Heise 09.07.2026
15:44 Uhr

Meteotime: Über DCF77 versorgte Wetterstationen seit Tagen ohne Prognosedaten


Über das offizielle deutsche Zeitsignal DCF77 werden auch Wetterstationen mit Prognosedaten versorgt. Das klappt aber seit Anfang des Monats nicht mehr.

Meteotime: Über DCF77 versorgte Wetterstationen seit Tagen ohne Prognosedaten

Vor über einer Woche hat der Zeitzeichensender DCF77 aufgehört, Daten zur Wetterprognose zu übertragen. Gegenüber heise online hat das verantwortliche Unternehmen Meteotime erklärt, die Störung gehe auf den Ausfall an der Steuertechnik zurück, die die Daten auf den Langwellenkanal bringt. Ausgefallen ist der Dienst demnach am Abend des 30. Juni, seitdem ist die Übertragung unterbrochen. Über das Signal versorgte Geräte „werden bis auf Weiteres keine Wetterprognose-Daten anzeigen können“, erklärt das Unternehmen noch. Man sei „bemüht, die Fehlerursache zu lokalisieren und den Fehler zu beheben“. Weitere Informationen sollen folgen, wenn die Störung behoben wurde.

Die Wetterdaten werden als Inhalte von dritter Seite über den Langwellensender DCF77 verschickt. Der versorgt primär die meisten funkgesteuerten Uhren im westlichen Europa mit der in der Bundesrepublik geltenden gesetzlichen Uhrzeit. Wetterstationen von Lizenznehmern können mit den Daten von Meteotime Symbole zum prognostizierten Wetter, Daten zur Niederschlagswahrscheinlichkeit, zu Sonnenzeiten, Temperaturen, Wettermeldungen und mehr empfangen. Seit Beginn der Störung fehlen diese Angaben. Wenn die Störung behoben wurde, werden sie danach automatisch wieder auf den Geräten erscheinen, versichert Meteotime.

Laut einer Auflistung bei der Thüringer Firma haben aktuell zwei Hersteller eine Lizenzvereinbarung über den Bezug der Prognosedaten abgeschlossen, hierzulande dürften demnach vorwiegend Geräte der Schweizer Firma Irox im Einsatz sein. Mit Hideki und IDT hatten demnach auch zwei Firmen aus Hongkong Lizenzen für den Abruf der Wetterdaten, deren Produkte seien aber teilweise noch immer im Handel erhältlich. Wie lange die Fehlerbehebung noch dauern wird, konnte man bei Meteotime auf Nachfrage von heise online nicht abschätzen. Die Firma versichert aber, mit Hochdruck an der Behebung der Störung zu arbeiten.

(mho)