FAZ 10.08.2026
12:07 Uhr

Razzia in London: Die Anwohner haben die Ferraris satt


Bei einer Razzia in London hat die Polizei 90 Luxusautos beschlagnahmt. Mit der Aktion will die Met Police gegen rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr vorgehen.

Razzia in London: Die Anwohner haben die Ferraris satt

Die Schadenfreude steht ihm ins Gesicht geschrieben: Ein Polizist sitzt in einem Ferrari Monza SP2, trägt eine schwarze Sonnenbrille und wird von zwei Polizeiautos eskortiert. Bei einer Razzia im Kampf gegen rücksichtsloses Fahren in London hat die Metropolitan Police Fahrzeuge im Gesamtwert von mehr als acht Millionen Pfund beschlagnahmt, umgerechnet mehr als neun Millionen Euro. Insgesamt 90 Fahrzeuge konnte die Londoner Polizei zwischen Freitag und Sonntag sicherstellen. Die Luxusautos wurden in den wohlhabenden Vierteln im Westen der britischen Hauptstadt, etwa im Hyde Park oder in Kensington und Chelsea, konfisziert. Der Ferrari Monza SP2 befand sich laut Met Police erst seit einem Tag in Großbritannien und war ohne Versicherung und ohne gültigen Führerschein unterwegs. „Der Autofahrer besaß lediglich einen vorläufigen Führerschein und saß noch keine halbe Stunde im Auto, als er von Beamten der Londoner Polizei angehalten wurde“, hieß es in der Stellungnahme weiter. Der exklusive Supersportwagen war eines von nur 499 Exemplaren, die von der italienischen Marke hergestellt wurden. Ein Modell wurde Anfang dieses Jahres bei einer Auktion für rund fünf Millionen Dollar versteigert. Der Leiter der Aktion, Special Chief Inspector Geoff Tatman, berichtete, dass es immer wieder Beschwerden von Anwohnern gebe, „die es satthaben, dass in der Gegend riskant Auto gefahren wird oder Fahrzeuge so umgebaut sind, dass sie für die Anwohner eine Belästigung darstellen“. Durch Einsätze wie diesen sende man ein „klares Signal“ gegen rücksichtsloses und gefährliches Verhalten auf den Londoner Straßen. Derweil sorgt die Aufnahme mit dem Polizisten, der in dem Ferrari sitzt, auf Instagram für Erheiterung: Dies sei, so ein Nutzer, der „beste Tag“ in dessen Karriere gewesen. „Gott segne ihn“, schrieb ein anderer Nutzer. „Dieser Typ geht als der glücklichste Mensch der Welt nach Hause.“