FAZ 11.09.2026
12:57 Uhr

„Muss gelöst werden“: DFB forciert Entscheidung über Regionalliga-Reform


Seit Jahren sorgt die Aufstiegsregelung in den Regionalligen für Unmut bei Fans und Vereinen. Denn: Nicht alle Meister steigen automatisch auf. Deshalb drängt der DFB auf einen besonderen Termin.

„Muss gelöst werden“: DFB forciert Entscheidung über Regionalliga-Reform

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) treibt seine Pläne für eine Regionalliga-Reform voran. Wie der Verband am Freitag mitteilte, soll auf einem Außerordentlichen Bundestag am 18. Dezember auf Grundlage des sogenannten Kompass-Modells über eine neue Struktur der vierten Spielklasse entschieden werden. Demnach sei DFB-Generalsekretär Holger Blask mit der Vorbereitung beauftragt worden. Das Modell sieht eine Reduzierung von aktuell fünf auf vier Regionalliga-Staffeln vor. Das hätte zur Folge, dass alle Regionalliga-Meister in die 3. Liga aufsteigen könnten. Derzeit verfügen lediglich die Meister der Regionalligen West und Südwest über ein automatisches Aufstiegsrecht. Die Titelträger der Staffeln Nord, Nordost und Bayern stellen im Rotationsverfahren einen weiteren Direktaufsteiger, während die beiden übrigen Meister in Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger ermitteln. DFB-Präsident Neuendorf: „Muss jetzt gelöst werden“ „Die Aufstiegsregelung in der Regionalliga beschäftigt den deutschen Fußball seit Jahren. Sie muss jetzt gelöst werden“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in der Verbandsmitteilung: „Das Kompass-Modell hat in den Abstimmungen der Regionalliga-Träger unter den Vereinen bundesweit die meisten Stimmen erhalten. Es bietet auch die Chance auf eine Leistungsverdichtung und somit eine stärkere Talententwicklung.“ Nach dem Kompass-Modell sollen die Vereine flexibel nach geografischen Kriterien auf vier Staffeln verteilt werden. Ziel ist eine möglichst ausgewogene und regionale Zuordnung der Klubs. Derbys sollen weiter stattfinden. Jede Liga bestünde aus 20 Mannschaften, die Saison 2027/2028 wäre laut DFB als Qualifikationssaison vorgesehen, die Umsetzung der Viergleisigkeit würde entsprechend zur Saison 2028/2029 erfolgen. Gescheiterter Reformversuch im Sommer Ende Juni war ein Reformversuch der Regionalligen gescheitert. Während im Westen (60,9 Prozent), Norden (61,5) und Nordosten (76,3) die Klubverantwortlichen das Kompass-Modell favorisierten, stimmten im Südwesten 93,1 Prozent für das Regionenmodell, nach dem zwei Staffeln aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern gebildet würden. In Bayern sprachen sich 52,4 Prozent für die Ausarbeitung neuer Modelle aus. Der DFB verwies in seiner Mitteilung jedoch auf eine in Summe bundesweite Mehrheit von 50,6 Prozent für das Kompass-Modell. DFB beteiligt Vereine an Polizeikosten Außerdem teilte der DFB am Freitag mit, dass er künftig anfallende Polizeikosten im Rahmen von Hochrisikospielen „mindestens anteilig an den jeweiligen Heimverein weitergeben“ werde. Dies sieht ein Beschluss vor, den das Präsidium getroffen hat. Der DFB sei hierzu „aufgrund der bestehenden Vermögensbetreuungspflicht grundsätzlich auch verpflichtet“, hieß es weiter. „Sollte der DFB Gebührenbescheide für Polizeikosten erhalten, werden wir die Kosten an die jeweiligen Vereine weiterreichen“, sagte Präsident Bernd Neuendorf. Unabhängig davon halte er aber die Gebührenerhebung für Polizeikosten „nach wie vor für den falschen Ansatz“, führte Neuendorf weiter aus: „Das gemeinsame Ziel von Politik, Polizei, Verbänden und Vereinen muss es sein, die Sicherheitslage vor Ort zu verbessern und Polizeieinsatzstunden anlässlich von Fußballspielen zu verringern. Beides wird durch eine Gebührenregelung nicht erreicht. Wir bevorzugen daher weiterhin einen kooperativen Ansatz in der Zusammenarbeit mit Politik und Polizei.“