Beim Blättern durch die Zeitungsseiten des vergangenen Monats bleibt man bei einem Bild hängen, das im ersten Augenblick irritiert: Ein Zebra grast da, im Hintergrund sieht man Kronberg. Es geht im Text dazu natürlich um den Opel-Zoo, aber das Bild ist doch eine Steilvorlage für den Spruch, dass es mit der Klimaerwärmung dann doch noch nicht ganz so weit sei, dass hier Zebras herumliefen. Aber immerhin: Der vergangene September belegt mit einer Temperatur von 18 Grad den sechsten Platz unter den wärmsten Septembern seit Beginn dieser Zählung im Jahr 1935. Im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 lag die Temperatur bei 14,8 Grad. Die wärmsten September waren die der Jahre 2016 und 2023 mit 18,8 Grad, 1999 waren es 18,6, und in den Jahren 1947 und 2006 waren es 18,5 Grad. Die Häufung der Rekorde in den nicht so lange zurückliegenden Jahren ist kein Zufall. Der September war der 61. Monat in Folge, der verglichen mit dem Referenzzeitraum 1961 bis 1990 zu warm war. Er schließt damit nahtlos an einen Sommer an, der zum Teil sehr heiß und viel zu trocken war. Und auch der September bot Rekorde – mit 31,0 Grad war es am 4. September am wärmsten, Tagesrekorde gab es am 7. September mit 30,9 Grad und am 8. September mit 30,8 Grad. Noch wärmer war es am 5. September 2024 mit 33,1 Grad. Solche Temperaturen sind keine Aufreger mehr. Was hingegen viele Menschen beschäftigt hat, waren die Malariafälle in Frankfurt. Acht Menschen wurden mit dem Erreger infiziert, es gab drei Todesfälle. Die Krankheit wurde vermutlich durch im Flugzeug eingeschleppte Anopheles-Mücken übertragen. Das Gesundheitsamt Frankfurt bewertete das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung trotz der Todesfälle als sehr gering. Was den Überträgermücken wohl schadet, ist Kälte. Und im vergangenen Monat hat es in Bodennähe immerhin fast Frost gegeben, 0,0 Grad wurden da gemessen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass es in dieser Kategorie das letzte Mal im Jahr 2022 im September Minusgrade gab. Heiße Tage, also Tage mit 30 Grad und mehr, gab es drei statt wie im Mittel 0,3; Tage mit mindestens 25 Grad, also Sommertage, gab es 15 statt vier. Die Daten dieser Kategorien werden seit 1949 erhoben, im ersten Fall ergibt sich ein vierter Platz, im zweiten Fall erreicht der September Platz zwei. Der September war aber nicht nur warm, sondern auch der siebte Monat in Folge, der deutlich zu trocken war. 20 Millimeter Niederschlag fielen, normal wären 48,3 Millimeter. Insgesamt gab es nur vier Tage mit Niederschlag, und allein am 13. September fielen schon 14 Millimeter. Unter der Trockenheit leiden die Pflanzen, unter anderem auch die wunderbaren alten Bäume im Palmengarten. Der Pflegeaufwand wird größer, das kostet mehr Geld, und deswegen werden nun Baumpaten gesucht. Als Baumpate kann man sich künftig vielleicht in den Schatten einer alten Buche setzen, was auch im zurückliegenden Monat sicher ein angenehmes Plätzchen gewesen wäre, denn wieder schien die Sonne sehr viel, nämlich 247,2 Stunden. Normal wären – Referenzzeitraum 1961 bis 1990 – 157,5 Stunden. Das ist ein fünfter Platz im Ranking seit 1950, das Jahr 1959 liegt vorne mit 275,6 Stunden. Aber die gute Nachricht ist: Im Gegensatz zu den Bäumen fühlen sich die Tauben sehr wohl, weswegen die Stadt mal angefangen hat, sie zu zählen. Mit dem Wetter hat das allerdings eher nichts zu tun, sondern wohl mehr mit der allgemeinen Bedürfnislosigkeit dieser Tiere. Ach ja, die lieben Vögel, säen nicht und ernten doch, was auch für Menschen gilt, die Photovoltaik auf dem Dach haben, sie ernten Sonnenenergie, ohne einen Finger dafür krumm zu machen. Und im September war die Ernte mit 120,0 Kilowattstunden je Quadratmeter gut, und es gab ein Plus von 22 Prozent bei der Globalstrahlung. Das ist die gesamte Sonneneinstrahlung, die an einem bestimmten Punkt auf die Erde trifft und die sich aus der direkten Sonneneinstrahlung und aus der indirekten Strahlung zusammensetzt, die etwa durch die Reflexion von Nebel, Wolken, Staubteilchen und Luftmolekülen entsteht. Der September belegt den zweiten Platz in dieser Statistik seit Zählungsbeginn im Jahr 1991. Wir melden uns wieder im nächsten Monat, vermutlich mit neuen Rekorden.
