FAZ 30.09.2026
10:21 Uhr

Studie an Hautzellen: Nach Krebs werden kleine Strahlenschäden eher repariert


Wie reagieren Zellen nach einer Krebserkrankung auf Strahlenstress? Das wollten Forscher aus Frankfurt und Darmstadt wissen. Eines ihrer Ergebnisse könnte zu einem Irrtum verleiten.

Studie an Hautzellen: Nach Krebs werden kleine Strahlenschäden eher repariert

Im Erbgut von Menschen, die als Kind Krebs hatten, werden kleinere strahlenbedingte Schäden effizienter repariert als bei Personen, die nicht an einem Tumor erkrankt waren. Das haben Experimente von Forschern der Unimedizin Mainz und der Technischen Universität Darmstadt gezeigt. Die Wissenschaftler bestrahlten 204 Hautzellproben, die Probanden mit oder ohne Krebserkrankung gespendet hatten. Bekamen die Proben eine höhere Strahlendosis, wurden die dadurch ausgelösten DNA-Brüche in beiden Gruppen etwa gleich gut repariert. Bei schwächerer Bestrahlung hingegen gelang die Fehlerbehebung in den Proben von Menschen ohne früheren Krebs deutlich seltener. Bei Zellen von Personen mit Krebs-Vorgeschichte wurden die Defekte in diesem Fall ebenso oft korrigiert wie nach stärkerer Bestrahlung. Ein Vorteil muss das nicht sein, wie die Forscher hervorheben. Bei vormals erkrankten Personen sei das Reparatursystem offenbar „übereifrig“. Für den Organismus könne es aber sicherer sein, geschädigte Zellen zu ersetzen, statt sie zu reparieren. Frühere Forschungen hatten gezeigt, dass die Reparatur von DNA-Schäden bei Personen ohne Krebs durch Sauerstoffradikale aktiviert werden kann. Nach den neuen Erkenntnissen kommt es bei Menschen, die im Kindesalter erkrankt waren, zu Veränderungen im sogenannten Redoxsystem, das die Sauerstoffradikale in der Zelle kontrolliert. Dadurch werden dann auch geringere Zellschäden behoben.