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12.05.2026
17:00 Uhr
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Das CERN hat seine komplette KiCad-Bibliothek mit über 17.000 Bauteilen unter freier Lizenz veröffentlicht – nutzbar für eigene Schaltpläne und Platinenlayouts.

Das Europäische Kernforschungszentrum CERN hat seine hauseigene Bauteilbibliothek für die freie Leiterplatten-Software KiCad als Open Source veröffentlicht. Wer am Genfer Teilchenforschungszentrum eine Schaltung entwirft, greift seit Jahren auf einen Fundus mit mehr als 17.000 elektronischen Bauteilen zu, den das Design Office pflegt. Genau diese Sammlung – Schaltungssymbole für den Schaltplan und passende Footprints für das Platinenlayout – stellt das CERN nun in einem öffentlichen GitLab-Repository zur Verfügung.
Maker, die schon immer mal einen eigenen Teilchenbeschleuniger im Keller bauen wollten, haben ab sofort zumindest schon mal die passende Bauteilbibliothek. Als Lizenz dient die freizügige CERN-OHL-P.
Neben der frischen KiCad-Bauteilbibliothek hat das CERN der Welt schon mehrfach Schlüsseltechnologien als Open Source überlassen – allen voran 1993 den Quellcode des World Wide Web, der das Internet zum Massenmedium machte. Hinzu kommen die CERN Open Hardware Licence, die mittlerweile zur Standardlizenz für viele Open-Hardware-Projekte geworden ist, sowie maßgebliche Beiträge zur PCB-Software KiCad selbst.
KiCad ist mittlerweile De-facto-Standard für Hobby- und Open-Hardware-Projekte, und Make hat auch mehrmals über die Software berichtet. Eine professionell kuratierte Bauteilsammlung erspart viel Recherchearbeit und das fehleranfällige Selbstanlegen von Symbolen. Den dicksten Block in der CERN-Bibliothek stellt mit Abstand „Connectors“ – ein Spiegel der vielen Stecker- und Mezzanine-Karten in der Forschungselektronik. Daneben gibt es eigene Dateien für Logik-ICs, Analog- und Interface-Bausteine, Operationsverstärker, Regler und DC-DC-Wandler, Dioden, Transistoren, Quarze, Sensoren, LEDs, Relais und Optokoppler sowie das komplette Passiv-Sortiment.
Eine Überraschung sind die CERN-eigenen Chips: Die Bibliothek enthält nämlich auch Symbole für hauseigene, strahlungstolerante Schaltkreise (ASICs). Hier finden sich etwa die DC/DC-Wandler FEAST und bPOL, der Gigabit-Optikempfänger GBTIA oder der PICOTDC, ein Time-to-Digital-Wandler mit Pikosekunden-Auflösung.
Welche fertige Hardware teilweise aus diesem Fundus entstanden ist, zeigt das verwandte „Open Hardware Repository“: Am bekanntesten dürfte die Ethernet-Erweiterung „White Rabbit“ sein. Damit wird Sub-Nanosekunden-genaues Ethernet-Timing ermöglicht, eine Technik, die auch weit außerhalb von CERN und anderen hochpräzisen Physikexperimenten Verwendung findet, etwa in europäischen Stromnetzen für Zeitstempel von Schaltvorgängen oder in der Finanzwelt zur Synchronisation von Handelsplätzen.
Generiert wird die Bibliothek aktuell mit KiCad 9.x. Sie ist aber auch mit Version 10 kompatibel.
Siehe auch:
(mch)