FAZ 20.09.2026
09:06 Uhr

Ski-WM-Pläne: Skifantinos Schussfahrt


Alexander Ospelt, als FIS-Präsident oberster Skifahrer, will seinen Zirkus mit Inflationierung antreiben. Mehr Titelkämpfe sollen Geld bringen – die Qualität schmilzt dahin.

Ski-WM-Pläne: Skifantinos Schussfahrt

Bis vor Kurzem konnte man davon ausgehen, dass es unter den Mächtigen dieser Welt vor allem zwei Inflationstreiber gibt. Zum einen Donald Trump, der mit Zöllen und Kriegen die Preise in die Höhe schießen lässt. Zum anderen seinen Kumpel Gianni Infantino, der in seiner FIFA-Denkfabrik eine Idee nach der anderen ausheckt, wie aus dem Fußball noch mehr Geld rauszupressen ist. Mehr Wettbewerbe mit mehr Teilnehmern – im Sinne solcher Infantino-Inflationierung versucht nun Alexander Ospelt, den Skizirkus dahin zu bringen, dass der Groschen erst fällt und dann rollt. Als neuer Präsident des Skiweltverbandes Fis will Ospelt nicht mehr nur in jedem zweiten Jahr Weltmeisterschaften der Alpinen und Nordischen ausrichten lassen, sondern in jedem nichtolympischen Jahr. Dass er sich wie ein Skifantino geriert, im Alleingang drei Titelkämpfe in vier Jahren anpeilt und Länder wie China, Japan und Südkorea zur Ausrichtung animiert, kommt gar nicht gut an in den Alpenländern. Dass es dem Fis-Chef ums schnelle Geld geht, gibt er zu. Bleibt ja nicht mehr viel Zeit angesichts des Klimawandels. Setzt sich Ospelts Idee durch, droht der sportliche Wert einer WM noch schneller zu verwässern als die Loipen und Pisten in der Winterwärme.