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24.06.2026
08:16 Uhr
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Owlcat hat für das Rollenspiel „Rogue Trader“ einen eigenen Launcher veröffentlicht – und nach nur 19 Stunden wieder entfernt. Grund ist heftige Kritik.

Der Owlcat Launcher für das Rollenspiel „Warhammer 40k: Rogue Trader“ hatte nur eine Lebenszeit von rund 19 Stunden: Nach heftiger Kritik der Community hat der Entwickler Owlcat den am Vortag erschienenen Launcher am Dienstag schon wieder zurückgezogen. „Wir haben den Launcher zurückgenommen, weil die Reaktion der Community eindeutig war und es auch objektiv zu Problemen kam“, teilte eine Sprecherin heise online mit.
Owlcat hatte den Start des Launchers am Montag in einem Steam-Post angekündigt. Das Programm sollte sich vor den Spielstart schieben und Neuigkeiten, Updates und Zusatzinhalte zu allen Owlcat-Spielen an einer Stelle bündeln. Owlcat ging recht offen damit um, dass es dabei vor allem um Werbung ging: Nach einer Untersuchung des Studios kannten viele Spieler von „Pathfinder: Wrath of the Righteous“ das ebenfalls von Owlcat stammende „Rogue Trader“ gar nicht. Der Launcher sollte also alle Titel des Studios bewerben. Owlcat betonte, der Launcher sei optional, brauche keine Pflicht-Registrierung und sammle keine Daten.
Die Reaktion fiel deutlich aus: Auf der „Rogue Trader“-Seite bei Steam sammelten sich negative Bewertungen, auch in den Community-Foren war die Kritik groß. Der Launcher kostete Spielern zufolge zusätzliche Rechenleistung und lief selbst nach dem Deaktivieren als Hintergrundprozess weiter.
Den Grund dafür erklärte der Community-Manager Starrok im „Rogue Trader“-Subreddit, wie PC Gamer berichtet. Schloss man den Launcher, zählte Steam die Spielzeit nicht mehr, weil das Spiel inzwischen über die Launcher-Kennung erkannt wurde. Das Team habe den Hintergrundprozess als Notlösung eingebaut, damit die Spielzeit weiter erfasst wird.
Owlcat zog den Launcher am Dienstag schließlich komplett zurück. Das Spiel kehrt auf den vorherigen Patch-Stand zurück, alle Launcher-Änderungen verschwinden damit. Anders als die ausführliche Ankündigung besteht der Rückzieher aus nur drei Sätzen. „Wir hören euch, und wir nehmen den Launcher zurück“, heißt es in dem Steam-Post. „Vielen Dank für euer Feedback, und wir entschuldigen uns aufrichtig für den verursachten Frust.“
Die schnelle Reaktion von Owlcat ist ein Erfolg für die Community, zu der das Entwicklerstudio ein gutes und enges Verhältnis pflegt. Owlcat entwickelt vorrangig CRPGs für Fans klassischer Rollenspiele, wagt mit „The Expanse: Osiris Reborn“ aber auch einen Ausflug in die Welt der Third-Person-Rollenspiele. Ob ein eigener Launcher für Owlcat nun komplett vom Tisch ist oder eine Rückkehr denkbar ist, bleibt offen. „Was wir in der Zukunft damit machen und ob wir den Launcher in einer verbesserten Form zurückbringen, hängt davon ab, was unsere interne Auswertung ergibt“, sagte die Owlcat-Sprecherin. Das könne aber eine Weile dauern. In jedem Fall soll die Community einbezogen werden.
Viele PC-Spieler haben eine generelle Abneigungen gegenüber Launchern. Sie schieben sich vor den eigentlichen Spielstart, kosten zusätzliche Klicks und sind oft mit Werbung oder einem Extra-Login verbunden. Andere Publisher haben damit ähnliche Erfahrungen gemacht: Take-Two zog seinen ungeliebten 2K-Launcher etwa nach Jahren der Kritik komplett zurück.
(dahe)