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16.08.2026
12:23 Uhr
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Volkswagens Lkw-Sparte Traton sieht sich erhöhtem Spardruck des Konzerns ausgesetzt. Der bestätigte jetzt: Die Traton-Beteiligung soll mittelfristig sinken.

Der enorme Druck bei Volkswagen, interne Kosten zu reduzieren, ist auch bei der Lkw-Sparte Traton deutlich zu spüren: Ihr Chef Christian Levin spielt offen mit dem Gedanken, dass der Volkswagen-Konzern seine Beteiligung reduziert. Die Holdinggesellschaft Traton umfasst unter anderem die Lkw-Hersteller Scania und MAN.
Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet von einem entsprechenden Interview mit Levin. „Wir spüren einen erhöhten Druck, unglaublich vorsichtig mit Geld, mit Kosten und mit Investitionen umzugehen“, sagte Traton-Vorstandsvorsitzender Christian Levin demnach. „Dieser Druck hat zugenommen, das kann ich sagen, seitens des Haupteigentümers“, verdeutlichte Levin. Aktuell hält der Volkswagen-Konzern 87,5 Prozent der Traton-Anteile. Vergangenes Jahr hatte er seine Beteiligung bereits um 2,2 Prozentpunkte reduziert, vorher waren es 89,7 Prozent.
Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume plant aktuell die „umfassendste Neuausrichtung der Konzerngeschichte“ – möglicherweise auch verbunden mit dem größten Sparprogramm. Bis zu 100.000 Jobs könnten wegfallen und vier Werke in Deutschland geschlossen werden. Zudem will VW die Modellpalette deutlich zusammenstreichen. Inmitten dieser Lage erklärte Levin nun, dass ein größerer „Free Float“ – also ein größerer Anteil an frei handelbaren Traton-Aktien – helfen würde, neue Investoren zu gewinnen. Zudem würde der wirtschaftliche Erfolg der Holdinggesellschaft dann besser von der Traton-Aktie widergespiegelt.
Volkswagen-Vertreter hatten laut dem Bloomberg-Bericht bereits im Juli bekräftigt, sich mehr auf das „automobile Kerngeschäft“ fokussieren zu wollen. Die Idee, Traton-Anteile zu reduzieren, ist aber nicht neu. Schon 2024 hatte VW entsprechende Überlegungen bestätigt. Damals war das Argument aber noch, dass der geringe Streubesitz der Aktie die Anleger kaum von der seinerzeit sehr erfolgreichen Traton profitieren ließe. Damals nannte Volkswagen ein Ziel von 75 Prozent Traton-Beteiligung.
Jetzt schaut Levin vor allem auf die Zukunft der Holding und die ihrer Marken. „Je breiter, desto besser“ sei die Holding künftig aufgestellt, was den Kreis ihrer Investoren betreffe. „Aktivere“ Großaktionäre könnten Traton neue Expertise bescheren, insbesondere Private-Equity-Unternehmen könnten die Entwicklung neuer Technologien und im Bereich Künstliche Intelligenz voranbringen. Was wohl umgekehrt heißen dürfte: Vom Mutterkonzern Volkswagen ist hier absehbar nicht viel zu erwarten.
Levin selbst hat allerdings keinerlei direkten Einfluss auf die Höhe der Volkswagen-Beteiligung an Traton. Die Entscheidung darüber liegt ausschließlich beim Mutterkonzern, der seine Anteile aber ebenfalls reduzieren will. Ein Sprecher des VW-Konzerns bestätigte heise online am Montag: „Nach wie vor ist das Ziel, mittelfristig einen Anteil von 75 Prozent plus eine Aktie zu erreichen.“
Volkswagen hat die Münchener Lkw- und Bus-Holding mit den Marken Scania, MAN, Navistar und der südamerikanischen VW Truck & Bus im Jahr 2019 an die Börse gebracht und hielt von Anfang an den Löwenanteil der Aktien. Auch ihr Aufsichtsrat ist äußerst Volkswagen-geprägt: Mitglieder sind unter anderem Volkswagen-Konzernaufsichtsratschef Hans-Dieter Pötsch, Volkswagen-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo und Arno Antlitz, Chief Operating Officer (COO) von Volkswagen.
Stellungnahme des VW-Konzerns im vorletzten Absatz ergänzt, Teasertext und Überschrift entsprechend aktualisiert.
(nen)