|
10.06.2026
13:09 Uhr
|
Valve liefert Einzelhändlern keine physischen Steam-Geschenkkarten mehr. Grund sind Betrüger, die ihre Opfer am Telefon zum Kauf der Karten drängen.

Physische Steam-Geschenkkarten verschwinden aus dem Einzelhandel: Neue Geschenkkarten werden nicht mehr nachgeliefert, schreibt Valve auf einer Support-Seite von Steam. Das Unternehmen rechnet damit, dass die verbliebenen Bestände bis Ende 2026 abverkauft sind.
Als Grund nennt Valve Betrugsgefahr: Kriminelle nutzen demnach Geschenkkarten großer Marken wie Steam, um Menschen weltweit auszunutzen. Trotz mehrerer Gegenmaßnahmen hätten sich die Betrüger immer wieder angepasst, schreibt Valve nun auf einer Support-Seite. Deshalb habe man die „schwierige Entscheidung“ getroffen, die Karten aus dem Einzelhandel zu nehmen. Der neue Support-Eintrag ist zuerst der inoffiziellen Steam-Datenbank SteamDB aufgefallen.
In den vergangenen Jahren hat Valve nach eigenen Angaben unter anderem mit Händlern und Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet, gut sichtbare Betrugswarnungen auf die Karten gedruckt und Währungseinschränkungen vorgenommen. Geholfen hat das offenbar nur begrenzt.
Wie die Masche typischerweise abläuft, beschreibt Valve auf einer weiteren Support-Seite: Betrüger rufen ihre Opfer an und geben sich als Mitarbeiter von Unternehmen, Behörden oder offiziellen Stellen aus. Sie drängen die Angerufenen, im nächstgelegenen Geschäft Steam-Geschenkkarten zu kaufen – angeblich, um Steuern, Kautionen oder Schulden zu begleichen oder einen Gewinn freizuschalten. Anschließend sollen die Opfer die Guthaben-Codes freikratzen und telefonisch durchgeben oder als Foto verschicken. Mit dem Ende der physischen Geschenkkarten will Valve derartigen Betrug erschweren. Zur Wahrheit gehört aber auch: Betrüger können dieselbe Masche einfach mit anderen Geschenkkarten weiterverfolgen.
Bereits gekaufte Steam-Geschenkkarten lassen sich weiterhin jederzeit auf Steam einlösen, verspricht Valve. Digitale Geschenkkarten sollen erhältlich bleiben. Valve hatte die physischen Karten 2012 in den Einzelhandel gebracht und 2017 um digitale Varianten ergänzt. Seit vergangenem Jahr können Schenkende den Kauf zudem als Gast abschließen. Der Rückzug aus den Ladenregalen trifft vor allem Kunden ohne Kreditkarte oder Online-Banking, für die das aufgedruckte Guthaben bislang der einfachste Weg zu Steam-Guthaben war.
(dahe)