FAZ 16.08.2026
06:01 Uhr

Liveblog Ukrainekrieg: NATO schießt Drohne im rumänischen Luftraum ab


Kiew: Raumfahrtfabrik in Russland angegriffen +++ Polnischer Kardinal verurteilt Angriffe auf Ukrainer +++ Bremer Forschungsstelle Osteuropa in Russland „unerwünscht“ +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog Ukrainekrieg: NATO schießt Drohne im rumänischen Luftraum ab

Ukraine attackiert Anlage für Raketentreibstoff in RostowDas ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Anlage zur Herstellung von Raketentreibstoff in der russischen Region Rostow angegriffen. „Das Unternehmen stellt Feststoffraketentreibstoff für Mehrfachraketenwerfer sowie für eine Reihe von Raketensystemen und luftgestützten Waffensystemen her“, teilt das ‌ukrainische Militär auf Telegram mit. Rostow liegt im Süden Russlands und grenzt an die Ukraine. 

Bürgermeister: 600 Drohnen gegen MoskauDie russische Hauptstadt ist in der Nacht Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin mit 600 Drohnen angegriffen worden. Drei Menschen seien verletzt worden. Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden, schrieb er auf Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug abgewehrt worden. Von einem der größten Angriffe der letzten Zeit sprach der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow. Ein 83 Jahre alter Mann sei getötet worden, als eine Drohne auf sein Grundstück gefallen sei. Es habe im Gebiet Moskau auch mehrere Verletzte gegeben.In Gebiet Rostow am Don im Süden Russlands starben bei einem ukrainischen Drohnenangriff laut Behörden mindestens drei Menschen. Ein Mensch sei verletzt worden. In der Stadt Podolsk rund 40 Kilometer von Moskau seien drei Menschen verletzt worden.

Opfer durch nächtliche russische AngriffeBei russischen Angriffen ist in der Ukraine nach Behördenangaben eine Frau getötet worden. Mindestens sieben weitere Menschen wurden demnach zudem verletzt. Die Frau starb nach Angaben des örtlichen Gouverneurs bei einem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen auf Krywyj Rih - die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sechs Menschen seien zudem verletzt worden.Auch Krementschuk in der zentralukrainischen Region Poltawa wurde nach Angaben der örtlichen Behörden angegriffen. Angaben zu Schäden oder Opfern wurden hier zunächst jedoch nicht gemacht.

Russland greift Kiew mit Raketen ⁠anIn der Nacht auf Sonntag ist nach Angaben der Militärverwaltung eine Person verletzt worden. ⁠Bürgermeister ​Vitali Klitschko ⁠sagte, in mindestens zwei ​Bezirken seien Brände ausgebrochen. Herabfallende ‌Trümmer hätten Autos in Brand gesetzt.

Polnischer Kardinal verurteilt Angriffe auf UkrainerDer Krakauer Kardinal Grzegorz Rys hat Angriffe auf Ukrainer in Polen verurteilt. Es vergehe kein Tag ohne Medienberichte über neue Gewalttaten gegen Migranten, insbesondere aus der Ukraine, heißt es in einem am Samstag in den Messen seines Erzbistums zum Feiertag Mariä Himmelfahrt verlesenen Hirtenbrief. „Gewalt ist eine Sünde. Gleichgültigkeit gegenüber Gewalt ebenfalls“, so Rys.Der Kardinal rief dazu auf, Angegriffenen zu helfen. Alle Menschen sollten die Welt zugleich mit den Augen der Armen betrachten und daraus lernen. In Polen kam es in den vergangenen Wochen zu einer Serie von Gewaltakten gegen Ukrainerinnen und Ukrainer im öffentlichen Raum.Der sozialdemokratische Parlamentspräsident Wlodzimierz Czarzasty hatte die Übergriffe bereits vor einigen Wochen kritisiert. Er machte die Hetze von rechten Oppositionspolitikern mitverantwortlich für die Taten. In manchen Städten gab es zuletzt Solidaritätskundgebungen für Ukrainer. Polen hatte nach Russlands Überfall auf die Ukraine 2022 mehr als eine Million Kriegsflüchtlinge aus dem östlichen Nachbarland aufgenommen. 

Selenskyj: Haben Raketenfabrik in Samara angegriffen Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Raketen- und Raumfahrtfabrik im russischen Samara angegriffen. Die Streitkräfte hätten auch den Militärflugplatz Sawasleika, einen Stützpunkt ⁠für russische Kampfflugzeuge, beschossen, teilte der Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag auf Telegram mit. Flamingo-Marschflugkörper hätten die rund 900 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernte Raketenfabrik in Samara getroffen. „Es ist wichtig, dass das russische Kriegspotenzial verringert wird“, schrieb Selenskyj dazu auf der Plattform X. „Frieden ist nötig, und das muss in Russland spürbar sein – durch konkreten Schaden an bestimmten Einrichtungen.“ Auch dem ukrainischen Generalstab zufolge gab esTreffer und Brände auf dem Flugplatz in der Region Nischni Nowgorod sowie im Raumfahrtzentrum Progress in der Region Samara. Samara gilt als eines der wichtigsten Zentren der russischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Stadt entwickelte sich ​vor allem in der Sowjetzeit zu einem Kernstandort für die ⁠Produktion von Trägerraketen, Satelliten und Raumfahrttechnik.In dem Werk in Samara werden den ukrainischen Angaben nach Raketen für den Aufbau des Breitbandnetzwerkes Rasswet hergestellt. Russland entwickelt dieses als Alternative ​zum Starlink-System des US-Unternehmens SpaceX, das der Ukraine erhebliche Vorteile bei der Drohnensteuerung und der Kommunikation auf dem Schlachtfeld verschafft. In der Region Samara teilten örtliche Vertreter mit, die Luftverteidigung habe einen massiven Raketenangriff abgewehrt. Die industrielle Infrastruktur habe örtlich begrenzte Schäden erlitten, erklärte der Verwaltungschef der regionalen Hauptstadt, Iwan Nosko

Russland: Einnahme von 19 Ortschaften in Sommeroffensive Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau im Zuge ihrer Sommeroffensive 19 Ortschaften in den südostukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja unter ihre Kontrolle gebracht. Das Ministerium beruft sich auf einen Bericht des Kommandeurs der ‌östlichen Truppengruppe, Pjotr Bolgarew. Die Namen der Ortschaften werden nicht genannt. Unabhängig davon meldet die Nachrichtenagentur Interfax, die russischen Streitkräfte hätten zudem die Ortschaft Rybalskoje in Saporischschja eingenommen. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen. Die ‌russischen Vorstöße an der Front ‌haben sich in diesem Jahr verlangsamt, auch wenn Russland seine Raketenangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte intensiviert hat. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch erklärt, die Streitkräfte seines Landes hätten in diesem Jahr an der südöstlichen Front ​745 Quadratkilometer von Russland gehaltenes Gebiet zurückerobert. 

Ukraine: Baby bei russischem Angriff getötet Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. Der drei Monate alte Junge kam nach Angaben von Militärgouverneur Olexander Hanscha in der frontnahen Stadt Marhanez bei einem Einschlag in ein Wohnhaus ums Leben. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter ein fünfjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen. Mehrstöckige Wohnhäuser, ein Ladengeschäft und ein Kino seien beschädigt worden. Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt. Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt. 

Putin-Kritiker Nadeschdin: „Bin so lange in Russland geblieben, wie ich konnte“Der ins Exil gegangene russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin sieht seine Forderungen nach einem Ende des Ukraine-Kriegs als Grund für die zunehmende Verfolgung durch die russischen Behörden. „Ich bin so lange in Russland geblieben, wie ich konnte“, sagte der 63-Jährige der Nachrichtenagentur AFP bei Paris. „Ich habe bis zum allerletzten Moment versucht, keine roten Linien zu überschreiten. Aber offenbar haben sich die roten Linien verschoben.“Nadeschdin hatte Russland nach eigenen Angaben am 22. Juli über Kasachstan verlassen, nachdem er zu einer Vernehmung vorgeladen worden war. Er habe ein Strafverfahren gegen sich befürchtet. Wegen einer Herzerkrankung habe er zudem fürchten müssen, eine längere Haft nicht zu überleben.

Bremer Forschungsstelle Osteuropa in Russland „unerwünscht“Russland hat die an der Universität Bremen angesiedelte Forschungsstelle Osteuropa (FSO) in ihre Liste sogenannt unerwünschter Organisationen aufgenommen. Das Justizministerium erweiterte damit seine Liste mit ausländischen und internationalen Einrichtungen, deren Arbeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation untersagt ist. Besondere Gründe werden nicht genannt. Gelistet werden Organisationen, die nach Auffassung der Moskauer Behörden gegen die Interessen des russischen Staates arbeiten.In der Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter das viele Jahre in Moskau tätige Deutsche Historische Institut (DHI), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sowie politische Stiftungen wie die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung. Die Bremer Forschungsstelle beschäftigt sich akademisch insbesondere mit der Frage, unter welchen Bedingungen Menschen in repressiven Systemen abweichende Meinungen entwickelten und vertraten. Eine Stufe über der Einstufung als „unerwünscht“ verwendet Russland das Label „extremistisch“. Zu einer „extremistischen“ Organisation stufte Russland in diesem Jahr die in der Aufarbeitung des Stalinismus engagierte Organisation „Memorial“ hoch. Seit 2024 wird die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) als „extremistisch“ eingestuft. „Unerwünscht“ und „extremistisch“ sind mehr als bloße Kampfbegriffe. Im Falle der DGO kam es zu Cyberangriffen. Und Forscher, die Verbindungen nach Russland haben, müssen besonders vorsichtig sein.

Moskau will keine Waffenruhe im Schwarzen MeerRussland lehnt eine Waffenruhe mit der Ukraine im Schwarzen Meer ab. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, es gebe keine Grundlage ⁠für „Halbheiten“, die der Gegenseite nur eine Atempause verschaffen würden. Sowohl Russland als auch die Ukraine hatten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer verstärkt. Dies trieb die weltweiten Getreidepreise in die Höhe. Die ‌Ukraine hat Berichten zufolge Russland über einen Dritten ein Vorschlag übermittelt, wonach beide Seiten Angriffe auf zivile Ziele im Schwarzen Meer einstellen. 

Lawrow: Werden Ukraine-Unterstützung stärker ins Visier nehmenRussland verschärft nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow seine Angriffe auf Ziele, die der Unterstützung der Ukraine durch den Westen dienen. „Wir werden unsere Methoden deutlich verschärfen, um all das zu zerstören, was Kiews ‌Kriegsmaschinerie aus dem Westen speist. Und wir tun dies bereits“, sagte Lawrow dem Staatsfernsehen. Einen sofortigen Stopp der Kämpfe schließe er aus: „Wir werden erst dann aufhören, wenn eine langfristige, zuverlässige und nachhaltige Einigung vorliegt.“ 

Mutter und Sohn bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Großmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien.

Moskau meldet Angriff auf Bahnhof in ukrainischer Hafenstadt Ismajil Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau den Bahnhof der ukrainischen Stadt Ismajil angegriffen. Man gehe davon aus, dass er der Verladung und dem ​Transport von Rüstungsgütern und Treibstoff für die ⁠ukrainischen Streitkräfte diene, teilte das Ministerium mit. Ismajil liegt am Unterlauf der Donau. Zudem wurden dem Ministerium zufolge ​zwei Schlepper vor der Küste der ukrainischen Hafenstadt Mykolajiw am Schwarzen Meer beschossen, die Frachtschiffe in ukrainische ⁠Häfen begleitet ‌hätten.