Ist der Akku noch gut? Diese Frage, die sich Nutzer mobiler Elektrogeräte oft stellen, könnte künftig leichter zu beantworten sein. Wissenschaftler des Darmstädter GSI-Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung haben mit Kollegen aus Mainz, Berlin und New York ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Zustand des Elektrolyts zerstörungsfrei prüfen lässt. Das leitfähige Medium im Akku altert mit jedem Ladezyklus und kann auslaufen. Das Gerät kann dadurch unbrauchbar werden und schlimmstenfalls sogar in Brand geraten. Das Forscherteam hat Akkus mit der sogenannten Nullfeld- und Ultraniedrigfeld-Magnetresonanz (ZULF-NMR) durchleuchtet. Mit dieser Methode kann der Zustand des Akkus durch das Gehäuse hindurch untersucht werden, ohne dass der Energiespeicher beschädigt wird. Getestet wurde das Verfahren nach Angaben der Wissenschaftler an realistisch verpackten Batteriezellen, auch an sogenannten Pouch-Zellgeometrien, wie sie etwa für Elektrofahrzeuge genutzt werden. Damit sei die Machbarkeit bewiesen und der Weg für die praktische Anwendung geebnet worden. Mit ZULF-NMR könnten wiederaufladbare Batterien etwa für Handys, Notebooks und E-Autos künftig während des Betriebs geprüft werden. Die Messungen könnten auch dabei helfen, leistungsfähigere Batteriezellen zu entwickeln. Die Forscher planen nun weitere Experimente. „Wir haben noch viele Ideen, wie wir die Detektion genauer und schneller machen können, wie wir größere Batterien untersuchen können oder auch wie das Verfahren kosteneffizienter gestaltet werden kann“, sagt der Mainzer Professor Dmitry Budker. „Ich bin überzeugt, dass die Technik langfristig neben anderen, invasiveren Diagnosemethoden einen Platz finden wird.“
