werde, sei er bereit, zu dem G-20-Gipfel zu kommen und mit Putin zu sprechen. 

Mindestens vier Tote bei russischem Angriff in DonezkBei russischen Luftangriffen sind im ostukrainischen Gebiet Donezk mindestens vier Menschen getötet worden. Nach Angaben von Militärgouverneur Wadym Filaschkin vom Mittwoch wurden vier weitere Menschen verletzt. Insgesamt seien vier Gleitbomben auf die Siedlung Olexandriwka abgeworfen worden, so Filaschkin auf Telegram..Demnach wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus komplett zerstört und elf beschädigt. Schäden habe es auch an 42 Einfamilienhäusern, einem Kindergarten, einem Geschäft und einem Verwaltungsgebäude gegeben. Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der umkämpften Region zur Flucht auf. Olexandriwka liegt etwa 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt.Gleitbomben sind Bomben, die mit Flügelkonstruktionen ausgestattet sind. Sie werden von russischen Kampfjets aus großer Entfernung und Höhe abgeworfen. So können sie ungefährdet von der ukrainischen Flugabwehr ins Ziel gleiten. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion. 

Zwei Tote in Kiew durch Angriffe In Kiew sind am Mittwochmittag nach russischen Angriffen zwei Menschen ums Leben gekommen und mindestens 36 weitere verletzt worden. Mehrere russische Drohnen mit Strahlantrieb schlugen gegen Mittag in der Nähe des Hauptbahnhofs ein. Ein Einkaufszentrum, ein Marktgebäude, ein Bürohaus und Bahnanlagen wurden getroffen.

Nach Sanktionsaufhebung für Oligarchen: Aserbaidschan begnadigt inhaftierten FranzosenNach der Streichung von zwei russischen Oligarchen von der Sanktionsliste der EU hat der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew am Mittwoch den wegen Spionagevorwürfen inhaftierten Franzosen Martin Ryan begnadigt. Insgesamt begnadigte Alijew 20 Menschen, wie es in einem am Mittwoch auf der Website des Präsidialamts veröffentlichten Dekret heißt. Dies sei unter Berücksichtigung unter anderem der gesundheitlichen Verfassung und familiärer Umstände der Inhaftierten geschehen. Zuvor hatte Frankreich darauf gedrängt, dass die EU die Sanktionen gegen den russisch-usbekischen Milliardär Alischer Usmanow im Gegenzug für die Freilassung von Ryan sowie weiterer in Aserbaidschan inhaftierter französischer Gefangener aufhebt. Nach der Maßnahme zugunsten Usmanows verlangte Luxemburg auch die Aufhebung der Sanktionen gegen den russischen Milliardär Michail Fridman, der gerichtlich gegen die Einfrierung seiner Vermögenswerte gegen Luxemburg vorgegangen war.Die EU-Mitgliedsstaaten hatten sich am Dienstag kurz vor dem Ablauf einer Frist darauf geeinigt, ihre Russland-Sanktionen gegen rund 3000 Menschen und Organisationen um 36 Monate zu verlängern. Nur Usmanow und Fridman wurden von der Liste gestrichen.

Düstere Wolken über KiewNach morgendlichen Einschlägen hängen dunkle Rauchschwaden über der ukrainischen Hauptstadt. Es riecht verbrannt. Die Bahn berichtet in sozialen Medien über einen Einschlag in der Nähe des Hauptbahnhofs. Der Bahnhof sei selbst sei nicht beschädigt, Menschen werden aber dazu aufgerufen in Schutzräumen zu bleiben.