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27.09.2026
17:51 Uhr
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Der Sicherheitsforscher Kevin Beaumont und ein Threat-Intelligence-Unternehmen mahnen: Neue Exploits würden aktiv ausgenutzt. Erste Updates werden ausgeliefert.

Womöglich steht Administratoren von Geräten des Typs „Citrix Netscaler“ zum Wochenbeginn Ungemach ins Haus. Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, kursieren gleich zwei neue Exploits (Zero-Days), die eine Codeeinschleusung auf verwundbaren Geräten ermöglichen. Der Hersteller hat sich nicht geäußert, stellt aber auf Kundennachfrage offenbar mittlerweile Updates für Netscaler 13.1 und 14.1 bereit. Admins sollten diese anfordern und einspielen – Netscaler-Lücken werden häufig für Cybercrime missbraucht.
Eine der Warnungen stammt vom Threat-Intelligence-Unternehmen watchTowr. Es schreibt: „Zwei Schwachstellen – beide RCE. Ungepatcht, 0days. Ausgenutzt in freier Wildbahn – gefunden während Forensik-Untersuchungen.“ Citrix arbeite an einer offiziellen Mitteilung und an Patches, die für den Wochenanfang erwartet würden.
Nutzer auf Reddit bestätigen diese Darstellung. So schreibt ein vorgeblicher Citrix-Kunde, der Hersteller habe ihm auf Nachfrage die Lücken bestätigt, die Entwickler arbeiteten rund um die Uhr an deren Behebung. Auch der britische Sicherheitsforscher Kevin Beaumont hält die Gerüchte für glaubwürdig: „Die Schwachstelle ist allerdings echt, ich habe es überprüft.“
Die Geräte unverzüglich vom Netz zu nehmen, wie watchTowr-Gründer Benjamin Harris Betroffenen auf LinkedIn rät, wird Beaumont zufolge auch von Regierungsstellen empfohlen. Citrix rate derzeit nicht zu einer Abschaltung, so der Brite. Stattdessen haben Softwareentwickler des Herstellers „rund um die Uhr gearbeitet, um einen Fix zu entwickeln“, teilt der Hersteller Kunden mit.
Auf den Webseiten der CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency), der NCSC (National Cyber Security Centre) in Großbritannien und den Niederlanden sowie beim deutschen BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) finden sich noch keine offiziellen Informationen.
Auch Citrix hat zur Stunde noch keinen Sicherheitshinweis veröffentlicht. Allerdings verteilt der Hersteller offenbar an seine Kunden mittlerweile zwei neue Versionen von Netscaler OS, die die Schwachstellen beheben. Wie heise security erfuhr, antworteten Citrix-Kundendienstmitarbeiter auf entsprechende Anfragen wie folgt:
Die Build-Nummern lauten wie folgt:
Die neuen Versionen sind auf der öffentlich einsehbaren Download-Seite für Netscaler gelistet, die Downloads stehen jedoch nur Kunden zur Verfügung. Admins sollten die neuen Versionen schleunigst einspielen, um einer Ausnutzung zuvorzukommen. Zero-Day-Exploits wie die kolportierten sind für Citrix nichts Neues: Erst im August und zuvor im Juli hatte die Security-Appliance gravierende Sicherheitsfehler.
Wir haben das BSI, watchTowr, Citrix und Kevin Beaumont um Stellungnahme gebeten und werden diese Meldung aktualisieren, sofern wir mehr Informationen erhalten.
Anmerkung in eigener Sache: Wir wägen vor einer Berichterstattung die Quellenlage sorgfältig ab, um Fehlalarme zu vermeiden. So auch in diesem Fall: Sowohl Beaumont als auch watchTowr zählen wir bei heise security als vertrauenswürdige Quellen. Doch auch sie sind nicht gegen Fehler gefeit – da von einem Exploit der hier kolportierten Größenordnung jedoch eine erhebliche Gefahr ausgehen könnte, halten wir es für notwendig, unsere Leser schnellstmöglich zu informieren.
(cku)