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06.09.2026
15:58 Uhr
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Der Lauf des Berliner Sport-Clubs geht auch gegen Magdeburg weiter. Die Fans singen schon euphorisch und selbstironisch von einer ungeschlagenen Saison.

Josip Brekalo erzielte die 1:0-Führung gegen Magdeburg.
O.Behrendt/Contrast/Imago
Es gibt so einiges, was bei Hertha in dieser Saison funktioniert. Unter anderem: ein Modus namens Selbstironie. „Einhundert Punkte, Hertha BSC, einhundert Punkte, BSC …“, sangen die Ostkurven-Fans am Sonntag im Berliner Olympiastadion. Und griffen dabei die Melodie eines 50 Jahre alten Songs der linken Politrock-Gruppe Bots auf. „Sieben Tage lang“, heißt das Lied, dessen Melodie sich die Fans liehen. „Wir werden ungeschlagen sein!“, lautet eine weitere Zeile der Hertha-Version. Und wie soll man sagen: Noch geht Herthas Rechnung auf. Und wie: Hertha ist nicht nur ungeschlagen, sondern ausschließlich siegreich. Nach dem 2:1-Sieg vom Sonntag gegen den 1. FC Magdeburg ist Hertha einsamer Tabellenführer der zweiten Liga. Denn nur Hertha hat alle vier bisherigen Spiele siegreich bestritten – und hat somit zwei Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten, den 1. FC Nürnberg.
Die bisherigen Resultate helfen, den Zuschauerzuspruch zu steigern; dass am Sonntag aber 60 569 Zuschauer da waren, war auf Faktoren zurückzuführen, die über Tore und Punkte, die Nachbarschaft der Magdeburger und das ansprechende Wetter hinausgingen. Das Spiel Herthas ist seit der Deinstallation des nach Wolfsburg abgewanderten Fabian Reese nicht bloß erfolgreicher, sondern auch attraktiver geworden. Und mitunter äußert sich das in der Zielstrebigkeit, mit der Tore erzielt werden. Zum Beispiel in der 10. Minute, als Herthas Rechtsverteidiger Julian Eitschberger an der eigenen Eckfahne einen Einwurf zu Jon Dagur Thorsteinsson warf, Kevin Sessa den Ball an der Mittellinie behauptete, sodass Mads Pedersen den über links heranstürmenden Josip Brekalo bedienen konnte. Der Kapitän vollendete den gewissermaßen über den ganzen Platz führenden Spielzug mit einem Flachschuss.
Was sich hernach entwickelte, war eine überaus attraktive, ausgeglichene, von Großzügigkeit getragene Partie. Magdeburgs Moritz-Broni Kwarteng setzte noch einen Fernschuss knapp neben das Tor (21.), keine zehn Minuten später kam Magdeburg dann doch zum Ausgleich, auf denkbar simple Weise: Der unbewachte Falko Michel köpfte einen Eckball von Baris Atik aus neun Metern in die rechte Ecke des Tores. Kurz danach macht der beim Gegentor noch passive Hertha-Torwart Marius Gersbeck mit einer spektakulären Rettungstat von sich reden: Er schlug dem zentral brillant bedienten Mateusz Zukowski einen Ball vom Spann. Auf der anderen Seite fehlte nicht viel, und Thorsteinsson hätte eine Brekalo-Ecke ins Magdeburger Tor verlängert.
Zur Pause wechselte Hertha-Coach Stefan Leitl den österreichischen U21-Spieler Oluwaseun Adewumi ein – und der benötigte keine drei Minuten, um mit seinem dritten Saisontor die neuerliche Führung zu erzielen (47.). In der 57. Minute kam noch ein Faktor hinzu, an den sich die Berliner auch erst gewöhnen müssen: Sie hatten Glück.
Denn: Hertha-Torwart Gersbeck leistete sich einen überragend fahrlässigen Pass auf Paul Seguin. Doch das Gegentor, das er damit heraufbeschwor, wurde wegen Abseits durch den Videoschiedsrichter annulliert. Hernach tat Seguin etwas (61.), was den Spannungsbogen der Partie erhöhte – und dem Familienfrieden vermutlich nicht abträglich war: Der Sohn der Magdeburger Legende Wolfgang Seguin, der dem 1. FCM immer noch anhängt, handelte sich einen Platzverweis ein. Doch nach einem Schuss von Michel, den Gersbeck an die Querlatte lenkte, sah auch der Magdeburger Tobias Müller Gelb-Rot (73.). Magdeburg blieb im Spiel zehn gegen zehn latent überlegen, kam zu Chancen. Doch entweder war ein Abwehrbein oder Gersbeck zur Stelle. Und somit sind nicht nur 100 Punkte für Hertha drin – sondern immer noch 102.
Sein Wechsel von Hertha BSC zu Wolfsburg hat für viel Wirbel gesorgt. Im Interview spricht Fabian Reese über die Hintergründe seiner Entscheidung und erklärt, wie der VfL jetzt besser werden will.
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