FAZ 15.09.2026
17:47 Uhr

Zwei Personen erkrankt: Flughafenmalaria verbreitet sich jenseits des Airports


In Frankfurt haben sich zwei Personen an Malaria tropica infiziert. Sie haben zuvor keine Fernreise unternommen – aber sie wohnen unweit des Flughafens, wo zuletzt mehrere Fälle von Flughafenmalaria entdeckt wurden.

Zwei Personen erkrankt: Flughafenmalaria verbreitet sich jenseits des Airports

Bei zwei Personen aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim ist der Malariaerreger Plasmodium falciparum festgestellt worden. Darüber hat das Gesundheitsamt Frankfurt am späten Dienstagnachmittag informiert. Vermutlich handelt es sich um sogenannte Flughafenmalaria, da sich die Infizierten zuvor nicht in einem Malaria-Endemiegebiet aufgehalten haben. Die Behörden gehen davon aus, dass infizierte Mücken als Überträger in einem Flugzeuge nach Frankfurt gelangt sind. Seit Anfang Juli sind sechs Personen an Malaria erkrankt, zwei von ihnen sind gestorben. Alle sechs waren Mitarbeiter des Flughafens. Das ist bei den beiden Patienten, bei denen die Krankheit nun diagnostiziert wurde, nicht der Fall. Allerdings liegen ihre Wohnungen im Stadtteil Schwanheim nah am Airport. Das Gesundheitsamt untersucht derzeit noch, wie es zu den beiden Infektionen gekommen ist, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Ärzte und Klinikpersonal sollen nun über das aktuelle Malaria-Geschehen informiert werden, damit sie bei Patienten mit unklarem Fieber auch dann eine Malariaerkrankung in Betracht zu ziehen, wenn keine Reise in ein Malaria-Endemiegebiet stattgefunden hat. Dies gelte insbesondere für Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten oder in der Nähe wohnen.