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17.07.2026
17:30 Uhr
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LG verärgert Monitorkäufer zumindest in den USA. Windows lädt ungefragt eine App herunter, die nervige Werbung anzeigt.

Die Kombination aus LG-Monitor und Windows-PC sorgt für unliebsame Schlagzeilen. Mindestens in den USA zeigen einige solcher Systeme nach jedem PC-Start nervige Werbung prominent an; sie überlagert alle anderen Bildschirminhalte am rechten Rand. Meistens handelt es sich um Werbung für Antivirus-Software von McAfee, teilweise aber auch für weitere LG-Apps, etwa zur Kalibrierung eines Displays.
Grund ist die App „LG Monitor App Installer“, die automatisch im Hintergrund per Windows Update heruntergeladen wird und im System-Autostart landet. Dazu gleicht Windows die Geräte-IDs ab und installiert gegebenenfalls passende Zusatzsoftware.
Den LG Monitor App Installer gibt es schon seit 2023. Seitdem tauchen immer mal wieder Fragen auf, was die App im Hintergrund macht. Seit Juli häufen sich die Beschwerden über die Werbeeinblendungen. Sie korrelieren mit einem App-Update vom 29. Juni 2026.
Der Youtube-Kanal Gamers Nexus hat zum Testen einen neuen LG-Monitor bestellt und an einen Windows-PC angeschlossen. Der Windows-Update-Verlauf beweist: Ohne jegliches Zutun des Nutzers werden erst die Treiber aktualisiert, anschließend folgt der App-Download. Später installierte ein anderer PC mit einem drei Jahre alten LG-Monitor die App ungefragt. In Europa sind uns bislang keine derartigen Fälle bekannt.
In dem Fall besonders erschreckend: Es handelt sich um eine App, die „alle Systemressourcen“ verwenden darf. Die App läuft also nicht wie viele andere Apps auf Basis der universellen Windows-Plattform (UWP), ist also durch keine Sandbox eingeschränkt. Stattdessen hat die App die gleichen Rechte wie eine manuelle Win32-Programminstallation.
Microsoft schreibt zu den App-Berechtigungen:
Womöglich sind diese Berechtigungen auf das Electron-Framework zurückzuführen, ohne dass LG sie aktiv ausnutzt. Die Alarmglocken sollten jedoch läuten, wenn ein System unbemerkt eine App mit solch weitreichenden Befugnissen installiert. In der EU wäre das wahrscheinlich nicht zulässig.
Beispiel-Apps aus dem Microsoft Store, die ebenfalls „alle Systemressourcen“ verwenden, sind WhatsApp, ChatGPT, iTunes, Spotify, Firefox (App-Version), Edge und Teams. Hier entscheiden sich Nutzer allerdings aktiv für die Installation mit einem Hinweis auf die Berechtigungen. Win32-Programme, die etwa mit .exe-Dateien installiert werden, haben ohnehin keine Einschränkungen außerhalb der Nutzerrechte.
Automatische Installationen per Windows Update über Geräte-IDs lassen sich im Zweifelsfall über den Editor für lokale Gruppenrichtlinien ausschalten, merken auch Betroffene auf Reddit an. Dazu über Start nach „gpedit“ suchen und öffnen. Unter Computerkonfiguration die Administrative Vorlagen und dann System aufklappen. Unter Geräteinstallation folgenden Punkt per Rechtsklick aktivieren: „Automatischen Download von Anwendungen verhindern, die Gerätemetadaten zugeordnet sind“.
(mma)