FAZ 14.09.2026
15:24 Uhr

Nach Siegmund-Gespräch: Petition fordert Stopp für nächstes AfD-Interview bei „logo!“


Eine von Schülerinnen und Schülern gestartete Petition verlangt vom Kika, ein weiteres AfD-Interview nicht in den „logo!“-Kindernachrichten zu senden. Mehr als eine Viertelmillion Menschen haben bislang unterzeichnet.

Nach Siegmund-Gespräch: Petition fordert Stopp für nächstes AfD-Interview bei „logo!“

Nach der Ausgabe der „logo!“-Nachrichten mit dem sachsen-anhaltischen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund im Kinderkanal Kika haben bis Montag mehr als 250.000 Menschen eine von Schülerinnen und Schülern gestartete Petition unterzeichnet. Sie fordern, ein anderes Interview mit Enrico Schult, AfD-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, nicht in diesem Format im Kinderkanal von ARD und ZDF auszustrahlen. „Rechtsextreme Politiker dürfen in Kindernachrichten keine ungefilterte Bühne bekommen“, heißt es in der Petition auf der Kampagnenplattform Campact. In der „logo!“-Sendung vom 3. September hatte die ehemalige Landesschülersprecherin in Sachsen-Anhalt, Lucienne Balke, neben Siegmund auch den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) interviewt. Die Antworten der beiden Politiker auf weitgehend gleichlautende Fragen hatte die Redaktion in einem Beitrag gegeneinander geschnitten. Online veröffentlichte die Redaktion die jeweils rund halbstündigen Interviews in voller Länge. Nach der Ausstrahlung hatte unter anderem das Internationale Auschwitz Komitee den Auftritt des AfD-Spitzenkandidaten verurteilt. Der ZDF-Fernsehrat erhielt mehr als 100 Zuschriften zu der Sendung. Das ZDF hatte die Sendung verteidigt und auf den öffentlich-rechtlichen Auftrag von „logo!“ verwiesen, Kindern Orientierung zu gesellschaftlich aktuellen und relevanten Themen zu geben. Die Petition kritisiert auch den Umgang der „logo!“-Redaktion mit Lucienne Balke. „Sie ließ sich im guten Glauben auf ein Format ein, für dessen strukturelle Schwächen sie nicht verantwortlich ist, ohne darauf im Vorfeld professionell begleitet oder unterstützt zu werden.“ Der Kika hatte in einer Pressemitteilung vom 31. August neben den Interviews mit Siegmund und Schulz auch ein entsprechendes Format für Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Demnach sollte Landesschülersprecherin Tessa Schulz mit SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig sowie mit Enrico Schult sprechen. Der Landesschüler*innenrat (LSR) Mecklenburg-Vorpommern habe Bedingungen für das Interview gestellt, heißt es in der Petition. Da das ZDF diese nicht rechtzeitig habe umsetzen können, habe der LSR das Interview abgesagt. Es sei stattdessen von der „logo!“-Redaktion geführt worden.