Beim Brand eines Busses im schweizerischen Kerzers im westlichen Kanton Freiburg sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Fünf weitere seien verletzt worden, drei von ihnen schwer, sagte der Sprecher der Kantonspolizei Freiburg, Frédéric Papaux, am Dienstagabend. Die Polizei gehe derzeit von menschlichem Verschulden und einer vorsätzlichen Tat aus. Auch ein Rettungssanitäter sei verletzt worden. „Eine vorsätzliche Tat könnte die Ursache für dieses Drama sein“, teilte die Polizei am späten Abend mit. „Möglicherweise wurde das Feuer vorsätzlich gelegt.“ Der Brand sei kurz vor der Endstation in der Ortschaft Kerzers im Kanton Freiburg ausgebrochen. Bei einer Pressekonferenz wurde die Polizei gefragt, ob es sich um einen Terroranschlag handeln könnte. Dazu könnte noch nichts gesagt werden, antwortete der Sprecher. Die Zeitung „Blick“ zitierte einen Augenzeugen, laut dessen Angaben ein Mann Benzin im Bus ausgeschüttet und sich selbst in Brand gesetzt haben soll. Die Behörden machten keine Angaben dazu, wie viele Passagiere sich an Bord des Busses befunden hatten. Unklar blieb auch, ob die Person, die den Brand möglicherweise ausgelöst hat, unter den Toten oder Verletzten ist. Zu ihrer Identität machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Identifizierung der Todesopfer war im Gange. Ob der Busfahrer unter den Opfern war, blieb ebenfalls offen. Der Bus war gegen 18.30 Uhr an der Hauptstraße in Kerzers, das etwa 20 Kilometer westlich der schweizerischen Hauptstadt Bern liegt, in Brand geraten. Videos in Onlinediensten zeigten meterhohe Flammen und schwarze Rauchwolken, die aus den Fenstern des Busses aufstiegen. Die Polizei rief mögliche Zeugen auf, sich zu melden. Rettungskräfte waren am Abend im Einsatz. Der ausgebrannte Bus wurde mit weißen Planen von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Es handelte sich um einen Bus des Unternehmens Postauto, das vor allem Linien-Verbindungen im ländlichen Raum anbietet. Mehrere Rettungswagen und ein Hubschrauber befanden sich am Einsatzort. Die Polizei rief dazu auf, sich vom Brandort fernzuhalten und die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen. Drei Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich über den Vorfall bestürzt. Es mache ihn traurig, dass erneut Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen seien, erklärte er im Onlinedienst X. Vor etwas mehr als zwei Monaten waren in der Silvesternacht bei einem Brand in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana 40 Menschen gestorben, darunter viele Jugendliche. 116 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwere Verbrennungen, ein junger Mann starb Wochen später im Krankenhaus.
