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08.09.2026
16:00 Uhr
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Das JBL-Soundsystem sorgt beim Lenovo Tab Plus Gen 2 für starken Klang. Das große Format macht das Tablet aber etwas unhandlich.

Zu seinem sechsten Geburtstag bekam Silas einen Gameboy geschenkt, was bei ihm eine Leidenschaft für die Tech- und Gaming-Welt entfachte. Mit zwei linken Händen gesegnet, überließ er das Tüfteln anderen mit deutlich mehr handwerklichem Geschick und entschied sich stattdessen, den Weg der schreibenden Zunft einzuschlagen. Nach Zwischenstopps an der Hochschule Mannheim und der Hochschule Pforzheim studierte er 2014 Crossmedia-Redaktion an der Hochschule der Medien in Stuttgart und schloss dort 2018 seinen Bachelor ab. Für seinen Master studierte er 2019 an der Hochschule Offenburg Medien und Kommunikation mit Schwerpunkt Marketing und schrieb nebenher als Freelancer. Seit 2025 arbeitet er für Heise Medien als Redakteur bei Heise Bestenlisten.
Das JBL-Soundsystem sorgt beim Lenovo Tab Plus Gen 2 für starken Klang. Das große Format macht das Tablet aber etwas unhandlich.
Steht das Lenovo Tab Plus Gen 2 auf dem Tisch, zieht es definitiv die Blicke auf sich. Das liegt zum einen an dem runden ausklappbaren Standfuß und zum anderen an dem sehr prominent auf der Rückseite herausragenden Lautsprecher, der von acht weiteren unterstützt wird und einen für Tablets ungewöhnlich guten Sound produziert. Ob sich der Formfaktor auf Dauer im Einsatz bewährt, zeigen wir im Test.
Anstatt beim Tab Plus Gen 2 nur ein Hardware-Upgrade durchzuführen und den Rest beim alten zu belassen, entschied sich Lenovo dazu, auch das Design des 278,8 x 181,1 x 6,8 mm großen und 775 g schweren Tablets zu verändern. Auf der Rückseite prangt ein aus dem Gehäuse ragender JBL-Woofer, der von einem um 360 Grad drehbaren Metallring umschlossen wird. Klappt man den Ring aus, dient er als Standfuß oder Tragegriff. Die Idee ist zwar ausgefallen, im Alltag lässt sich das Tab Plus Gen 2 so aber nur sehr umständlich in der Hand halten.
Das Gehäuse aus Aluminium ist silberweiß gehalten, Lenovo nennt den Look Celestial White. Anders als bei den meisten Tablets befinden sich die Bedienelemente Power- sowie Lautstärke-Buttons nicht seitlich am Rand, sondern oben rechts auf der Rückseite des Geräts und sind in das Gehäuse eingelassen. Die Hauptkamera befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite. Die Frontkamera sitzt erwartungsgemäß im Display-Rand.
Zwei kleine Gumminoppen am unteren Rand des Tablets sorgen für Halt, wenn man es aufrecht hinstellt. Zusätzlich zum runden Lautsprecher auf der Rückseite befinden sich zwei Speaker-Paare am linken und rechten Rand des Tablets. Der USB-C-Port liegt am unteren rechten Rand, der microSD-Slot links am oberen Rand. Je nach Paket bekommt man zum Tablet auch noch eine Schutzhülle für den Transport dazu. Diese kommt in grauer Kunstlederoptik und fühlt sich recht hochwertig an.
An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, das Gehäuse wirkt robust und ist verwindungssteif. Der ausklappbare Standfuß in Ringform rastet rundum zuverlässig ein und bietet dem Tablet so im aufrechten Zustand perfekten Halt. Wie bereits angerissen hält sich das Tablet aufgrund des mittig platzierten Lautsprechers etwas umständlich und nach längerer Zeit unbequem in der Hand. Hinzu kommt das stolze Gewicht, aufgrund dessen wir das Tablet auf Dauer lieber auf dem Schoß oder direkt auf dem Tisch abstellen, anstatt es mit den Händen zu halten.
Das ISP-LCD wartet mit einer Bildschirmdiagonale von 12,1 Zoll sowie einer Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln (WQXGA) im 16:10-Format bei maximal 120 Hz auf und unterstützt zudem HDR. Die Screen-to-Body-Ratio beträgt beim Lenovo Tab Plus Gen 2 88,7 Prozent. Mit einer Pixeldichte von 249 PPI bildet das IPS-Panel Inhalte ausreichend scharf ab und auch die Farben wirken kräftig genug. Gegen ein OLED-Display kommt es aber natürlich nicht an.
Wir messen eine maximale Helligkeit von 654 Nits, die automatische Helligkeitsanpassung ist währenddessen deaktiviert. Das Tablet soll laut Lenovo auf bis zu 800 Nits kommen. Dadurch lässt es sich prima drinnen und draußen verwenden, wenn man nicht gerade mit direkter Sonneneinstrahlung zu kämpfen hat.
Die Bildwiederholrate legt das Tablet standardmäßig automatisch selbst fest und passt sie abhängig vom derzeitigen Einsatz und Inhalt selbst an. Man kann aber auch 120 oder 60 Hz fest einstellen. Bei ersterem Wert steigt der Akkuverbrauch, während sich 60 Hz schonender auf die Batterie auswirken.
Für wenig Überraschung sorgen die verbauten Kameras. Eine 8-Megapixel-Frontkamera und eine 13-Megapixel-Hauptkamera sind mehr oder weniger der Standard bei Tablets und die Ergebnisse zu vernachlässigen. Für mehr als das Abfotografieren von Dokumenten würden wir die Hauptkamera nicht verwenden. Die Selfiecam kann hingegen noch als Webcam für Videocalls fungieren. Wer dennoch mit den Kameras des Tab Plus Gen 2 fotografieren möchte, hat Zugriff auf einen Beauty-Slider, einen Bokeh-Slider, einen AI-Photography-Modus und vier Farbfilter. Videos nimmt das Tablet in maximal Full-HD bei 30 FPS auf.
Mit dem SoC Mediatek Dimensity 7400 hat das Lenovo Tab Plus Gen 2 einen Achtkernprozessor der Mittelklasse, dessen vier Performance-Kerne mit bis zu 2,6 GHz takten (die anderen vier kommen auf maximal 2 GHz). Bei der GPU handelt es sich um die Arm Mali-G615 MC2. Unterstützt wird das Set von 8 GB LPDDR5 RAM (6 GB in der abgespeckten Version). Die Kombination verschafft dem Mediatek Dimensity 7400 im Benchmark Work 3.1 von PCMark rund 14.000 Punkte. Er ist damit in der Lage, alltägliche Office-Aufgaben, von E-Mails schreiben bis Videocalls starten, problemlos zu übernehmen.
Wer gehofft hatte, mit dem Tab Plus Gen 2 moderne Mobile-Games wie Fortnite, Call of Duty oder PUBG flüssig spielen zu können, wird enttäuscht: Der gamingzentrierte Benchmark Wildlife Extreme von 3DMark attestiert dem Lenovo-Tablet gerade einmal etwa 1060 Punkte mit einer durchschnittlichen Framerate von 6,3 FPS und zeigt die Grenzen des Mid-Range-SoC deutlich auf. Seichte Spiele lassen sich damit zwar zocken, mit grafisch aufwendigeren Games hat man aber aufgrund der ruckeligen Performance keinen Spaß. Zu den bereits erwähnten 6 oder 8 GB RAM gesellen sich noch 128 oder 256 GB SSD-Speicher, jeweils UFS 3.1, erweiterbar über einen microSD-Slot auf bis zu 2 TB.
Drahtlose Verbindungen finden via Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 statt. Der Dimensity 7400 würde zwar das 5G-Netz unterstützen, allerdings fehlt dafür ein entsprechender SIM-Kartenslot am Tablet. Man ist also vollständig auf WLAN angewiesen. NFC oder GPS bietet das Tab Plus Gen 2 nicht.
Beim USB-C-Port handelt es sich um USB-C 2.0, was die Datenübertragungsgeschwindigkeit auf schwache 480 MB/s beschränkt und zudem bedeutet, dass man das Tablet aufgrund fehlender Displayport-Unterstützung nicht an einen externen Monitor anschließen kann.
Das Alleinstellungsmerkmal des Tablets ist aber ohne Zweifel die Riege an Lautsprechern: Acht davon sitzen auf beiden Seiten, während der Woofer auf der Rückseite werkelt. Die Kombination bietet einen klaren, runden und vor allem satten Sound mit voluminösen Mitten, der bei Tablets seinesgleichen sucht. An den Sound eines vollwertigen eigenständigen Bluetooth-Speakers kommt das Tab Gen 2 zwar nicht, als Hybridlösung überzeugt es aber vollends. Man kann das Tablet, wenn gewünscht, auch mit dem Smartphone koppeln und als reinen Bluetooth-Speaker verwenden.
Android 16 läuft auf dem Tab Plus Gen 2 mit Lenovo's ZUI 18 als Bedienoberfläche. Der letzte Sicherheitspatch stammt zum Testzeitpunkt September 2026 von August 2026 und ist somit aktuell. Lenovo verspricht zwei Android-Upgrades und Sicherheitspatches bis 2030.
Wie bei anderen Lenovo-Tablets auch wird man hier förmlich mit Bloatware bombardiert. Diese lässt sich aber zum Glück deinstallieren. Nervig ist das Ganze dennoch. Das Gros der Apps setzt sich aus diversen Spielen zusammen. Shop-Apps von Temu und Otto sind ebenfalls vorinstalliert.
Interessant ist die KI-Transkribierung in Echtzeit, die man jederzeit über das Kontrollzentrum hinzuschalten kann. Sie liefert Übersetzungen in Echtzeit, hat aber ein kostenfreies Limit von zwei Stunden pro Tag. Danach muss man für das Feature zum Geldbeutel greifen.
Wir unterziehen das Tab Plus Gen 2 dem Battery Test von PCMark, um die Ausdauer des Akkus einschätzen zu können. Im Benchmark schafft das Lenovo-Tablet knapp über 13 Stunden und 9 Minuten. Damit rüstet der 10.200-mAh-Akku das Gerät locker für den ganztägigen Einsatz aus. Wer es nur gelegentlich verwendet, muss hier alle paar Tage einmal laden. Bei 45 W lädt das Tab Plus Gen 2 recht schnell von 0 auf 100 Prozent in etwa 75 Minuten. Das entsprechende Netzteil liegt nicht bei und muss separat gekauft werden.
Das Lenovo Tab Plus Gen 2 gibt es in mehreren Ausführungen. Diese unterscheiden sich zum einen bei RAM und Speicherplatz sowie dem Zubehör. Das günstigste Paket ist mit 6 GB RAM und 128 GB UFS naheliegend auch das mit der schwächsten Ausstattung. Hier zahlt man aktuell 399 Euro. Wir empfehlen mindestens 8 GB RAM und 256 GB Speicher, wie es auch unser Testgerät hat. Dafür zahlt man derzeit 407 Euro und bekommt noch eine Kunststoffschutzhülle dazu.
Anstatt nur ein simples Facelift zu liefern, überrascht Lenovo und spendiert dem Tab Plus Gen 2 neun Lautsprecher und damit einhergehend einen fast schon kuriosen Look. Der Sound sucht unter Tablets seinesgleichen und überzeugt beim Musikhören und Serien streamen. Der um 360 Grad dreh- und ausklappbare Standfuß ist praktisch, die durch den Subwoofer Erhöhung auf der Rückseite des Tablets allerdings weniger. Sie sorgt dafür, dass man das Gerät vor allem bei längeren Sessions sehr unbequem in den Händen hält, was durch das relativ hohe Gewicht von 760 g noch einmal verstärkt wird.
Das macht aus dem Lenovo Tab Plus Gen 2 ein sehr spezielles Gerät. Das Konzept macht Spaß, die Umsetzung gelingt aber nicht auf ganzer Linie. Zum Surfen, Streamen von Serien und sogar zum Musikhören kann man das Lenovo-Tablet getrost verwenden, zum Zocken ist es etwas zu schwachbrüstig aufgestellt.